Nur Dieter Bohlen ist ganz der Alte

München - Ab heute dürfen die (Möchtegern-)Entertainer von morgen wieder vor großem Publikum um die Wette singen. RTL startet die fünfte Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Im Mittelpunkt des Interesses stehen einmal mehr die derben Sprüche von Chefjuror Dieter Bohlen.

Mit der Würde der Kandidaten nimmt man es beim "Dschungelshow"-Sender nicht so genau. Und so müssen sich auch die "DSDS"-Teilnehmer, im Gegensatz zu den "Stars" im Busch unerfahren im Umgang mit der Öffentlichkeit, wieder auf allerhand gefasst machen. Im vergangenen Jahr monierten sogar die Medienwächter Dieter Bohlens Umgang mit den Nachwuchssängerinnen und -sängern, bescheinigten ihm "unterstes Sprachniveau". Bohlen sieht keinen Bedarf, seinen Kurs zu korrigieren: "Ich fand ja nie, dass ich zu hart war!"

Alles wie gehabt also, auch wenn es ein paar kleine Änderungen beim Personal gibt. Alleiniger Moderator ist Marco Schreyl, anstelle von Heinz Henn sitzt der Musikmanager Andreas Läsker neben Alphamännchen Bohlen und Künstlermanagerin Anja Lukaseder in der Jury. In den ersten sieben Folgen sind mittwochs und samstags (jeweils um 20.15 Uhr) die Höhepunkte aus den Castings auf Mallorca, Ibiza und in sechs deutschen Städten zu sehen (unter anderem München), bei denen sich 28 290 Superstars in spe vorstellten.

Diese Folgen, in denen erkennbar untalentierte Bewerber zur Belustigung des Publikums vorgeführt werden, gehören regelmäßig zu den heikelsten Momenten von "DSDS". Bei den Zuschauern kamen im vergangenen Jahr aber ausgerechnet diese Ausgaben besonders gut an, bis zu siebeneinhalb Millionen Zuschauer waren dabei.

Für Schlagzeilen sorgten damals der Auftritt der vollschlanken Johanna Malcherek, die vor der Jury ihren Busen blitzen ließ und dazu den Partysong "Ich hab' die Haare schön" anstimmte, und später der Ausstieg von Finalist Max Buskohl. Moderator Stefan Raab wollte ihm einen Auftritt in seiner Pro-Sieben-Show "TV total" verschaffen, den RTL jedoch untersagte.

Wer der fünfte "DSDS"-Sieger nach Alexander Klaws, Elli Erl, Tobias Regner und Mark Medlock wird und einen Plattenvertrag gewinnt, entscheidet sich wie gewohnt in den großen Live-Shows. Die Gewinner der Castings dürfen hier ihr Können unter Beweis stellen, müssen sich Dieter Bohlens Sprüche anhören ("Du klingst wie Kermit, wenn man hinten drauftritt") und vor allem bei den Zuschauern Eindruck machen - schließlich bestimmen sie per telefonischer Abstimmung, wer jeweils eine Runde weiterkommt. Mit diesen gebührenpflichtigen Anrufen setzt RTL Experten zufolge rund eine Million Euro pro Show um.

Da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Quote des Castingwettbewerbs, der vor sechs Jahren zum ersten Mal über die Bühne ging, mittlerweile gesunken ist. Mit durchschnittlich 5,52 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von gut 30 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen lief die vierte Staffel zwar durchaus gut, aber schlechter als ihre Vorgänger.

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