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ARD-Film "Wolfsland - Tief im Wald": Der Schauspieler Johannes Zirner in der Rolle des Björn Delbrück (l-r), Yvonne Catterfeld in der Rolle der Kommissarin Viola Delbrück und Götz Schubert in der Rolle des Kommissars Burkhard "Butsch" Schulz von der Kripo Görlitz.

Düster, aber humorvoll

Ermittler mit Potenzial: ARD zeigt „Wolfsland - Tief im Wald“

München  - In „Wolfsland“ spielt Yvonne Catterfeld eine intelligente, sensible Kommissarin, die es mit einem überaus ruppigen Kollegen zu tun hat - und mit zwei ermordeten Joggerinnen. Interessanter als der Kriminalfall ist die Spannung zwischen den beiden Ermittlern.

Zweiter Auftritt für das Ermittlerduo Yvonne Catterfeld und Götz Schubert im Ersten: In „Wolfsland - Tief im Wald“ haben es die beiden höchst unterschiedlichen Charaktere mit einem Serienkiller zu tun, der seine weiblichen Opfer auf grausame Weise ermordet, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Und dann mischt sich auch noch der Noch-Ehemann der Kommissarin ein - ein offenbar psychopathischer Psychiater. Zu sehen ist der Film an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr.

Im ersten Teil der Reihe (Regie: André Erkau) war Kommissarin Viola Delbrück - facettenreich gespielt von Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld - aus Hamburg nach Görlitz geflüchtet. Rückblenden und Alptraum-Sequenzen machen klar: Delbrücks Noch-Ehemann ist ein gewalttätiger Psychopath. In Görlitz will die Kommissarin ihr Leben neu ordnen. Leicht fällt ihr das nicht.

Sturer, ruppiger Kollege

Neben den Alpträumen hat sie mit ihren Kollegen zu kämpfen. Burkhard „Butsch“ Schulz (Götz Schubert) ist ein sturer, ruppiger Eigenbrötler, der die Neue für eine ahnungslose Anfängerin hält und sich nicht einmal ihren Namen merken will. Kollege Jakob (Jan Dose) hat sich dagegen schockverliebt und geht Delbrück auf den Keks.

Auch im zweiten Teil (Regie: Tim Trageser) granteln sich Delbrück und Butsch an, die Abneigung des etablierten Kommissars gegen die intelligente, disziplinierte Kollegin wandelt sich jedoch zunehmend in erotische Fantasien. Als Delbrücks Noch-Ehemann Björn (Johannes Zirner) auftaucht, reagiert Butsch zunehmend eifersüchtig.

Die Handlung ist, wie schon im ersten Teil, ein wenig klischeehaft, verwirrend und weit hergeholt. Mit mehreren Wölfen und Krähen ist etwas zu viel Unheil ankündigende Symbolik im Spiel. Die Spannung zwischen dem Ermittler-Duo ist es, die dem Film gut tut und ihn sehenswert macht. „Selbst wenn es um den Fall geht, spielt immer das momentane Verhältnis zwischen Butsch und Viola eine Rolle“, sagte Catterfeld der ARD im Interview. „Ich mag es, dass beide ständig etwas verbergen: ihre wahren Gefühle und Beweggründe.“

Während im ersten Fall zwei drogensüchtige Jugendliche in Möchtegern-Bonnie-und-Clyde-Manier durch das ausgestorbene Görlitz zogen, treibt nun ein Killer sein Unwesen in der Oberlausitz. Eine Joggerin ist bereits tot, den Mord an einer zweiten jungen Frau können Delbrück und Butsch nicht verhindern. Wie schafft es der Unbekannte, keinerlei Spuren zu hinterlassen? Viola, emotional angeschlagen durch das Auftauchen ihres Noch-Ehemannes, gerät schließlich selbst in Lebensgefahr.

Fazit: „Wolfsland“ ist ein düsterer, durchaus humorvoller Krimi mit einem starken Ermittler-Gespann und einer mittelmäßigen Handlung. Sollte aus dem Zweiteiler eine Reihe werden - Potenzial ist da.

dpa

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