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Mehr als ein langatmiger Abklatsch des Vox-Erfolgs „Die Höhle der Löwen“ ist Rentner Raab nicht eingefallen.

„Das Ding des Jahres“

TV-Kritik: Warum Stefan Raabs Erfindershow ein „Unding“ ist

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Als Stefan Raab seine TV-Auszeit verkündete, waren viele Fans traurig. Nun ist der Pro7-Erfolgsbringer zumindest hinter den Kulissen zurückgekehrt. Doch diese Erfindung hätte er sich sparen können.

München - Nach zwei Jahren im Ruhestand ist Deutschlands einst kreativster Fernsehmacher wieder da - zumindest hinter den Kulissen, als Produzent seiner neuen Show-Idee Das Ding des Jahres (Pro7). Doch nach den ersten beiden Folgen lautet das ernüchternde Fazit: Mehr als ein langatmiger Abklatsch des Vox-Erfolgs „Die Höhle der Löwen“ ist Rentner Raab nicht eingefallen. Löwen-Investor Frank Thelen lästert auf Twitter zu Recht: „Diese Show ist eine billige Kopie unserer Sendung. Stefan Raab habe ich bisher als großartigen Unterhalter kennengelernt. Ich würde mich sogar als Raab-Fan bezeichnen, aber kopieren geht nicht. Ich hätte mir mehr Kreativität gewünscht.“

Zweite Staffel: "Das Ding des Jahres" auf ProSieben - Irre Fahrrad-Erfindung kommt aus Hannover, wie nordbuzz.de* berichtet.

Das Publikum sieht’s genauso: Nach einem ordentlichen Start am Freitag mit 1,93 Millionen Zuschauern blieben am Samstag nur mehr 1,28 Millionen dem Format auf Pro7 treu. Selbst DSDS holte auf RTL einen mehr als doppelt so hohen Marktanteil. Besonders enttäuschend: Das Ding, in dem laut Moderatorin Janin Ullmann die „besten, praktischsten und nützlichsten“ Erfindungen des Jahres von einer Promi-Jury mit Joko Winterscheidt, Model Lena Gercke und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog beurteilt werden, ist nicht nur langweilig. Die meisten der vorgestellten Produkte sind entweder überflüssig oder sogar höchst dubios. 

„Amabrush“, die „revolutionäre Neuheit“, gibt’s bereits seit 2017

Am Freitag gewann die Zahnbürste Amabrush, die die Zähne in zehn Sekunden putzt und die ihr österreichischer Erfinder Marvin Musialek als revolutionäre Neuheit präsentierte. Die Wahrheit: Er hat auf den Internet-Finanzierungsseiten Kickstarter und Indiegogo bereits über sieben Millionen Euro für die Produktion der Amabrush eingesammelt, verschleppt die Lieferung aber von Monat zu Monat. Der Münchner Merkur hat bereits im August 2017 über die Zahnbürste berichtet, die mittlerweile als billige China-Kopie bei Ebay und Amazon angeboten wird. Und das ist nicht die einzige fragwürdige Raab-Neuheit: Eine Cocktail-Mischmaschine wie aus der Freitagssendung gibt es in den USA schon seit 2016. Den Bierkühler vom Samstag verkaufen China-Websites seit 2015. Und Hut-Verkleidungen für den Fahrradhelm, wie aus der Sendung, gibt es längst auf www.radhelm.at. 

Offenbar hat die Produktion nicht genug brauchbare Ideen gefunden. Wer die Show gewinnt, scheint ohnehin egal: Ein Honiglöffel, der bei Jury und Publikum durchfiel, ist jetzt trotzdem bei Rewe im Angebot. Die neue Stefan-Raab-Show ist leider „Das Unding des Jahres“. 

Jörg Heinrich

*nordbuzz.de* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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