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Dreharbeiten zum ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter".

ZDF dreht Dreiteiler über die Jugend im Krieg

Wiesenttal - Der Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter“ über die Kriegsjugend wird einer der teuersten Filme, die das ZDF jemals gedreht hat.

Das Generationenporträt über fünf Freunde während des Zweiten Weltkriegs soll knapp 14 Millionen Euro kosten, berichtete Produzent Benjamin Benedict am Freitag in Wiesenttal (Landkreis Forchheim). In dem romantischen Flusstal an der Museumsbahnlinie Ebermannstadt-Behringersmühle wird seit Freitag der Überfall polnischer Partisanen auf einen deutschen Zug gedreht, der neben Waffen auch KZ-Insassen in ein anderes Lager transportiert.

Autor Stefan Kolditz unternimmt in dem 270 Minuten langen Film den Versuch, quasi noch einmal mit seinem Vater zu sprechen, der schon seit 30 Jahren tot ist. Der Mann - Jahrgang 1922 - wurde wie Millionen anderer Männer auch von der Schulbank weg in den Krieg geworfen. Der Autor beleuchtet er die unterschiedlichen Schicksale von drei jungen Männern und zwei Frauen in den Kriegsjahren zwischen 1941 und 1945. Sie waren wie Millionen anderer Deutscher mehr oder weniger unpolitisch, mit Ausnahme des Juden Viktor aber auch Rückgrat des Systems, erläuterte der Schriftsteller und Bühnenautor.

Diese Generation habe Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut und geprägt, aber aus der Sicht des Autors viel zu lange geschwiegen, sei es “aus Schuldgefühlen, Verdrängung oder Scham - oder weil sie nicht sicher war, dass man ihr wirklich zuhören wollte“. Kolditz (Jahrgang 1956) sieht in “Unsere Mütter, unsere Väter“ die letzte Möglichkeit für ein aufrichtiges Gespräch mit den Generationen der Eltern und Großeltern.

Nach sechs Jahren Vorarbeitet haben die Dreharbeiten für den Dreiteiler laut Benedict bereits im März in Litauen begonnen. Sie sollen am 5. August in Köln enden. Regisseur Philipp Kadelbach will die Geschichte der fünf sehr unterschiedlichen Charaktere spannend und plausibel erzählen. Die Hauptrollen spielen Volker Bruch, Tom Schilling, Katharina Schüttler, Miriam Stein und Ludwig Trepte. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Im Mittelpunkt der aufwendigen Kampfszene in der Fränkischen Schweiz steht der Jude Viktor (Ludwig Trepte). Er wird verhaftet und in ein Arbeitslager deportiert. Dort gelingt ihm aber die Flucht. Dann schließt er sich einer Widerstandsgruppe an, die einen Zug überfällt, um an Waffen und Munition zu kommen. Die Vorkriegsdampflok und die sechs Waggons wurden nach Angaben von Szenenbildner Thomas Stammer vom Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz und der Bayerischen Museumsbahn in Nördlingen zur Verfügung gestellt.

dpa

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