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Eine BR-Broschüre zu geschlechtergerechter Sprache sorgt derzeit für Wirbel.

Geschlechtergerechte Sprache beim BR

Kommentar: Wo ist hier bitte die "Entmannung"?

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München - Der BR will geschlechtergerechter werden. Besonders die Forderung, von "Einsatzkräften der Feuerwehr" statt von "Feuerwehrmännern" zu sprechen, sorgt für Aufregung. Und Häme - findet unsere Autorin.

Huuuuuiiiibbuuuuuuhhhuhuhuhu - ein Schreckensgespenst geht um: Die so-äußerst-und-über-alle-Maße-erschreckende "Entmannung" beim BR! Neue Sprachregeln legt eine Broschüre den Redakteuren des Hauses nahe. Die Vorschläge sollen die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders für geschlechtergerechte Sprache sensibler machen.

Klar, manche Vorschläge des Info-Blattes sind schwer umsetzbar: Kaum ein Journalist wird den "Zuhörer" oder "Zuschauer" nun plötzlich als "Auditorium" bezeichnen. Und statt "Teilnehmergebühr" nur noch "Teilnahmegebühr" zu sagen, wird den Lauf der Welt nicht grundlegend verändern. Geschenkt!

Doch der BR als gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Sender hat es zur Aufgabe, ALLEN Teilen der Gesellschaft gerecht zu werden. Und dabei auch mal gegen den Mainstream zu schwimmen. Woher kommt also die Häme gegen das Anliegen an sich?

Viele Feuerwehrler schreiben selbst von "Einsatzkräften"

Große Aufregung herrscht besonders bei einem Vorschlag der Broschüre: Statt von "Feuerwehrmännern" sollen die Journalisten des Hauses lieber von "Einsatzkräften der Feuerwehr" sprechen. Eigentlich nur logisch, denn es arbeiten bekanntlich Männer - und eben auch Frauen - bei der Feuerwehr. Eine "Entmannung"? Die wäre wohl eher vorhanden, wenn grundsätzlich nur noch von "Feuerwehrfrauen" die Rede wäre.

Erstaunlich ist die Entrüstung auch, da die meisten Feuerwehrler in ihren eigenen Pressemitteilungen von "Einsatzkräften" und nicht von "Feuerwehrmännern" sprechen. Sie schätzen den Einsatz ihrer Kolleginnen und wissen, dass sich auch Frauen bei ihnen engagieren. Warum also die explizit männliche Form wählen, die Frauen ausschließt?

Männlein und Weiblein im Kampf gegeneinander? Diese Vorstellung ist sowas von anno dazumal! Auch in den meisten Redaktionen ist es seit Jahren vollkommen normal, über die "Einsatzkräfte" bei der Feuerwehr zu schreiben. 

Kompliziert ist diese Formulierung eigentlich nicht. Die Sprache macht sie auch nicht kaputt. Und die überliefert bekanntlich mehr als reine Worte - sondern auch Bedeutungen, Meinungen und Weltanschauungen.

Sind die Vorschläge der Broschüre also wirklich ein "Feldzug gegen männliche Endungen"? Und eine "Ausmerzung" des störenden "Mannsbildes", wie es der streitbare Journalist Alexander Kissler beschreibt? Oder sind die Reaktionen auf das Info-Blatt eher viel Wirbel um nichts?

Häme bringt die Diskussion sicher nicht weiter. Und auf die eigene Wortwahl ein wenig zu achten, kann wohl jedem Einzelnen zugetraut werden. Denn: Durch und durch lächerlich ist die Broschüre des BR nicht. Eine wirkliche Gleichberechtigung in allen Bereichen ist im wahren Leben immer noch ein Wunschtraum.

Feuerwehrmänner und durchaus auch -frauen riskieren bei ihren Einsätzen viel. Sie gehen in brennende Häuser und retten im Ernstfall sogar Menschenleben. Wenn Vorschläge, Sprache zu verändern, eine "Entmannung" der männlichen Einsatzkräfte darstellen - dann haben wir ganz andere Probleme.

Ramona Weise

 

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