Eine Verliererin wittert Verbrechen

- Das kommt nur selten vor: Gute 5,1 Millionen Zuschauer hatte der Krimi "Einundzwanzig Liebesbriefe" um die von Katja Flint gespielte Hobbydetektivin Franziska Luginsland bei der Erstausstrahlung im Jahr 2004. Bei der Wiederholung in diesem Sommer waren es noch mehr ­ 5,3 Millionen. Eine gute Bestätigung für einen "etwas anderen" Krimi, "weich, weiblich, poetisch", wie ihn die Regisseurin Nina Grosse charakterisiert. Sie schrieb das Buch und führte Regie beim zweiten Luginsland-Fall, "Franziskas Gespür für Männer", den das ZDF heute sendet - dieses Mal nicht als Samstagskrimi, sondern als "Fernsehfilm der Woche".

Keine zweite Bella Block ist hier an der Arbeit, auch keine Rosa Roth, obgleich "Rosa Roth"-Produzent Oliver Berben auch diese Filme herstellt. Kollege Bernd Eichinger hatte diesem von einer Idee seiner Ex-Lebensgefährtin erzählt. Die gefiel ihm sofort. Und der Münchner (Krimi-)Autor Friedrich Ani entwickelte dann das Grundkonzept und die Figur. Eine Verliererin tritt hier an, ohne Partner, ohne richtigen Job, mal Aushilfe in der Kneipe des Bruders, mal nicht eben überbeschäftigte Kosmetikerin, immer auf der Suche nach der großen Liebe, die sich nicht finden lassen will. Sie ist eine verletzte Frau ­ aber das schärft zugleich auch ihren Instinkt für andere Verletzte dieser Welt. Und sie wittert Verbrechen, wo sich Polizeiprofis achselzuckend abwenden.

So auch hier. Eine Frau ist tot. Mord? Selbstmord? Franziska erinnert sich. Die war Kundin in ihrem kleinen Kosmetikladen gewesen, wollte mal "so richtig schön" sein. Für den Tod? Oder für irgendeinen ominösen Verehrer? Schon nimmt sie die Fährte auf. Und einer der in Frage kommenden Freier, der gleich auch der Täter sein könnte, ist leider verdammt attraktiv.

Die Kulisse für den Krimi bietet München. "In Berlin zum Beispiel könnte das nicht spielen", ist sich Grosse sicher . Dort gehe es härter zu. Hier verwandelt sich die bayerische Landeshauptstadt in eine von weichen Farben erfüllte Traumstadt, durch die Franziska nahezu somnambul gleitet. Und übersinnliche Fähigkeiten hat sie auch. "Aber sie ist keine Hellseherin. Ihre Fälle löst sie auf durchaus reale Weise", betont Katja Flint. Besonders Frauen, so hat Nina Grosse festgestellt, mögen diesen Typ eines weiblichen Single und die Filme um ihn. Schon ist ein dritter produziert, der die Reihe fortsetzen soll. Und Nina Grosse schreibt an einem vierten. Hier trifft Franziska auf eine alte Liebe. Wird sie nun auch gleich die ersehnte große Liebe sein, die Franziska die Erfüllung bringt? "Besser nicht", meint Katja Flint. "Dann hätte ja unsere Reihe ein Ende."

ZDF, heute, um 20.15 Uhr.

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