Dunkle Vergangenheit

- Zwei Jahre nach Kriegsende frieren und hungern die Einwohner des fiktiven Städtchens Frauenburg im Südwesten Deutschlands. Doch ein Großereignis versetzt die Bürger in Aufregung - die bevorstehende Hochzeit einer der drei Töchter des Bürgermeisters, Freya Sonnenberg (Karoline Eichhorn), mit dem amerikanischen Standortkommandanten Montgomery Bellmont (Christopher Buchholz).

Doch dann droht die Feier zu platzen. "Drei Schwestern", heißt der neueste Film von Regisseur Oliver Storz, zu sehen morgen abend bei Arte. Wann die Produktion im Ersten ausgestrahlt wird, ist noch ungewiss, denn für 2006 ist der Film nicht eingeplant, heißt es beim produzierenden NDR.

Storz machte zuletzt mit dem Film "Im Schatten der Macht" über Willy Brandt von sich reden. Und einer der Hauptakteure, Matthias Brandt, der damals den Spion Günter Guillaume darstellte, spielt auch dieses Mal wieder eine Schlüsselrolle.

Für Freya bedeutet die Heirat den Aufbruch aus den entbehrungsreichen Nachkriegsverhältnissen in ein Leben des Wohlstands und der Freiheit in den USA. Nora (Barbara Rudnik), die älteste der Schwestern, hat ihre eigenen Erwartungen, die in der Vergangenheit wurzeln. Der geliebte Vater, einst Bürgermeister des Städtchens, war von den Nazis aus dem Amt gedrängt worden und aus Gram darüber gestorben. Für Nora bedeutet die Ehe der Schwester mit dem allmächtigen Standortkommandanten späte Genugtuung. Die jüngste der Schwestern, Gudrun (Mavie Hörbiger), lebt hingegen hemmungslos ihre Sexualität aus.

Dann naht aber das Verhängnis - in der Person eines Erpressers, gespielt von Matthias Brandt, der am Vorabend der Hochzeit mit der Preisgabe von angeblich kompromittierenden Details aus Freyas Dienstzeit als Wehrmachtshelferin droht.

Oliver Storz schrieb auch das Drehbuch zu diesem Film. Im Jahr 1929 geboren, wuchs er in einer süddeutschen Kleinstadt auf und erlebte dort selbst das Ende des Zweiten Weltkrieges als 16-jähriger "Volkssturmgrenadier". Seit 1976 arbeitet er als freier Autor und Regisseur. In "Drei Schwestern" beschäftigt sich der Filmemacher erneut mit den Deformationen der "kleinen Leute" in der Provinz durch die nationalsozialistische Ideologie und mit der Konfrontation von Tätern und Opfern nach dem Ende des "Dritten Reichs". Bereits in "Drei Tage im April" (1994) und in "Gegen Ende der Nacht" (1998) war es um diese Themen gegangen.

Arte, morgen (20.01.2006), um 20.45 Uhr.

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