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Dr. Oetker kam beim ARD-Test dran.

Auch Backmischungen und Puddings im Check

Dr. Oetker: Pizza-Test bei ARD bringt überraschendes Ergebnis

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München - Ob Fertigpizza, Pudding oder Müsli: Die Deutschen schwören auf Produkte von Dr. Oetker. Die ARD hat die beliebte Traditionsmarke unter die Lupe genommen und dabei Erstaunliches herausgefunden.

Seit 125 Jahren sind die Produkte von Oetker Verkaufsschlager, sie finden sich in so ziemlich jedem Supermarkt. Mit Backpulver in Tüten fing damals alles an, mittlerweile gibt es alles von Pudding-Sorten, die nur noch zusammengerührt werden müssen über Tiefkühl-Pizzen, die angeblich schmecken "wie beim Italiener", bis zu frühstücksfertigem Müsli. 

Jetzt hat sich der ARD-Markencheck nach diversen Discountern, Billig-Jeans, Nivea, Apple, Burger-Bratern, Deichmann und Tchibo also das Unternehmen aus Bielefeld vorgeknöpft - und festgestellt, dass auch hier genaues Hinsehen lohnt.

Blindes Vertrauen

Wie blind die Deutschen der Erfolgsmarke vertrauen, zeigt der Test, mit dem die ARD am Montagabend ihren Check eröffnet: In zwei Schüsseln befinden sich einmal ein Pudding von Oetker und einmal einer von Aldi-Süd. 70 von 102 befragte Passanten bevorzugen beim Geschmackstest den Pudding mit dem rot-weißen Logo, auf dem übrigens die Silhouette der Tochter des Dr.-Oetker-Grafikers zu sehen ist. Was die Tester nicht wussten: Der ARD-Check führte sie hinters Licht, denn in Wirklichkeit befand sich in beiden Schüsseln Pudding von Aldi Süd!

Mehr Qualität für mehr Geld? Aldi gewinnt den Schinken-Wettbewerb gegen Dr. Oetker

Bei so viel Vertrauen wundert es nicht, dass Kunden auch nicht ganz so genau auf den im Vergleich zur Konkurrenz meist höheren Preis schauen. Dafür bekommt man ja schließlich auch mehr Qualität - denken sie zumindest. Doch können die unbestechlichen Laborwerte die subjektive Wahrnehmung bestätigen? Der ARD-Check legte Tiefkühlpizzen der Oetker-Marken "Ristorante" und "Ofenfrische" neben eine "Backfrische" von Wagner sowie einer "Pizzafrischen" von Aldi Nord unter das Mikroskop. Das Ergebnis der Stichproben: Alle getesteten Hersteller verwendeten echten anstatt Analog-Käse und Salami von "Premium"-Qualität. Beim Schinken jedoch gewann Aldi Nord das Rennen knapp vor Oetker. Die Fleischqualität rechtfertigt den Preis-Zuschlag also nicht.

Geschmackstest mit ernüchterndem Ergebnis

Macht's denn dann wenigstens der Geschmack bei der Tiefkühlpizza aus? 40 Test-Esser lassen sich erst einmal die "Ofenfrische Speciale" schmecken und vergleichen sie mit Wagners "Backfrische" und Aldi Nords "Pizzafrischer". Anschließend muss sich Oetkers Kassenschlager, die "Ristorante Salami", gegen Wagners Steinofen-Pizza "Salami" und die Pizzeria "Salami" von Aldi Nord beweisen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Beide Male bilden die Oetker-Pizzen das Schlusslicht. Auch beim zweigängigen Nachtisch kann Oetker nur eine Runde für sich entscheiden - und auch das nur um Haaresbreite. Der Frage nach Zusatzstoffen in den Pizzen geht der Markencheck übrigens genauso wenig nach wie der, warum die Zutaten für den Belag aus bis zu fünf verschiedenen Ländern kommt.

Gelinggarantie stimmt, aber...

Ein weiteres Werbe-Versprechen von Oetker ist die Gelinggarantie beim Kuchen. Das geht ohne Zusatzstoffe nicht, erklärt der Experte, doch eine genaue Aufschlüsselung wird dem Zuschauer vorenthalten. Der ARD-Check lässt stattdessen zwei junge Männer gegen ihre eigenen Mütter antreten. Während die Herren der Schöpfung auf Backmischungen von Oetker zurückgriffen, um einen Schokokuchen und eine Donauwelle herzustellen, griffen die Profi-Hausfrauen auf die zusatzstoffreie Oldschool-Methode zurück. Am Schluss waren den beiden Grünschnäbeln am Ofen ihre Kreationen tatsächlich gelungen - doch sie hatten im Vergleich zu ihren Müttern weder Zeit noch Geld gespart.

Die Sache mit den Mogelpackungen

In der Lebensmittel-Industrie wird der Verbraucher gerne mal mit Packungen hinters Licht geführt, die mehr Schein als Sein vorgaukeln. Während der Pizza-Belag von Oetker keinen Anlass zur Kritik gibt, fällt auf, dass im Supermarkt-Regal die Tüten für Produkte wie Grießbrei, Milchreis oder das "Vitalis"-Müsli gleich groß sind und gleich viel kosten - bei der Menge unterscheiden sie sich jedoch teilweise deutlich. So schwankt das Gewicht des Inhalts zwischen 425 und 600 Gramm. Unangenehm fällt zudem auf, dass die Verpackungen, die von außen alle die gleiche Größe haben, innen unterschiedlich tief sind. Oetker hat dafür eine scheinbar einleuchtende Erklärung parat: Unterschiedliche Produkte bräuchten unterschiedlich viel Platz.  

Die letzte Entdeckung: Die "Vitalis"-Variante mit weniger Zucker enthält 300 Prozent mehr Fett als die normale - das lässt sich allerdings auch der Angaben auf der Schachtel entnehmen. Einen Mogel-Versuch wollen die ARD-Tester dem Konzern in beiden Fällen nicht unterstellen, "erstaunlich" finden sie das Verpackungssystem dennoch. 

Gemischtes Fazit

Das Fazit des ARD-Markechecks zu Oetker fällt daher gemischt aus. Der Verbraucher ist gut beraten, sein blindes Vertrauen selbstkritisch zu hinterfragen und ruhig auch mal genauer hinzuschauen. 

hn

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