Mit Deutschrock gegen Pop und Swing

- Das letzte Geheimnis um die Grand Prix-Vorentscheidung ist nun keines mehr. Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze will für Deutschland singen. Der 50-Jährige ("Dein ist mein ganzes Herz") präsentierte sich am Dienstag in Hamburg neben seinen bereits bekannten Konkurrenten, der "Popstars"-Band Monrose und dem Swingmusiker Roger Cicero.

"Ich vertrete ja eher die Grauen Panther in dieser Runde", kommentierte Kunze seine Teilnahme. Ebenso wie Cicero tritt er in dem Wettbewerb am 8. März mit einem Titel in seiner Muttersprache an, die Mädchenband setzt dagegen auf Englisch.

Deutschrock, Pop und moderner Swing ­- die Grand Prix-Macher haben für die ARD-Show eine bunte Mischung zusammengestellt. "Wir wollen das Erfolgsmodell des letzten Jahres noch einmal praktizieren", begründete Jan Schulte-Kellinghaus, Unterhaltungschef beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR), die Auswahl. Damals hatte Texas Lightning mit Komiker Olli Dittrich am Schlagzeug gewonnen und später in Athen mit dem Song "No, No, Never" den 15. Platz belegt. Sowohl der Vorentscheid als auch das internationale Finale bescherten der ARD gute Einschaltquoten.

Mit Monrose ("Shame") und Cicero ("Zieh die Schuh‘ aus") sind diesmal gleich zwei Neulinge am Start, die sich gleichwohl bereits ganz oben in den Charts platzieren konnten. "Der Eurovision Song Contest ist der größte und der modernste Musikwettbewerb der Welt, mit Schlager hat er nichts mehr zu tun", so Schulte-Kellinghaus. Da dürfe man sich "keine Halbheiten erlauben."

Kunze solle eine "andere Farbe" in die Show bringen. Der "Dichter und Denker des Deutschrock" hat seit den Achtzigern insgesamt 27 Alben veröffentlicht. Vor allem die gerade mal zwei Monate alte Band Monrose, die aus einem Castingwettbewerb bei Pro Sieben hervorging, hat sich große Ziele gesteckt und träumte bei der Pressekonferenz schon mal vom internationalen Finale, Allein die Chance, "auf einer Bühne vor ganz Europa zu stehen", reize die drei Sängerinnen, bekannte Bahar (18). Sie, Mandy (16) und Senna (27) haben sich für die Ballade "Even Heaven Cries" entschieden. "Davor kommt aber erst einmal noch der Vorentscheid", bremste Moderator Thomas Hermanns, der die Show im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg für die ARD moderieren wird.

Roger Cicero, Sohn des Pianisten Eugen Cicero, der mit frechen Texten über Männer und seiner Liebe zum Swing seine Fans begeistert, widmet seinen Titel in dem Wettbewerb am Weltfrauentag dem weiblichen Geschlecht. Der 36-Jährige singt "Frauen regier‘n die Welt". Mit "Die Welt ist Pop" sorgt Kunze für etwas rockigere Klänge.

Neben dem eigenen Beitrag müssen die Kandidaten in der Live-Sendung, in der die Zuschauer per Telefon über den Sieger abstimmen, einen Titel aus der Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs zum Besten geben. Für Kunze kommt da nach eigenen Angaben nur Udo Jürgens‘ "Merci, Chérie" in Frage.

Der Sieger wird Deutschland am 12. Mai in der Endrunde vertreten, die nach dem Erfolg der finnischen Band Lordi im Vorjahr diesmal in Helsinki über die Bühne geht.

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