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Zwei der fünf für den „Kritikerpreis national“ nominierten Acts: Drangsal (l.) und Beginner.

TV-Ausstrahlung am 7. April

Echo 2017: Preisverleihung heute in Berlin - Unser Mann in mehreren Jurys

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Berlin - Vieles ist neu beim Echo 2017. Dass es scharfe Kritik gibt, wiederholt sich hingegen. Armin Linder aus unserer Onlineredaktion ist heute dabei.

Der Echo sollte fürs Jahr 2017 ein bisschen neu erfunden werden - das war zumindest der Plan. Zu mancher Änderung wurden die Organisatoren gezwungen. Denn: Die ARD, auf der die Verleihung jahrelang lief, hat von einer weiteren Partnerschaft Abstand genommen, sodass der Echo künftig beim vergleichsweise kleineren Privatsender VOX über die Mattscheibe flimmert.

Und auch die Kritik, die auf die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie e. V., als Organisator eingeprasselt ist, dürfte Anlass für Anpassungen gewesen sein. Zu aufgebläht, lautete ein Kritikpunkt. Dass für viele der Preiskategorien nur die Verkaufszahlen gelten, ein weiterer. Und mangelnde Transparenz ein weiterer. Auch die Politisierung sorgte für viele Debatten: Die umstrittene Band Frei.Wild gewann im Vorjahr einen Preis und nutzte die Danksagung für eine Profilierung. Der Sänger Bosse wiederum beschloss seinen Auftritt mit zwei Stinkefingern und den Worten „Und die hier gehn raus an jedes Nazischwein“.

Umstrittene Bands sind auch dieses Jahr nominiert: Böhse Onkelz haben durch die Kategorien „Album des Jahres“ und „Rock national“ gleich die Chance auf zwei Trophäen, Frei.Wild sind ebenfalls in einer Kategorie nominiert.

Beim Echo 2017 gibt es heute nur 22 Kategorien, neun weniger als bisher. Dabei urteilt in einigen jetzt eine Fachjury, die aus Experten und ehemaligen Preisträgern besteht. Ihr Urteil zählt zu 50 Prozent, die andere Hälfte wird wie bisher an den Verkaufszahlen der Werke gemessen. Das solle die Verleihung weniger vorhersehbar machen, hieß es.

Eher zum Negativen geändert hat sich hingegen die Ausstrahlung: Die 26. Echo-Verleihung wird erst am 7.4., einen Tag nach der Veranstaltung am 6.4., auf VOX ausgestrahlt. Gut möglich, dass man so den Risiken einer Live-Ausstrahlung, wie sie bisher der Fall war, aus dem Weg gehen mag. Wenn es zu unschönen Aktionen gleich jedweder Art kommen sollte, ist also nicht ausgeschlossen, dass diese dem TV-Zuschauer verborgen bleiben.

Heute Echo 2017: Darum sitzt unser Mitarbeiter Armin Linder in den Jurys

Armin Linder ist als Juror beim Echo dabei.

Die versetzte TV-Ausstrahlung ist einer der Gründe, warum ich mich entschieden habe, mir die Echo-Verleihung vor Ort anzusehen. Ich bin Chef vom Dienst beitz.de und m erkur.de und betreibe in meiner Freizeit seit gut 17 Jahren das Portal www.plattentests.de. Deswegen wurde ich bereits 2015 und 2016 eingeladen, Teil der Kritikerpreis-Jury zu sein. In diese wurde ich fürs Jahr 2017 einmal mehr berufen - und noch zusätzlich in rund der Hälfte der neuen Fachjurys für die verschiedenen Kategorien.

Einige Journalisten-Kollegen haben sich entschieden, die Jury-Berufung nicht wahrzunehmen und den Echo zu boykottieren. Sowohl zwei Mitarbeiter der Zeitschrift Musikexpress als auch einer des Visions-Magazins haben ihren Boykott öffentlich bekanntgegeben und begründet. Die Argumente sind zahlreich - etwa die horrenden Ticketpreise, die von den hinzugekommenen Juroren der neuen Fachjurys verlangt werden (ich selbst wurde eingeladen). Ebenso, dass in den Fachjurys auch Stars sitzen, die teils für sich selbst stimmen können. Auch das System und die Nominierten werden stark kritisiert.

Die Berliner Musikjournalistengröße Jens Balzer (Berliner Zeitung, Radio Eins) geht hingegen einen anderen Weg. Balzer wird einmal mehr als Juror und Zuschauer teilnehmen. Er sparte in seiner Kolumne nicht mit Kritik, die auf radioeins.de veröffentlicht wurde und inzwischen nur noch als Wortbeitrag im Netz verfügbar ist. „Man muss als Musikjournalist immer dahin gehen, wo es weh tut, da unterscheidet sich der Echo nicht von einem Konzert von Andreas Bourani. Ich war nach den Zusagen der Echo-Veranstalter, dass in diesem Jahr alles anders werde, der Meinung, dass sie noch einmal eine Chance verdienen und dass man als Juror da mitmachen sollte. Im Moment sieht es aber danach aus, als ob das vielleicht ein Irrtum gewesen ist.“ 

Seinem Vorgehen möchte ich mich anschließen. Wenn die Chance besteht, dem Echo mit meiner Juroren-Tätigkeit zum Besseren zu verhelfen und die verdienten Sieger zu küren, dann nehme ich diese wahr. Und werde mir vor Ort anschauen, ob diese Entscheidung ein Fehler war.

Heute Echo 2017: Nominierte für den Kritikerpreis national sind bekannt

Mittlerweile habe ich abgestimmt. Sowohl in den Fachjurys, in denen ich zum ersten Mal sitze, als auch zum dritten Mal für den Kritikerpreis national.

Die fünf Nominierten für diese Kategorie, aus denen wir Juroren den Sieger wählen, stehen inzwischen fest: Zweimal ist mit „Anarchie und Alltag“ von Antilopen Gang sowie „Advanced Chemistry“ von Beginner das HipHop-Genre vertreten. Ebenfalls nominiert sind die Synth-Pop-Newcomer Drangsal für „Harieschaim“ sowie Roosevelt fürs Album „Roosevelt“. Die Fünften im Bunde: Die Berliner Electro-Pop-Truppe Moderat mit dem Album „III“.

Wie sind diese Nominierungen entstanden? Ursprünglich gab es eine Liste, die vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) vorgegeben wurde. Zu dieser konnte jeder Juror noch ein Album als Wildcard einreichen. Über die gesammelten Vorschläge hat die Jury dann abgestimmt. Die fünf Bands mit den meisten Stimmen haben es geschafft.

Heute Echo 2017: Die weiteren Nominierten

Die Kritikerpreis-Nominierten stehen seit 30. März fest - einige andere schon länger: Das sächsische House-Schlager-Duo Stereoact und die französische Sängerin Imany (37) sind dreimal nominiert, unter anderem bei „Hit des Jahres“. Zweimal nominiert sind unter anderem Udo Lindenberg, Metallica, Böhse Onkelz und Die Lochis. Die HipHopper Beginner haben sogar die Chance auf vier Echos. Helene Fischer, Dauersiegerin der letzten Jahre, ist diesmal nicht dabei.

Die vollständige Liste der Nominierten wird hier auf echopop.de als PDF bereitgestellt.

Heute Echo 2017: Infos zur Übertragung und den Live-Acts

Die Show wird wie erwähnt am Donnerstag, 6. April, aufgezeichnet und dann am Freitag, 7. April, ausgestrahlt.

Die langjährige Moderatorin Barbara Schöneberger wurde abgelöst: Xavier Naidoo und Sasha, die beide schon mehrfach den Echo gewonnen haben, werden durch den Abend führen.

Sascha (l.) und Xavier Naidoo führen durch den Abend.

Das Live-Programm ist namhaft - VOX kündigte zwei Weltpremieren an: Die Toten Hosen werden erstmals ihre neue Single „Unter den Wolken“ präsentieren. Exklusiv werde auch der Auftritt von Gossip-Frontfrau Beth Ditto sein, die im TV ihre Solo-Single vorstellt. 

Zudem wird Udo Lindenberg gemeinsam mit Wolfgang Niedecken, Johannes Oerding, Henning Wehland und Daniel Wirtz seinen Song „Einer muss den Job ja machen“ präsentieren. Auch Tim Bendzko, Max Giesinger und Wincent Weiss werden zusammen auf der Bühne stehen. 

Die Band Linkin Park präsentiert gemeinsam mit Sängerin Kiiara ihre neue Single „Heavy“, der Soul-Sänger Rag‘n‘Bone Man wird seinen Nummer-1-Hit „Human“ zum Besten geben. Außerdem auf der Bühne: das HipHop-Trio Beginner gemeinsam mit Gentleman und Gzuz sowie die Kombination aus Adel Tawil, KC Rebell und Summer Cem.

Armin Linder mit Material von dpa

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