"Die Sendung ist klasse"

- Die Anspannung ist ihm kaum anzumerken. "Die Sendung ist klasse", sagt Tom Buhrow betont locker und mit einem offenen Lachen. Er empfinde seine Aufgabe als "Traumjob", den er schon immer gerne habe machen wollen. Er sei zwar aufgeregt, könne aber noch schlafen. In den letzten Tagen wache er jedoch schon gerne mal "eine Stunde vor dem Weckerklingeln auf". Heute Abend präsentiert der bisherige Leiter des ARD-Studios in Washington erstmals die "Tagesthemen" im Ersten.

Er folgt auf Ulrich Wickert, der nach 15 Jahren gestern seine letzte Ausgabe moderierte. Im wöchentlichen Wechsel mit Anne Will führt Buhrow künftig durch die Nachrichtensendung, die er nach eigenen Worten schon immer mit größter Aufmerksamkeit verfolgt hat.

Der neue "Mr. Tagesthemen" spürt derzeit großes Interesse an seiner Person. Die Popularität seines Vorgängers müsse er sich aber erst noch verdienen. Der 47-Jährige hat in den letzten Tagen noch einige Trockenübungen im Studio absolviert. Eines sei nun sicher - den Stuhl von Ulrich Wickert werde er nicht übernehmen. Der sei viel zu groß.

Zuletzt habe er sich bei einer Reise durch Deutschland ein Bild von den Veränderungen im Land gemacht und Zuversicht bei den Menschen gespürt, erzählt Buhrow, der aus Troisdorf bei Bonn stammt. Dies habe ihn ein wenig überrascht. Von einigen Besuchen und Berichten hätte zuvor den Eindruck des Pessimismus gehabt. Das spüre er jetzt nicht mehr.

Kollegin Anne Will rät dem Journalisten, ganz ruhig und entspannt zu bleiben. Er sei es schließlich gewohnt, vor einem großen Publikum zu sprechen, macht sie ihm Mut. Für Volker Herres, Fernsehdirektor des Norddeutschen Rundfunks (NDR), ist Buhrow die Idealbesetzung für den Job des "Anchorman" der "Tagesthemen". Er wünsche sich keine Wickert-Kopie, sondern einen eigenen Stil, so Herres. Vorschusslorbeeren gibt's auch von WDR-Intendant Fritz Pleitgen, bei dessen Sender Buhrows Karriere einst begann: "Selten hat es unter den Intendanten so viel Einmütigkeit gegeben wie bei der Berufung von Tom Buhrow".

Der verheiratete Vater zweier Töchter hat bereits eine Bleibe in seiner neuen Heimat in Hamburg gefunden, wo die "Tagesthemen" produziert werden. Und er peilt einen Start beim Stadtmarathon an. Ob schon im kommenden Jahr oder erst später sei noch offen. Erst einmal müsse er wieder etwas trainieren. Er wolle aber auf jeden Fall nicht einfach nur so einfliegen: "Das schulde ich Hamburg."

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