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Dieter Nuhr

Dieter Nuhr: „Über Torten im Gesicht kann ich nicht lachen“

München - Er soll den „Satiregipfel“ wieder Richtung Quotengipfel führen. Der Kabarettist Dieter Nuhr moderiert am Donnerstag Abend (22.45 Uhr) zum ersten Mal die ARD-Satiresendung.

Der 50-Jährige ist Nachfolger von Mathias Richling, der seit dem Start vor knapp zwei Jahren durch die Sendung führte. Nuhr, der aus Wesel (Nordrhein-Westfalen) stammt, ist auf vielen Kanälen zuhause. So moderierte er bereits kabarettistische Jahresrückblicke bei Sat.1 und im ZDF, für RTL präsentierte er den Deutschen Comedypreis. Seine Premierengäste sind Alfred Dorfer, Andreas Rebers, Tina Teubner und Matze Knop.

Was haben Sie mit dem „Satiregipfel“ vor, wie wollen Sie die Sendung gestalten?

Mathias Richling läuft ja auf einer ganz anderen Frequenz als ich. Er ist mehr der Zweitakter, hohe Umdrehungszahl, ich mehr Diesel, entspanntes Wummern. Ansonsten gibt es weiterhin einen Moderator und Gäste. Wir werden das Fernsehen nicht neu erfinden.

Was funktioniert heute bei Satiresendungen anders als früher?

Grundsätzlich wird es bei Satiresendungen gern gesehen, wenn der Kabarettist eine einfache Ideologie vertritt und das Publikum begeistert „Jawoll, so ist es!“ rufen kann. Politiker sind doof, Wirtschaft schlecht und die Welt ungerecht. Ich bin nicht sicher, ob wir es schaffen, dieses einfache Klischee zu bedienen. Wahrscheinlich fehlt uns heute dafür die ideologische Schulung. Die Welt ist komplizierter geworden. Das ist für Publikum wie Künstler gleichermaßen unangenehm, weil es komplexere Denkleistungen erfordert.

Wie definieren Sie Comedy im Unterschied zum Kabarett?

Den Unterschied habe ich nie verstanden. Comedy soll lustig sein, Kabarett im besten Fall intelligent oder wenigstens relevant. Beides trifft aber nicht immer zu. Ich versuche intelligente Relevanz mit Komik zu verbinden. Beziehungsweise – eigentlich ist es mir auch einfach wurscht. Der eine sagt Comedy, der andere Kabarett. Und unsere Berufsbeleidigten streiten dann darüber, was besser ist. Wenn man sonst keine Probleme hat: Herzlichen Glückwunsch!

Worüber können Sie selbst lachen?

Über alles außer Torten im Gesicht. Wenn ich so etwas sehe, denke ich immer an den armen Konditor! Da kommt meine Solidarität mit den Werktätigen zum Vorschein.

Wer bietet Ihnen in der Politik noch Steilvorlagen?

Angela Merkels Frisur und Kohls Leibesfülle sind ja von Guido Westerwelle abgelöst worden. Davon lebt das Kabarett – einfache Feindbilder. Ich mache es mir aber gerne kompliziert und entscheide im Einzelfall, was ich witzig finde. Wenn die Namensnennung an sich schon der Lacher ist, interessiert mich das Ganze nicht mehr.

Und? Sind Witze über Westerwelle noch erlaubt?

Das kommt auf den Einzelfall an. Der Mann war für viele Kabarettisten ein Segen, weil die endlich mal ihre miesen Schwulenwitze rausholen konnten. Ich finde aber, der Mann hat ein anderes Niveau verdient. Er ist immerhin der Totengräber des politischen Liberalismus, einer 150 Jahre alten Bewegung. Da sollte man ihn respektvoll niedermachen.

Das Interview führte Caroline Bock

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