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Mateo (oben rechts) mit Dieter Bohlen und Bill (unten links) und Tom Kaulitz

Neben Bohlen und Tokio-Hotel-Duo

DSDS: Wer ist eigentlich dieser vierte Juror?

Köln - Neben Dieter Bohlen sitzen Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel in der "DSDS"-Jury - aber wer ist der vierte Mann? Das Interview.

Seit rund einem Jahrzehnt gibt es die Berliner Multi-Kulti-Combo Culcha Candela, zu ihren bekanntesten Hits zählt der Song „Hamma!“. Mit „Flätrate“ erschien Ende 2011 das fünfte Studio-Album.

Ab Samstag (5. Januar, 20.15 Uhr) ist Band-Mitglied Mateo, auch bekannt als Itchy, als neuer Juror - neben Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel sowie Dieter Bohlen - bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ auf dem Bildschirm zu sehen.

dapd-Korrespondentin Nathalie Waehlisch sprach mit dem 34-jährigen Sänger über sein Fernseh-Engagement.

Ziehen mit Ihnen als Juror bei „DSDS“ auch HipHopper in die Sendung ein?

Mateo: Das wäre vielleicht ganz lustig gewesen. Aber bei den Castings sind ganz viele Jungs und Mädels mit der Gitarre in der Hand angekommen. Singer/Songwriter, das ist bei den jungen Leuten gerade angesagt. Das fand ich erfrischend.

Wie viele gute Leute waren dabei?

Mateo: Das Geile ist, dass wirklich Leute dabei waren, bei denen wir vom ersten Ton an alle Gänsehaut hatten. Aber leider überschätzt sich ein Großteil der tausenden von Kandidaten, die wir bei den Castings gesehen haben, maßlos. Die muss man noch nicht mal vorführen, wobei das sowieso nicht mein Ding ist - das machen die schon selber...

Aber werden nicht gerade talentfreie Kandidaten absichtlich in die Show geholt?

Mateo: Machen wir uns nichts vor. Natürlich ist es auch lustig, die zu sehen. Jeder Mensch hat Schadenfreude in sich und dieses Daumen rauf, Daumen runter wie im alten Rom. Das ist das Prinzip von all' diesen Shows. Fernsehen ist Entertainment. Ich bin in diesem Sinne auch gerne Entertainer. In den Live-Shows haben wir aber einen anderen Anspruch, und deshalb haben solche Kandidaten meiner Meinung nach dort nichts zu suchen. Ich glaube, dass die Jury dieses Mal auch wirklich anders ist als sonst, weil ausschließlich Leute dabei sind, die selbst Musiker oder Produzenten sind. Die ersten Wochen hatte ich sogar Sorgen, dass wir zu streng sind. Wir haben uns den Ball zugespielt und viel Spaß gehabt.

Gibt es in der Jury eine Rollenverteilung?

Mateo: Da gibt es den älteren Wolf, der die Sendung seit zehn Jahren prägt und der von uns der erfolgreichste Typ in der Musikbranche ist, dem muss man auch Respekt zollen. Ich bin der ältere Bruder, der aus seinen Erfahrungen den jungen Leuten etwas mit auf den Weg gibt, und ich habe bestimmt von uns vier Juroren die meisten Live-Shows gespielt.

An „DSDS“ spalten sich ja die Geister. Gab es auch Leute, die gesagt haben, musst Du da unbedingt mitmachen?

Mateo: Ich habe in erster Linie riesigen Spaß zu unterhalten. Es war schon immer mein Wunsch, abseits von meiner Rolle als Musiker auch mal im Fernsehen stattzufinden. Ich bin in den vergangenen drei Jahren auch von anderen Formaten gefragt worden, ob ich Interesse hätte, in der Jury zu sitzen. Aber das hat nie geklappt, weil wir gerade auf Tour waren oder ein Album gemacht haben. Dieses Jahr machen wir Pause, und da hat sich das wunderbar gefügt: Wenn mich die Mutti aller Musik-Unterhaltungsshows fragt, mache ich gerne mit. Und allen Leuten kann man es ja sowieso nie recht machen. Ich glaube, Castingshows zu verteufeln, ist ein ziemlich deutsches Problem. In den angelsächsischen Ländern ist das anerkannter. Man muss sich mal vorstellen, was für weltweite Stars es gibt, die eigentlich Castingprodukte sind, wie Robbie Williams oder Justin Timberlake... Ich bin dankbar für jede Art von Musikshow, die im deutschen Fernsehen läuft. Denn das ist eine großartige Plattform für uns Musiker.

Wollen Sie bei mehr als einer Staffel dabei sein, oder brauchen Sie immer was Neues?

Mateo: Ich brauche schon immer was Neues, suche die Herausforderungen, auch beim Musikmachen, bin eigentlich nie richtig zufrieden. Jetzt mache ich erst mal meine Babyschrittchen auf dem Fernsehmarkt. Ich will einen guten Job machen, und wenn die Leute das gut finden, würde ich nicht Nein sagen. Sagen wir mal so: Ich würde schon gerne auch weiterhin im Fernsehen irgendwas machen.

Irgendwas? Würden Sie alles machen?

Mateo: Nee, nee, das war jetzt keine Initiativbewerbung fürs Dschungelcamp oder für „Bauer sucht Frau“. Aber in die Richtung Moderation, Entertainmentshow, eigene Formate - da würde ich schon gerne dranbleiben. Aber warten wir es mal ab.

Warum haben sich die Mitglieder von Culcha Candela für die Pause entschieden?

Mateo: Da spielen viele Sachen eine Rolle, wie mal kurz Abstand gewinnen, um dann noch mehr Spaß dran zu haben. Und auch ein bisschen die Leute verschonen. Wir hatten zum Glück in letzter Zeit viel Erfolg, haben viele tolle Touren gespielt, waren damit aber auch überpräsent. Ich werde die Zeit aber produktiv nutzen, um zum Beispiel an meinem eigenen Album zu arbeiten.

dapd

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