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Nicht nur die Miene des Kommissars (Heiner Lauterbach) verfinsterte sich, sondern auch die vieler Passanten angesichts eines deutschen Filmteams in Jerusalem.

Krimi im ZDF

Heiner Lauterbach ermittelt am Ölberg

Jerusalem/Mainz - Peter Keglevics ZDF-Fernsehfilm „Die Seele eines Mörders“ mit Heiner Lauterbach spielt in Jerusalem.

Die Bevölkerung am Ölberg in Jerusalem setzt sich aus Arabern und Israelis zusammen. Ausländer kommen gewöhnlich als Touristen an diesen Ort, der seit der biblischen Zeit Geschichte schreibt.

Ein deutsches Filmteam findet nur selten hierher – und wenn, dann für politische Dokumentationen und Reportagen. Im vergangenen Jahr war das anders. Ein Team drehte im Auftrag des ZDF den Krimi „Die Seele eines Mörders“ nach dem Roman „Denn die Seele ist in deiner Hand“ der Israelin Batya Gur. Der Film ist heute, 16. November 2009, um 20.15 Uhr zu sehen.

„In keiner Stadt liegen Himmel und Hölle so eng beisammen wie in Jerusalem“, sagt Rechtsanwalt Rosenstein (Michael Degen), der im Fall des Kommissars Michael Ochajon (Heiner Lauterbach) eine Schlüsselrolle spielt. Das sagt er im Film, doch auch für Regisseur und Kameramann war nachzuvollziehen, dass der immerwährende Konflikt der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ständig präsent ist.

„Als wir Filmpolizisten über den Ölberg geschickt haben, kamen sofort Araber an und haben uns angebrüllt“, berichtet Filmemacher Peter Keglevic: „Ein sensibler Ort.“ Für den zuständigen ZDF-Redakteur Günther van Endert ist der Aufenthalt in Israel nicht ohne Reiz gewesen, denn es „ist schon mit einem politischen Unterton verbunden, wenn ein deutsches Team in Israel dreht“.

Der spezielle Konflikt innerhalb einer Einwanderergesellschaft trage seinen Teil zu dem Krimi bei. Ausländische Ermittler gibt es in größerer Zahl bereits in der ARD. Uwe Kockisch ermittelt als Commissario Brunetti in Venedig, Erol Sander geht in Istanbul wie zuletzt in „Mord am Bosporus“ auf Mörderjagd. Zwischenzeitlich sorgte im italienischen Triest Commissario Proteo Laurenti (Henri Hübchen) für Recht und Ordnung.

Ob Lauterbachs Auftritt in Israel den Auftakt zu einer langen Reihe bildet, ist rasch beantwortet. Das ZDF plant zwar, im Frühjahr 2010 mit „Das Lied der Könige“ einen weiteren Stoff von Batya Gur umzusetzen. Doch Gur, die von 1947 bis 2005 lebte, hat es insgesamt auf nicht mehr als neun Bücher gebracht. Der Krimi „Die Seele eines Mörders“ beginnt mit dem Mord an der schönen israelischen Anwaltsgehilfin Zohara Baschari, die aus dem Jemen stammt.

Ada Efrati (Marie-Lou Sellem), eine Jugendliebe von Chefinspektor Ochajon, hat die Leiche gefunden. Die Familie Baschari ist abgrundtief verfeindet mit ihren Nachbarn, den aus Polen eingewanderten aschkenasischen – das heißt, aus Mittel- oder Osteuropa stammenden – Beneschs, unter anderem weil ihnen einst im Auffanglager für jemenitische Einwanderer unter einem Vorwand ihr Baby zugunsten einer aschkenasischen Familie weggenommen wurde.

Die Obduktion ergibt, dass Zohara schwanger war. Zudem hatte sie soeben eine teure Wohnung gekauft und besaß kostbaren Schmuck. Als großzügiger Spender entpuppt sich ihr Arbeitgeber, der wohlhabende Rechtsanwalt Rosenstein. War Zohara etwa seine junge Geliebte? Ochajon erfährt, dass die in den Vereinigten Staaten lebende Tochter des Anwalts Rosenstein in Wirklichkeit Zoharas ältere Schwester ist – das entwendete Baby der Bascharis. Der Schmuck und die teure Wohnung sollten ein Schweigegeld sein. Wollte Zohara reden? Wurde Rosenstein von ihr erpresst? Musste sie vielleicht deswegen sterben?

Von Carsten Rave

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