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Die „Stars“ bei einer Dschungelprüfung.

Noch einmal, mit Gefühl

Kommentar: Ist das Dschungelcamp zu perfektes Trash-TV?

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München - Das Dschungelcamp 2017 hielt auch dieses Jahr wieder, was sie versprach - doch das allein reicht langsam nicht mehr aus. Ein Kommentar von Patricia Kämpf.

Alle Jahre wieder gehen ein paar „Promis“ in den Regenwald: Das Dschungelcamp gehört für viele zum festen Trash-TV-Ritual, das in keinem Januar fehlen darf. Deswegen ist es auch immer wieder überraschend, dass RTL immer noch irgendwo so genannte Prominente hervorkramt, die tatsächlich noch nicht im Regenwald dabei waren. Bei Gina-Lisa hätte man eigentlich schwören können, dass sie schon mal im Dschungelcamp war. Bei Kader Loth sowieso.

Am Freitag, 13. Januar (sogar der Tag schien symbolisch zu sein), ging das Dschungelcamp 2017 schließlich los und startete gleich rasant: Kader Loth verkündete im Helikopter, dass sie einen „Höhenflug hat“ und Florian Wess ließ Honey bei der allerersten Begegnung gleich mal wissen, dass er absolut überhaupt nichts von ihm hält. In den ersten paar Dschungel-Tagen erzählte gefühlt jeder Camper von einer schlimmen Drogenvergangenheit. Und das Snake-Rock-Team bekam mehrere Tage lang nix zu essen, weil die Camper in der Prüfung keine Sterne holten. Das Base-Camp-Team hatte immer volle Teller. Perfekt. Konflikte. Beichten. So muss es sein, das Dschungelcamp.

Dschungelcamp 2017: Zu perfektes Trash-TV

Der Regenwaldzirkus machte also auch 2017 wieder das, was er am besten kann: unterhalten. Passend zu den gescheiterten Existenzen rund ums Lagerfeuer waren Sonja Zietlows und Daniel Hartwichs Kommentare bissig wie eh und eh - und es machte Spaß, dabei zuzuhören. Das Dschungelcamp war wieder perfektes Trash-TV - zu perfekt.

Was als erfrischende neue Fernsehunterhaltung vor ein paar Jahren begonnen hatte, verlor sich dieses Jahr in den immer gleichen Plattitüden, die „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ einst berühmt gemacht haben: Gefühlt seit der ersten Sendung 2004 ist jede einzelne Episode gleich aufgebaut - erst ein bisschen Blabla, dann die Dschungelprüfung, dann wieder ein bisschen Blabla, dazwischen dürfen die „Stars“ für sich werben, dann noch ein bisschen Blabla, dann die Entscheidung, wer das Camp verlassen muss. Die Jingles und Einspielfilmchen sahen auch noch nie anders aus.

Man hat das Gefühl, jede Dschungelprüfung schon ungefähr fünf Mal gesehen zu haben - und das, obwohl RTL dieses Mal sogar zugab, den Ekelfaktor erhöht zu haben. Selbst Honey im Känguru-Outfit war da keine große Überraschung mehr. Dass der nach der Prüfung noch ein paar Mal um sich selbst hüpfte, beschreibt auch nur, warum Grinsekatze Honey überhaupt dabei war: Er kreist stets um sich allein und weiß, wie er sich perfekt inszeniert. Und der Sender aus Köln zeigt genau das. Neu ist das nicht. 

Dschungelcamp 2017: Alles zu vorhersehbar?

Umso erfrischender war deswegen Kader Loth, die sich ihren ganz eigenen Kader im Pritschenlager aufgebaut hat und der es offensichtlich völlig wurscht war, was die anderen Kandidaten und die Zuschauer von ihr dachten. Legendär sind schon jetzt ihre Sätze „Was. Warum. Wer soll das lesen?“ (zu Marc Terenzi, als dieser ihr sagte, dass er ein Buch schreiben will) und „Jens. Wer ist Jens?“ (als sie nach fast zwei Wochen im Dschungeltelefon auf Jens Büchner angesprochen wurde). Zum Glück verzichtete Nastassja Kinski auf ihren Auftenhalt und Kader Loth rückte als Ersatzkandidaten nach.

Am Ende schaffte es wieder der große Sympathieträger der Staffel auf den Dschungelthron: Marc Terenzi. Er überzeugte mit seiner authentischen Art und seinem grandios-goldigen Denglisch: „Dies are the Regels. We must them halten.“ Auch vergangenes Jahr nahm einer der sympathischsten Kandidaten ever ever ever auf dem Dschungelthron Platz: Menderes Bagci. Vielleicht ist die Show ein bisschen zu vorhersehbar geworden?

Vielleicht ist dem Dschungelcamp aber auch das Gefühl abhanden gekommen, irgendwie wirkte alles zu perfekt inszeniert - die Prüfungen, die Charaktere, die Sprüche. Nach über einem Jahrzehnt wissen die Kandidaten, was auf sie zukommt. Und die Zuschauer auch. Wo bleibt das Neue, das Aufregende? Noch einmal mit Gefühl, bitte. Der Sendung würde es gut tun, wenn sie auch mal eine Frischzellenkur bekommen würde, so wie sie sich Sonja Zietlow Jahr für Jahr gönnt (und über die sie nie müde wird, selbst Witzchen zu reißen, damit ihre Kritiker nichts mehr haben, worüber sie sich aufregen können). Ansonsten könnte sich das Format in ein paar Jahren selbst aufgegessen haben - vielleicht auch in einer Dschungelprüfung?

pak

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