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"Die reichen Leichen" - heute 20.15 Uhr im BR

Das Geheimnis vom toten Kini

Starnberg - Das Bayerische Fernsehen zeigt am Samstag den Starnbergkrimi "Die reichen Leichen". Wir haben mit dem Regisseur und dem Drehbuchautoren gesprochen.

Dominik Graf

Erst treibt der Kini (Martin Feifel) tot im See, und dann wird auch noch die Sisi (Alicia von Rittberg) entführt – der erste Tag von Polizeimeisteranwärterin Ariane Fink (Annina Hellenthal) aus Dortmund am neuen Dienstort Starnberg verläuft turbulent. Zwar stellt sich schnell heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Mann handelt, der Ludwig II. nur sehr ähnlich sieht, und auch Sisi ist natürlich nicht die Sisi, sondern ein Mädchen gleichen Namens aus reichem Haus. Doch auch Polizeichef Lu Reinhold (Andreas Giebel) muss zugeben: „Das beeindruckt mich jetzt auch mal!“ Der Fernsehfilm "Die reichen Leichen". Ein Starnbergkrimi (unter anderen mit Hannes Jaenicke, Ulrike C. Tscharre und Eisi Gulp), den das Bayerische Fernsehen an diesem Samstag um 20.15 Uhr zeigt, spielt mit den Klischees, die sich um die Kreisstadt am gleichnamigen See ranken. Der Münchner Merkur sprach mit dem Regisseur Dominik Graf und dem Drehbuchautor Sathyan Ramesh.

Inwieweit haben Sie mit „Die reichen Leichen“ Bezug genommen auf andere Heimatkrimis des BR?

Dominik Graf: Als Regisseur kann ich nur sagen: Indem wir keine Blasmusik verwendet haben.

Sathyan Ramesh: Blasmusik ist für mich immer ein Signal an den Zuschauer: Jetzt wird’s lustig. Und wir waren uns einig darüber, dass wir uns dieses Mittels nicht bedienen.

Herr Graf, wie sehr unterscheidet sich der fertige Film vom Drehbuch? Was haben Sie geändert?

Graf: Gar nichts. Ich bin ja immer der Sklave meiner Autoren. (Ramesh lacht.) Ich fühle mich in der Verantwortung, ein Buch, wenn es gut ist, genau so umzusetzen.

Ramesh: Ich liebe diesen Film sehr und bewundere Dominik Graf, ich fühle mich sehr gut verfilmt. Seine Regie, die Ausstattung, die Kostüme – das haut einen um. Und eben auch, was geändert wurde.

Graf: Es fehlte mir am Anfang die Aura des Millionärsmilieus am See, über das ich übrigens nicht den Stab brechen will. Das gibt dem Starnberger See ja auch einen Teil seines Glanzes, diese hinter Hecken liegenden Enklaven, mit Menschen darin, die manchmal auf erschreckende Weise vereinsamt sind. Und das wollte ich relativ früh als Bild in den Film einführen, als zweites Hauptelement neben der Ludwig-Geschichte.

Ramesh: Wir werden ja immer auf Ludwig angesprochen, aber die Grundidee des Drehbuchs waren die Millionäre.

Und dann kam der Kini dazu …
Ramesh: Den gab’s sofort, als erstes Bild. Ich kannte Starnberg nicht, ich kannte nur die Klischees – und als wir gemeinsam hingefahren sind, Dominik Graf, die BR-Redakteurin Stephanie Heckner und ich, haben wir alle diese Klischees bestätigt gefunden.

Mit der These, dass Ludwig II. an Narkolepsie – also krankhafter Schlafsucht – litt, bringen Sie vermutlich die gesamte Ludwig-Gemeinde gegen sich auf.

Ramesh: Die Ermittler – und mit ihnen die Zuschauer – sollen rätseln, wie der Tote vom Anfang des Films gestorben ist. Ist er ertrunken, wurde er ermordet? Warum gibt es dann keine Wunde? Und hier kommt die Narkolepsie ins Spiel. Wenn der unbekannte Kini-Wiedergänger aus unserem Krimi Narkoleptiker war, war es der König dann auch?

Graf: Für die Ludwig-Fans steht fest, dass er erschossen wurde. Die original behauptete Todesursache, nämlich Ertrinken, wird ja nicht anerkannt. Ein König flieht nicht. Die Narkolepsie war eine großartige Idee. Ein scherzhafter Vorschlag zur historischen Güte sozusagen.

Ramesh: Die Leidenschaft, mit der so viele Hobbyforscher ihr Leben diesem Geheimnis widmen, hat mich gerührt. Ludwig II. ist bald 130 Jahre tot! Das muss Liebe sein.

Was hat Sie bewogen, Andreas Giebel als Polizeichef zu besetzen? 

Graf: Wir sind beide große München 7-Fans und haben uns gedacht: Könnte man diesen großartigen Polizisten nicht einmal woanders hintragen? Ein bisschen härter vielleicht, weil er es auch mit einer härteren Nummer zu tun bekommt.

Die Reihe der Heimatkrimis wird ja erst einmal auf Eis gelegt, „Die reichen Leichen“ ist der vorerst letzte. Was sagen Sie zu der Entscheidung?

Ramesh: Traurig!

Graf: Bei der Besetzung der Hauptrollen waren wir noch davon ausgegangen, dass wir noch einiges über Starnberg erzählen dürfen. Das steht jetzt in den Sternen.

„Die reichen Leichen“,

Samstag, 20.15 Uhr, BR

Rudolf Ogiermann

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