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Manchmal ist auch eine gute Verkleidung nötig: Christoph Maria Ohrt (l.) als geläuterter Betrüger und Friedrich von Thun als Ex-Staatsanwalt in „Dell & Richthoven (ZDF).

In „Dell & Richthoven“ legen Ganoven Ganoven rein

Mit einem Augenzwinkern

München - Der Banker, die Finger gespreizt zum „Victory“-Zeichen, der „Berater“, der eben tausend Arbeitsplätze wegrationalisiert hat, der Hai am Telefon, der arglosen Menschen sinnloses Zeug aufschwatzt.

Alle, die schuldig an anderen geworden sind und denen man doch nichts beweisen kann – wen juckt es nicht, es ihnen einmal mit gleicher Münze heimzuzahlen? Den pensionierten Oberstaatsanwalt Sebastian Richthoven (Friedrich von Thun) ganz bestimmt. Doch er braucht Hilfe. Einen geläuterten Ganoven, der sich auf alle Tricks versteht. Ein solcher ist Bruno Dell (Christoph Maria Ohrt).„Dell & Richthoven“ heißt die neue Krimireihe, von der das ZDF ab heute jeweils donnerstags um 20.15 Uhr vier Folgen ausstrahlt. Gemeinsam zieht das ungleiche Paar los – gegen die Klatschreporterin, die für eine Story über Leichen geht, und gegen den Charmeur, der alten Leuten ihr letztes Geld abluchst. Für Ohrt („Edel & Starck“) ist von Thun eine Art Traumpartner: „Immer schon wollten wir was zusammen machen, aber erst jetzt kommt es dazu.“Kein „Primadonnengebeiße“ zwischen den beiden vielbeschäftigten Schauspielern. „Zwischen uns war während der Aufnahmen nichts als eitel Freundschaft“, beteuert Ohrt. Es darf gelacht werden in den schwärzlich eingefärbten Krimikomödien, in denen ferner Katrin Sass und Annalena Duken mitwirken. „Ein Genre, das es in Deutschland, anders als im angelsächsischen Bereich, kaum gibt“, wie Produzent Tim Gehrke meint.Gerade das aber, meint wiederum Ohrt, habe ihn daran gereizt: „Was gibt es noch Neues in der Unterhaltung? Da muss man einfach etwas ausprobieren.“ Die Problematik jeglicher „Selbstjustiz“ sieht er durchaus, aber: „Wir bringen es mit einem Augenzwinkern, und am Ende kommt ein Märchen mit leider ziemlich realistischem Hintergrund heraus.“Einen Aufruf zur Selbstjustiz sieht auch ZDF-Redakteur Axel Laustroer nicht: „Dafür sind die Figuren, Helden wie Schurken, zu sehr ironisch überhöht.“ Ironie, alte Erfahrung, hat es hierzulande zwar schwer, „aber unsere Serie ,Doktor Martin‘ (mit Axel Milberg, Red.) ist ja auch gut angekommen, und geht jetzt schon in die zweite Staffel.“Eine Fortsetzung von „Dell & Richthoven“ ist auch für Laustroer nicht ausgeschlossen, „obwohl es sicher keine Langlaufserie mit 50 Folgen und mehr ist“. Und sicher eher eine Sache für Zuschauer, die gern ein bisschen mitdenken: „Wer aber nicht mitdenken möchte, kann sich dabei dennoch gut unterhalten.“Von Paul Barz

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