"Eine fast gmahde Wiesn"

Mainz - Tabor Süden ist ein beliebter Hauptkommissar. In zehn Büchern hat der Münchner Autor Friedrich Ani seine Figur auf die Suche nach Vermissten geschickt - gut 160 000 Mal wurden diese verkauft. Jetzt kommt Kommissar Süden" ins Fernsehen, mit UlrichNoethen in der Titelrolle.

Gerade hat das Team die Dreharbeiten in München beendet und ist ins Friaul umgezogen. Hier werden nun die letzten Einstellungen von "Süden und das Geheimnis der Königin" gedreht. Danach wird das Material gesichtet, geschnitten und auf jene 90 Minuten gebracht, die dann im ZDF laufen sollen.

Dass "Kommissar Süden" überhaupt noch im Fernsehen ermitteln darf, ist "das Verdienst von Oliver Berben". Das sagt der Schriftsteller und "Süden"-Erfinder Friedrich Ani. Der Münchner hatte eigentlich längst kein Interesse mehr, diese Geschichten verfilmen zu lassen. Schließlich lagen die Rechte dafür ziemlich lange bei einer Produktionsfirma, die aber offensichtlich nichts mit dem Stoff anzufangen wusste. Für Produzent Berben, Sohn der Schauspielerin Iris Berben, ist das noch heute völlig unverständlich: "Das kann nicht sein, dass die Geschichte optioniert ist, aber nicht gemacht wird", hat er - mehr als einmal - zu Ani gesagt.

Berben wollte unbedingt aus den Büchern Fernsehen machen, musste aber warten. Ani dazu im Rückblick: "Er war so geduldig und sagte: ,Irgendwann wird es was". Als die Rechte frei wurden, sagte Berben nur einen Satz zum Autor: "Jetzt gibst es mir!"

Denn der Filmemacher ist begeistert von Tabor Süden, war bereits bei der Erstlektüre der Krimis "völlig baff": Er staune noch immer, "wie Ani seine Charaktere schildert, wie er Geschichten aus den Figuren entwickelt - "und als Münchner mag ich natürlich auch den starken Bezug zur Stadt". Dieser wird bei der Verfilmung in keinem Fall verloren gehen. Mehr noch: "München spielt eine Hauptrolle", verspricht Berben.

Allerdings wird der Zuschauer nicht unbedingt die bekannten Plätze sehen - nicht zuletzt, weil die Hauptperson in Giesing wohnt. Berben will zudem, dass sich die Schicksale der Figuren im Bild der Stadt widerspiegeln. Und Friedrich Ani betont: "Wir zeigen ein anderes München als das, was das Fremdenverkehrsamt vermittelt."

Im ersten Film, dessen Ausstrahlungstermin noch nicht feststeht, wird auch der Autor selbst kurz zu sehen sein - als Gast im Hintergrund einer Szene, in der Süden und sein Kollege Martin Heuer den ehemaligen Kellner Ewald "Wolfi" Sturm, den Jürgen Tonkel spielt, im "Fraunhofer" vernehmen. Die Statistenrolle sei ein Wunsch von Regisseur Martin Enlen gewesen, versichert Ani, der allerdings nicht das Drehbuch zum ersten Fernseh-Fall seiner Figur geschrieben hat. Das besorgte Claus Cornelius Fischer.

Bei der zweiten Produktion "Süden und der Luftgitarrist", die von Herbst an gedreht werden wird, stammt das Skript dann aus Anis Feder - "denn das ist einer meiner Lieblings-Süden". Außerdem wird in diesem Fall Dominik Graf Regie führen, mit dem der Münchner "schon immer mal zusammenarbeiten wollte". Allerdings weiß er auch, dass es an "Selbstgeißelung" grenzt, den eigenen Roman in ein Drehbuch umarbeiten und dafür kürzen zu müssen. Andererseits: Keiner kennt die Figuren so wie er.

Als Friedrich Ani an den "Süden"-Krimis schrieb, hat er keinen Gedanken an eine mögliche Verfilmung verschwendet: "Es wäre riskant gewesen, beim Schreiben die ganze Zeit an einen bestimmten Schauspieler zu denken." Die Besetzung mit Ulrich Noethen in der Titelrolle und Martin Feifel als Südens Kollege Martin Heuer nennt Ani schlicht "großartig". Dass der geübte "Süden"-Leser beide Rollen wahrscheinlich gerade umgekehrt vergeben hätte, sei "vertrackt und raffiniert". Für Oliver Berben war die Besetzung des Tabor Süden mit Noethen schon bald klar: "Den wollte ich unbedingt."

Bevor allerdings der erste "Süden"-Krimi ausgestrahlt wird, läuft im Fernsehen das Ergebnis einer anderen Zusammenarbeit von Berben und Ani. Für "A gmahde Wiesn", den "Tatort", der am 23. September im Ersten zu sehen sein wird und den Berben produziert hat, schrieb Friedrich Ani das Drehbuch. Seinen "Süden" weiß er daher bei Oliver Berben in guten Händen: "Es ist unmöglich, ihm mit seiner unvergleichlichen, energetischen Art nicht zu vertrauen. Und mit allem, was ich bisher von der Produktion gesehen habe, bin ich sehr zufrieden. Ich will noch nicht sagen, dass es schon a gmahde Wiesn ist. Aber sie ist fast gmahd."

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