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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) freute sich gemeinsam mit Moderator Johannes B. Kerner in der ZDF-Show "Deutschlands Beste!" über ihre gute Platzierung. Doch ohne die Schummelei des Senders wäre sie weiter hinten gelandet.

Fake-Abstimmung im ZDF

Das sind wirklich "Deutschlands Beste"

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Berlin - Im Skandal um „Deutschlands Beste!“ hat das ZDF enthüllt, welche Promis in der Beliebtheits-Skala auf- oder abgewertet wurden. Die Schummelei wird jetzt sogar zum Politikum.

Wie berichtet hatte das ZDF am 2. und 3. Juli in dem Zweiteiler „Deutschlands Beste“ die nach Umfragen beliebtesten 50 Frauen und Männer vorgestellt. Am Freitag räumte der Sender ein, die Redaktion habe die Listen gezielt manipuliert, weil in die Show eingeladene Gäste im Ranking nach oben gestuft worden seien. Es wurden zugleich „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ angekündigt.

Systematische Bevorzugung von SPD-Politikern?

Wie sahen denn nun die "unbereinigten" Zahlen aus? Bei den Männern lag Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) auf Platz eins, bei den Frauen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - hier wurde nicht gemogelt.

Doch nachträglich kam jetzt unter anderem heraus: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stieg von Platz 10 auf 6 auf. Auch weitere Politiker waren von dem Schmu betroffen: So fiel Finanzminister Wolfgang Schäuble von der CDU von Platz 6 auf Platz 11. Bei den Frauen verbesserte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nachträglich von Platz 5 auf 4. Ursula von der Leyen (CDU) hingegen verlor zwei Plätze und landete nicht auf dem vierten Rang 4 sondern auf dem sechsten. 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, Mitglied im ZDF-Fernsehrat, vermutete in der „Bild am Sonntag“ politische Hintergründe. „Es wurden systematisch SPD-Politiker auf- und CDU-Politiker abgewertet. Da glaube ich an keine Zufälle.“

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Die „Bild am Sonntag“ nannte in diesem Zusammenhang auch Unterhaltungschef Oliver Fuchs. Der ZDF-Sprecher wollte zu den möglicherweise „betroffenen Personen“ nichts sagen.

"Kaiser Franz" schießt in die Top Ten

Die meisten Plätze nach vorne geschummelt hatte das ZDF "Kaiser" Franz Beckenbauer. Die Fußballlegende wurde von Platz 31 auf Platz 9 gekickt. Schlagerstar Helene Fischer kletterte von Platz 10 auf 5. Komödien-Spezialist Michael "Bully" Herbig ("(T)Raumschiff Surprise") beamte man von Platz 42 auf Platz 36 - und tauschte so die Position mit "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer.

Claus Cleber entschuldigt sich bei Peter Kloeppel

Auch bei den Fernseh-Nachrichten wurde kräftig gemogelt. Im Duell zwischen dem ZDF und RTL gewann - es mag kaum überraschen - der Vertreter der Öffentlich-Rechtlichen: Während sich „heute-journal“-Moderator Claus Kleber von Platz 39 auf 28 verbesserte, fiel Anchorman Peter Kloeppel von Platz 27 auf 39. Cleber hatte sich gleich nach Bekanntwerden der Manipulation via Twitter bei seinem Kollegen entschuldigt:

Später fügte er hinzu:

Auf die teilweise recht heftigen Reaktionen seiner "Follower" auf den englischsprachigen "Hass"-Anfall, erklärte er dann:

ZDF: Kerner wusste von nichts

Wer für den Skandal zur Verantwortung zu ziehen ist, steht noch nicht fest. Klar scheint dagegen zu sein: ZDF-Moderator Johannes B. Kerner (49) ist unschuldig: "Er von den Manipulationen an den Listen nichts wusste“, teilte ein Sprecher des Mainzer Senders der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag auf Anfrage mit.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sagte zu den Vorgängen am Freitag: „Die Veränderungen am Ergebnis der Forsa-Umfragen sind ein grober Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF.“

Erinnerungen an den ADAC-Skandal

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, auch Mitglied des ZDF-Fernsehrats, zog in der „Bild am Sonntag“ die „Seriosität und Glaubwürdigkeit“ des Senders in Zweifel. Der Politiker verglich den ZDF-Ärger mit dem ADAC-Skandal vom Jahresbeginn. „Kommentare und Berichte über die Vorgänge beim ADAC können jetzt gleich wieder verwendet werden“, sagte er. „Es muss nur das Logo ausgetauscht werden.“ Beim Automobilclub ADAC waren Anfang des Jahres gezielte Manipulationen an seinem Autopreis aufgedeckt worden.

dpa/hn

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