Eine besondere Mixtur

- Der Trend bei Jugendlichen, Musik aus deutscher Produktion wieder richtig gut zu finden, verhalf in den vergangenen Jahren auch den "Sportfreunden Stiller" aus München zum Erfolg. Von der Popularität der "Sportfreunde" will deren Frontmann Peter Brugger alias Beau Frost profitieren, wenn er heute zusammen mit seinem Bruder Oliver, genannt Olli Parton, beim zweiten "Bundesvision Song Contest" antritt. Als Duo "Tiptop" vertreten die beiden bei dem Wettbewerb im hessischen Wetzlar den Freistaat Bayern.

Wie ist "Tiptop" entstanden?

Frost: Die Idee, mal zusammen eine Platte zu machen, hatten wir schon vor vier Jahren. Olli schreibt ja schon seit unzähligen Jahren seine eigenen Songs, und ich fand das immer sehr schön. Nach und nach ist dann dieses Projekt gewachsen, und jetzt gehen wir mit unserer Debütsingle "Tiptop" das erste Mal an die Öffentlichkeit.

Welche musikalischen Einflüsse stecken in "Tiptop"?

Frost: Ganz viele verschiedene. Unser Song "Tiptop" bricht aber auch ein bisschen aus dem aus, was das Album ansonsten darstellt. Aber was man schon erkennen kann, ist, dass bei uns auf jeden Fall elektronische Beats im Stil der NDW-Zeit ("Neue Deutsche Welle", Red.) eine Rolle spielen.

Inwiefern wird sich durch "Tiptop" die Musik der "Sportfreunde Stiller" verändern?

Frost: Ich glaube, nicht so sehr, denn wir haben ja immer schon gerne auch Experimente gemacht und auch schon Songs für die "Sportfreunde Stiller" elektronisch verfeinert. Natürlich verändert sich die Musik mit zunehmendem Erfahrungsschatz, aber wenn Rüde (Rüdiger Linhof, Red.), Flo (Florian Weber, Red.) und ich uns zusammentun, wird da immer eine besondere Mixtur herauskommen, die auch in Zukunft noch als "Sportfreunde Stiller"-Musik identifiziert werden kann.

Was bedeutet die Teilnahme am "Bundesvision Song Contest" für Dich?

Frost: Ich habe mir den Contest letztes Jahr schon angesehen und finde das Konzept ziemlich cool.

Könnte er vielleicht auch irgendwann den Eurovision Song Contest verdrängen?

Frost: Diesen europäischen Wettbewerb wird es wahrscheinlich immer geben, und der wird wohl auch nie seinen Trash-Charakter verlieren. Was ich allerdings immer besonders schlimm fand, war der deutsche Vorentscheid. Der war musikalisch oft schon hart an der Grenze. Stefan Raab möchte eine Plattform für junge Bands und Künstler bieten, und das finde ich schon sehr sinnvoll.

Inwiefern ist es durch den Boom der Castingshows schwieriger für junge Bands geworden, mit guter Musik erfolgreich zu werden?

Frost: Eine Band, die eine gewisse Qualität hat, sich ordentlich anstrengt und Spaß am Touren hat, wird sich auch durchsetzen und ihr Publikum finden. Der Spaß an der Musik sollte dabei im Vordergrund stehen und nicht der Wunsch nach Erfolg. Schwierig ist es natürlich in der Radiolandschaft, weil da oft nur Sachen gespielt werden, die den üblichen Mustern entsprechen, und da sollte sich auch was ändern. Radiosender sollten sich auch mal trauen, experimentelle Sachen zu senden.

Judith Holofernes von "Wir sind Helden" hat schon öfters in Interviews gesagt, dass ihr der ganze Rummel um ihre Person oft auch unheimlich ist, weil sie auf einmal mit Leuten zu tun hat, mit denen sie früher nie etwas zu tun haben wollte. Geht Dir das manchmal auch so?

Frost: Ja, da gibt es genügend Momente, in denen man sich fragt, was das alles gerade soll und warum da so viel Wirbel veranstaltet wird. Aber bei Judith ist das ja auch noch mal was anderes, weil sie halt 'ne Frau ist und deshalb auch noch mal anders wahrgenommen wird. Außerdem haben "Wir sind Helden" schon mit ihrer ersten Platte einen dermaßen großen Erfolg gehabt, dass sie innerhalb von zwei Jahren deutschlandweit bekannt geworden sind. So schnell ging das ja bei uns nicht, wir konnten zwischendurch auch immer mal wieder nachdenken und Luft holen.

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