Eine Show ohne Schnörkel

- Sie hat wieder ihren Talk, dieser soll aber - und darauf legt sie besonderen Wert - ganz ohne "Show" stattfinden. Er werde sich im "minimalistischen" Rahmen bewegen, mit höchsten zwei Gästen, die nicht einmal prominent sein müssen. Eine Nische hat Arabella Kiesbauer für ihre neue Karriere auch gefunden. Der private Nachrichtenkanal N 24 hat für die 36-Jährige von heute an immer dienstags um 23.30 Uhr ein Fensterchen in seinem Programm aufgemacht.

"Alles was Fragen aufwirft", benennt Arabella Kiesbauer die Spannbreite der Themen, die in ihrer neuen halbstündigen Sendung "Arabella Kiesbauer" angerissen werden sollen. Politik, Wirtschaft, Kultur - alles ist möglich. Aber kein Trash mehr, keine ausgefallenen Sexpraktiken, keine gegenseitigen öffentlichen Beschimpfungen von Gästen - und keine Auseinandersetzungen mehr mit den Landesmedienanstalten, mit denen auch Kiesbauer im Clinch lag, solange sie bei Pro Sieben als tägliche Talkerin aktiv war.

Denn inzwischen gibt sich die Österreicherin, die 2004 den Unternehmer Florens Eblinger heiratete, geläutert. Nach dem Ende ihres Pro Sieben-Talks vor anderthalb Jahren machte Kiesbauer, deren Mutter in Wien lebt und deren inzwischen gestorbener Vater aus Ghana stammte, in ihrer Heimat Karriere ("Star Mania") und tauchte in Deutschland zum Jahreswechsel unter anderem in der ARD-Show "Stars in der Manege" auf, um das hiesige Publikum auf ihre baldige Rückkehr aufmerksam zu machen.

An ihrer Seite steht nach wie vor ihr langjähriger Manager, der Münchner Christian Seidel. Schon in den neunziger Jahren war Seidel auch als ihr Produzent aktiv, zum Beispiel in der Pro Sieben-Show "Arabella Night", die allerdings nicht lange lief. Auch andere Versuche, sich neben der täglichen Talkshow ein zweites Standbein zu verschaffen, waren nicht von Dauer. Die Sendung "Arabella sucht . . . " wurde wegen mangelnder Zuschauerzahlen eingestellt. Ein weiterer Rückschlag erfolgte 2001. Kiesbauer und Holger Speckhahn traten in "Mars oder Venus?" als Duo auf. Die Sendung wurde nach acht von 13 Ausgaben aus dem Programm genommen.

Arabella Kiesbauer begann ihre Tätigkeit fürs Fernsehen im Jahr 1987 beim ORF. Sieben Jahre später startete ihre Karriere bei Pro Sieben. Fast mit einem Schlag wurde sie berühmt - und berüchtigt. Der Vorwurf, in den "Schmuddeltalks" der Privaten würden zu bizarren Themen besonders naive Gäste einem johlenden Publikum lediglich vorgeführt, entzündete sich vor allem an ihrer Show. Noch ganz andere Schattenseiten hatte ihre Popularität. Im Jahr 1995 nahm sie ein Briefbombenattentäter ins Visier - der Sprengsatz verletzte eine Sekretärin.

Bei N 24 stößt Kiesbauer, wie sie sagt, mit der Sendung "Arabella Kiesbauer" wieder zurück in den Schoß der Familie, denn der Nachrichtensender gehört zur Pro Sieben-SAT 1-Gruppe. Geschäftsführer Torsten Rossmann war früher auch für Pro Sieben aktiv. Er habe sich offen für Kiesbauers Vorschläge gezeigt: "Nach Jahren der schillernden Talkshows will ich seit längerem eine Sendung, deren Talk keine Schnörkel braucht", sagt Kiesbauer. "Ich glaube, das entspricht mehr dem Trend der Zeit."

N 24, ab heute jeweils dienstags, um 23.30 Uhr.

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