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Machthungrig: Isabella (Aure Atika) übergibt ihrem Sohn Edward (Hannes Jaenicke) die Königskrone.

„Die Tore der Welt“ ab Dienstag in Sat.1

München - Ken Follett, britischer Bestsellerautor, versteht sein Geschäft. Schon vor mehr als 20 Jahren sah der heute 63-jährige Erzähler großer Mammutromane einen Trend voraus, der sich erst seit wenigen Jahren in der Roman- und Filmwelt niederschlägt – die Rückbesinnung aufs Mittelalter.

Vor zwei Jahren fand der erste Wälzer Eingang ins Fernsehen, der Vierteiler „Säulen der Erde“ – Sat.1 fuhr mit etwa 6,8 Millionen Zuschauer pro Folge beachtliche Quoten ein.

Die waren zur Refinanzierung des teuren Projekts allerdings auch nötig. Der Anlauf für den zweiten Durchgang, den neuen Vierteiler „Die Tore der Welt“, dessen erster Teil heute um 20.15 Uhr zu sehen ist, war schwierig. Im Oktober setzte Sat.1 an vier Hauptabendterminen um 20.15 Uhr zur Einstimmung aufs neue Epos die Wiederholung der „Säulen der Erde“ an, jedoch mit enttäuschender Resonanz beim Publikum. Deswegen musste der Sender die Wiederholung auf eine viel spätere Ausstrahlungszeit verlegen. Sorgt das Mittelalter doch für Ermüdung? Auch der dritte und letzte Teil der Sat.1-„Wanderhure“ mit Alexandra Neldel fiel kürzlich mit 5,5 Millionen Zuschauer viel schwächer als erwartet aus.

Mit Sex-and-the-City-Star Cynthia Nixon

„Die Tore der Welt“ ist eine mittelalterliche Saga aus dem 14. Jahrhundert über Mord, Intrigen, Liebe, Korruption und Gewalt im englischen Kingsbridge zu Beginn des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England. Die bombastische Produktion, die umgerechnet 36 Millionen Euro verschlang, wurde vorwiegend in Ungarn gedreht, weil dort der 20 000 Quadratmeter große Marktplatz von Kingsbridge errichtet wurde. Auch die Requisiten verschlangen viel Geld, so mussten allein 65 Pferde gehalten werden, Berge von Schwertern, Schilden, Speeren und Fahnen gehörten zur Ausstattung.

Als Mutter der Produktion zog im Hintergrund wieder die Münchner Produzentin Rola Bauer die Fäden. Die Frau des Medienmanagers Ludwig Bauer, Geschäftsführer des österreichischen Senders ATV, gehört zu den wenigen Unternehmerinnen, die solch internationale Koproduktionen verantworten. Als „ihr Baby“ bezeichnet der bei Sat.1 zuständige Redakteur, Thomas von Hennet, den Mehrteiler. Die Kosten sollen über den Weiterverkauf in Dutzende Länder wieder hereinkommen. Die Gesamtkosten sind zwar bekannt, weil auch Fördergelder in die Produktion wanderten, aber wie hoch der Anteil des deutschen Privatsenders ist, wird nicht verraten.

Weitere TV-Teile folgen

Zur Schauspielercrew zählen neben Charlotte Riley, Cynthia Nixon („Sex and the City“), Ben Chaplin und Peter Firth von deutscher Seite unter anderen Nora von Waldstätten, Hannes Jaenicke und Kostja Ullmann. Autor Follett wird konsequent den Weg der Fernsehinszenierung seiner Werke weitergehen, obwohl für ihn das Mittelalter längst kalter Kaffee ist. Auch die Rechte an seiner neuen Trilogie aus dem 20. Jahrhundert werden ans TV verkauft, wie der Brite bei der Vorabpremiere des Vierteilers vor kurzem in Berlin ankündigte. Der zweite Teil dieser Trilogie, „Winter der Welt“, erschien in diesem Herbst. Vor zwei Jahren kam der erste Band, „Sturz der Titanen“, auf den Markt. Der dritte Teil steht noch aus.

Carsten Rave

Weitere Folgen Dienstag, sowie am 10. und 11. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr.

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