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„Die Borgias“ jetzt auf Pro Sieben

Ein Historienepos jagt das nächste. In diesem Herbst steht die spanische Adelsfamilie Borgia und ihr Kampf ums Papstamt vor mehr als 500 Jahren gleich zweimal im Fokus.

Nur zwei Wochen nach der erfolgreichen europäischen „Borgia“-Produktion im ZDF startet am Mittwoch um 20.15 Uhr die Produktion „Die Borgias“ bei Pro Sieben.

Was die Namen und das Budget betrifft, hat der Neunteiler aus den USA die Nase vorn. Hollywoodstar Jeremy Irons spielt den Patriarchen Rodrigo, der als Papst Alexander VI. (1492–1503) in die Geschichte einging. Macher ist der irische Oscar-Preisträger Neil Jordan („The Crying Game“). Er hatte 40 Millionen Dollar (umgerechnet rund 29 Millionen Euro) zur Verfügung. Und der Bezahlsender Showtime, der schon die Reihe „The Tudors“ über den englischen König Heinrich VIII. im Programm hatte, war so überzeugt von der internationalen Produktion (Originaltitel: „The Borgias“), dass bereits eine zweite Staffel gedreht wird. Jordan selbst hat die Story sogar auf vier Staffeln angelegt.

Die Ausstattung ist opulent, die Kostüme sind prächtig. Die Renaissance brilliert in ihrer ganzen Fülle. Die amerikanischen Kritiker waren großteils angetan – die Story über die „berühmt-berüchtigte Familie ist fast süchtigmachend unterhaltend“, schrieb „USA Today“. Doch ob Pro Sieben mit seinen „Borgias“ an den ZDF-Erfolg herankommen kann? Rund fünf Millionen Menschen sahen im Schnitt den Sechsteiler „Borgia“ beim ZDF, so viele Zuschauer hat Pro Sieben so gut wie nie. Noch dazu laufen „Die Borgias“ am Mittwochabend, an dem sonst Serien wie „Desperate Housewives“ oder „Grey’s Anatomy“ zu sehen sind . Ob deren Fans auch bei einem Historienstoff rund um „Sex. Macht. Mord. Amen“ (so der Untertitel) einschalten?

Der Privatsender dürfte aber ohnehin weniger die absoluten Zuschauerzahlen als vielmehr den Marktanteil des jüngeren Publikums zwischen 14 und 49 Jahren im Blick haben. Mehr Zuschauer hätte man wahrscheinlich beim Schwestersender Sat.1 zählen können, dort kennt man sich aus mit historischen Epen. „Die Wanderhure“ und die Ken-Follett-Miniserie „Die Säulen der Erde“ waren im Herbst vergangenen Jahres große Publikumserfolge. Doch Pro Sieben-Sat.1 verschob Ende September „Die Borgias“ kurzerhand von Sat.1 zu Pro Sieben – aus „programmplanerischen Gründen“, wie es hieß. Und tatsächlich hat Sat.1 mit den Unwägbarkeiten der Champions League und auch der Europa League wenig Sendeplätze, die über Wochen für eine solche Serie freigeräumt werden könnten.

Pro Sieben hat diesen Platz und räumt ihn großflächig frei. Die ersten drei Teile werden gleich zum Start gesendet, danach geht es mit Doppelfolgen jeweils mittwochs weiter – bis zum Finale am 30. November.

Patrick T. Neumann

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