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Bei Jill Kussmacher geht's um die Wurst

Diese Wurst-Frau will neue Katzenberger werden

Berlin - Wer glaubte, mit Daniela Katzenberger hätte die Sehnsucht von Möchtegern-Promis nach Öffentlichkeit ihren Höhepunkt gefunden, der ist einer Täuschung erlegen.

Denn in Wirklichkeit ist der Drang deutscher No-Name-Blondinen, berühmt zu werden, schier ungebremst. Den neuesten Beweis dafür tritt Jill Kussmacher aus Berlin an, die mit Hilfe des Frauensenders Sixx in Los Angeles mit Würstchen und viel Weiblichkeit Karriere machen will.

Kein Zufall ist, dass die Produktionsfirma pro99 media aus Leipzig sich des Falls Kussmacher angenommen hat. Denn das Unternehmen inszeniert schon das Leben der pfälzischen Blondine Katzenberger für Vox. Jetzt hat sie vom TV-Konzern ProSiebenSat.1 den Auftrag bekommen, für den Frauensender Sixx die sechsteilige Soap “Jill Kussmacher - Glamour, Grill & Hollywood“ (Start an diesem Dienstag um 21.20 Uhr) zu verfilmen. Seit 2010 macht die in Berlin-Zehlendorf geborene Frau, die eine Berufsausbildung als Kauffrau für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft hinter sich hat, Los Angeles unsicher.

Katzenberger - heiße Bilder aus ihrem Leben

Katzenberger - heiße Bilder aus ihrem Leben

Von einer Erbschaft, die ihre Oma ihr hinterlassen hat, besorgte sich die heute 28-Jährige einen Truck, den sie in einen fahrenden Würstchenstand umwandeln ließ. 30 000 Dollar Umsatz muss sie monatlich machen, um die Kosten von 10 000 Dollar zu tilgen und ihr auf Luxus ausgerichtetes Leben mit neuem Auto und schicker Wohnung zu finanzieren, berichtet Kussmacher. Bei ihrem Äußeren habe kein Schönheitschirurg nachgeholfen, sagte sie kürzlich dem Magazin “In“. “Ich werde oft gefragt, ob ich meine Brüste habe machen lassen oder meine Lippen aufgespritzt sind. Nichts von dem trifft zu, an mir ist alles echt.“ Es gibt wohl wirklich einige Menschen, deren Oberlippe dicker als die Unterlippe ist - zu denen gehört Kussmacher.

Sie will unbedingt berühmt werden, erzählt die Jung-Unternehmerin, die gerne das Catering an Filmsets übernehmen will, um somit die Chance zu wahren, vom Bratwurstgrill direkt ins Casting für die Blockbuster zu springen. “Und zwar auf der ganzen Welt, dass mich jeder kennt und mich jeder liebt“. Eine Interviewerin von Sixx zwingt sie zum Nachdenken. “Aber was gibt Dir das?“. Kussmacher überlegt kurz: “Das gibt mir natürlich - was meinst Du damit? Was gibt mich das, was gibt mir das?“ Wieder kurzes Nachdenken - dann: “Erfolgsbedürfnis, Bestätigung“. Sie definiert ihre Ziele knallhart: “Ich will einen Oscar“ - den für “die schönste Darstellerin“.

Doch der Weg hin zum Roten Teppich ist gespickt mit Hindernissen: Der neue Truck ist entgegen der Absprache noch nicht gestrichen und mit ihrem Logo versehen, dann springt der Motor nicht an. Bei der ersten Fahrt fällt der Suppentopf um, der Inhalt wird unbrauchbar. Kussmacher, die das Strahlen in ihrem Gesicht erhalten möchte, verzieht die Miene krampfartig und würde am liebsten losheulen. Wütend wird sie noch einmal, als ihre Mitarbeiterin mit dem Wurst-Monstrum in einem Verkehrsstau steckt, telefonisch nicht erreichbar ist und verspätet zum vereinbarten Treffpunkt erscheint.

Ob die Kussmacher ihre Ziel verwirklicht, eine Villa in Hollywood mit Pool und Sportwagen irgendwann ihr eigen nennen darf? Eins dürfte sicher sein: Sixx ist bestimmt dabei, wenn es für Berlins Exil-Blondine in Hollywood richtig um die Wurst geht.

dpa

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