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Tim Mälzer testet für die ARD gesundes Essen.

Ernährungs-Check: Tim Mälzer testet gesundes Essen

Hamburg - Nur Burger und Pommes auf dem Teller, deftige Hausmannkost oder viele Vitamine: TV-Koch Tim Mälzer hat für die ARD den „Ernährungs-Check“ gemacht. Was ist wirklich gesünder?

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Die ARD checkt weiter: Nachdem die „Markencheck“-Reihe bereits die Konzerne Lidl, McDonald's, H&M und Media-Markt auf den Prüfstand stellte, nimmt nun TV-Koch Tim Mälzer vermeintlich gesundes und ungesundes Essen unter die Lupe. 45 Test-Esser ernährten sich für den Hamburger einen Monat lang exakt nach Speiseplan. Der 41-Jährige servierte ihnen - wissenschaftlich begleitet vom Stoffwechselexperten Peter Nawroth - abwechselnd Burger, deutsche Hausmannskost und Mediterranes.

„Der Ernährungs-Check“ ist zur Hauptsendezeit am Montag (27. Februar/20.15 Uhr) in der ARD zu sehen. Auf jenem Sendeplatz bescherte die aus dem WDR übernommene „Markencheck“-Reihe dem „Ersten“ bereits ordentliche Einschaltquoten. Bei der zuletzt gesendeten Reportage über den Media-Markt büßte die Reihe zwar von ihrer Kraft ein, lockte aber immerhin noch 3,59 Millionen Menschen (10,5 Prozent).

Am Anfang des „Ernährungs-Checks“ stehen die Thesen Nawroths, Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Heidelberg: Ungesunde Nahrungsmittel soll es nicht geben. Ein gesunder Mensch wie Mälzer kann alles essen, was er will, sofern die Menge stimmt. Es gibt auch keine Ernährung, die ihn noch gesünder machen kann. Nawroth: „Der Begriff gesundes Essen setzt voraus, dass man sich etwas nutzen könnte - und das ist ohne jeden wissenschaftlichen Beleg.“

45 gesunde Männer lädt Mälzer daraufhin in seine Studioküche gleich neben seinem Restaurant „Bullerei“ ein, Frauen kommen wegen hormoneller Schwankungen nicht infrage. Essen nach genauem Plan heißt es für die Teilnehmer nun vier Wochen lang. Zunächst lassen der TV-Koch und seine wissenschaftlichen Berater die Männer zwei Wochen lang exakt die gleiche Kost zu sich nehmen, um den Stoffwechsel zu vereinheitlichen.

Die Kalorienzahl bleibt auch danach für alle Kandidaten gleich, doch die Speisepläne der folgenden 14 Tage unterscheiden sich extrem. Typische Mittelmeerkost, die reich an Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen ist, gibt es für die eine Gruppe, Hausmannskost mit viel Fleisch und vielen Kohlenhydraten für die nächste und Burger, Pommes, Hot Dog und Co für die dritte.

2500 Kalorien liegen am ersten Tag auf allen Tischen - in ganz unterschiedlichen Mengen: Zwei Kilo Lebensmittel darf die Mittelmeergruppe verspeisen, 1,3 Kilo die Hausmannskost-Esser und nur ein Kilo die Fast-Food-Kandidaten. So herrscht am Tisch der Mittelmeergruppe abends, wo sich die Männer mit Rotwein zuprosten, beste Stimmung, in der Fast-Food-Gruppe dagegen, wo ein Burger auf dem Teller liegt, ist die Laune gedämpft.

Die am Ende gemessenen Blutwerte hätten zur Überraschung Mälzers und der Autoren keinerlei Abweichungen gezeigt - unabhängig von Vitamin-, Fett- oder Ballaststoffgehalt der Nahrung, berichtete der TV-Koch. Untersucht wurde das Blut der Männer auf Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung und Diabetes sowie auf die Versorgung mit Vitaminen.

Nawroth sah seine These bestätigt: Zufriedenheit und Stressbewältigung sind bei der Prävention von Herzkrankheiten und Diabetes entscheidender als vermeintlich gesunde Ernährung. Dass die Blutwerte letztlich keine Abweichungen zeigten, sollte nach seiner Ansicht kein Freibrief sein. Es sei klar, dass übermäßige Kalorien- und Fettzufuhr das Risiko für derartige Erkrankungen erhöhten.

Man müsse nicht gleich Ernährungswissenschaften studieren, sagte Mälzer. „Wenn ich zu viel wiege, muss ich mich mehr bewegen und weniger Kalorien zu mir nehmen“, meinte er bei der Vorstellung des Films. „Bei mir gehören immer noch der Burger oder die Ravioli aus der Dose, die ich gerade gestern Abend wieder an der Tanke gekauft habe, dazu.“

Im Anschluss an die 45-minütige Sendung wird Frank Plasberg in „Hart aber fair“ über das Thema diskutieren.

dpa

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