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Der australische Teilnehmer Isaiah hat sich mit seinem Lied „Don't Come Easy“ am Dienstag für das Finale des ESC 2017 qualifiziert. 

Die haben doch nichts mit Europa zu tun?

ESC 2017: Darum ist Australien heute beim Eurovision Song Contest dabei

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München - Warum ist heute Australien beim Eurovision Song Contest dabei? Und was passiert eigentlich, wenn Australien den ESC 2017 gewinnt?

Update vom 13. Mai 2017: Wer gewinnt den Eurovision Song Contest in Kiew? Und wie schneidet die deutsche Kandidatin Levina ab? Alle Informationen finden Sie im Live-Ticker zum ESC 2017.

Der australische Teilnehmer Isaiah Firebrace hat sich mit seinem Lied „Don't Come Easy“ am Dienstag für das Finale des ESC 2017 qualifiziert. Moment mal: Der australische Teilnehmer beim Eurovision Song Contest? Gut, Russland, Aserbaidschan und Israel gehören auch nicht unbedingt zum europäischen Kernland. Aber Australien liegt tausende Kilometer von Europa entfernt. Genauer gesagt: Über 14.000 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt. Warum nimmt dann Australien dann bitteschön am Eurovision Song Contest teil?

Die offizielle deutsche Seite des Eurovision Song Contest hält zu dieser Frage fest, dass es beim Eurovision Song Contest nicht um einen europäischen Wettbewerb gehe. Aha! Dann ist zumindest der Titel des Wettbewerbs ein wenig irreführend. So widersprüchlich diese Aussage auch sein mag - Eurovision.de schreibt im Hinblick auf eine Teilnahme am ESC: „Die teilnehmenden Länder sind alle Mitglied in der European Broadcasting Union (EBU) und müssen nicht zwingend Teil der EU sein.“ Na, dann freuen wir uns aber schon auf eine künftige Teilnahme von Argentinien und der Mongolei beim ESC.

ESC 2017: Darum ist Australien beim Eurovision Song Contest dabei

Der Hauptgrund für eine Teilnahme Australiens am ESC 2017 ist wohl die Beliebtheit des Wettbewerbs auf dem Kontinent. 1974 wurde der Eurovision Song Contest erstmals in Down Under übertragen. Damals ging die Australierin Olivia Newton-John für Großbritannien mit dem Lied „Long Live Love“ ins Rennen und belegte einen guten vierten Platz (den damaligen ESC haben übrigens ABBA gewonnen). Seither sind auch die Australier große Fans des Eurovision Song Contents. Es dauerte aber bis 2014, als zum ersten Mal eine Australierin beim ESC teilnahm: 2014 hatte Jessica Mauboy auf Vermittlung des Senders SBS aber nur einen Gastauftritt. 2015 erhielt Australien erstmals eine offizielle Einladung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den Wettbewerb veranstaltet. Australien durfte gleich ins Finale einziehen und musste sich nicht erst in den Semifinals qualifizieren. Dafür hatte das Land in beiden Halbfinal-Runden ein Stimmrecht. Zunächst war vorgesehen, dass Australien den Eurovision Song Contest gewinnen müsste, um im folgenden Jahr wieder dabei sein zu dürfen. Auch wenn das nicht der Fall war, bekam das Land im folgenden Jahr wieder eine Chance, am ESC teilzunehmen: Aber Australien musste sich dieses Mal in einem Halbfinale qualifizieren. So war es auch in diesem Jahr. Isaiah Firebrace sicherte sich im ersten Halbfinale das Ticket für den ESC 2017. Noch steht eine Entscheidung der EBU aus, ob Australien dauerhaft als assoziiertes Mitglied am ESC teilnehmen darf. Wegen des erfolgreichen Abschneidens der jeweiligen Teilnehmer deutet aber vieles darauf hin, dass dies in naher Zukunft passieren könnte.

ESC 2017: Das passiert, wenn Australien den Eurovision Song Contest gewinnt

Dann würde der ESC 2018 wieder in einem europäischen Land stattfinden. Als Australien 2015 zum ersten Mal offiziell an einem Eurovision Song Contest teilnahm, wurde festgelegt: Sollte Guy Sebastian den ESC gewinnen, würde der australische Sender SBS als Co-Gastgeber in einer europäischen Stadt auftreten. In welchem Land? Diese Frage ist offen. In Frage käme vermutlich in erster Linie Großbritannien, das wie Australien zum Commonwealth gehört. Die Queen ist ja auch das Staatsoberhaupt des australischen Kontinents.

Diese Bestimmung widerspricht eigentlich den bisherigen ESC-Regeln. Traditionell findet der Eurovision Song Contest immer im Land des Vorjahressiegers statt. Da ein europäischer Wettbewerb aber nicht nach Australien verlagert werden soll, einigte man sich auf diesen Kompromiss. Für die Entscheidung gegen den ESC in Australien gibt es neben der Entfernung zu Europa auch einen weiteren wichtigen Grund: die Zeitverschiebung. So ist die australische Metropole Sydney (wo ein Großereignis wie der ESC wohl stattfinden könnte) Deutschland und Kern-Europa acht Stunden voraus. Sollte der ESC in Australien wie gewohnt um 21.00 Uhr stattfinden, wäre es bei uns 13.00 Uhr. Sollten sich die australischen Veranstalter an die europäische Zeit halten, dann würde der ESC bei uns wie gewohnt um 21.00 Uhr laufen. In Australien müssten die Künstler dann aber um 5.00 Uhr am Morgen auftreten. In Australien wird der ESC wegen der Zeitverschiebung übrigens seit jeher zeitversetzt übertragen.

Die Frage, was passiert, wenn Australien den ESC gewinnt, ist längst nicht mehr nur theoretischer Natur. 2015 wurde der australische Teilnehmer Guy Sebastian mit „Tonight Again“ zwar „nur“ Fünfter. Im vergangenen Jahr wäre dieses Thema aber beinahe akut geworden: Da holte die australische Sängerin Dami Im mit „Sound of Silence“ den zweiten Platz. Sie landete mit 511 Punkten in der Gesamtwertung nur knapp hinter der ukrainischen Sängerin Jamala (534 Punkte). Die Australierin lag übrigens in der Jury-Bewertung vor der Ukrainerin (320 zu 211 Punkte).

Bei den Buchmachern liegt der australische ESC-Teilnehmer Isaiah Firebrace laut Eurovisionworld.com aktuell zwar nur auf dem zwölften Platz. Aber wer weiß? Am Ende könnte es vielleicht eine Überraschung geben. Im vergangenen Jahr sahen die Buchmacher die Siegerin Jamala vor dem Wettbewerb auch nur auf dem achten Platz. Auf jeden Fall wäre es ein interessante Frage, welche Herausforderungen die ESC-Veranstalter bei einem Sieg von Australien denn bewältigen müssten.

Isaiah Firebrace: Das ist der Teilnehmer von Australien beim ESC 2017

Australien schickt den 17-jährigen Isaiah Firebrand zum ESC 2017. Der Sohn einer Familie mit 12 Kindern vertritt als erster eingeborener Australier (Aborigene) sein Land beim Wettbewerb. Er gewann die australische Version der Casting-Show "The X Factor". Daraufhin unterschrieb er einen Plattenvertrag bei Sony Music und brachte seine erste Single „It's Gotta Be You“ raus. Beim ESC 2017 tritt er mit der Ballade "Don't Come Easy" an.

Wir haben einen Überblick mit allen Teilnehmern beim ESC 2017 zusammengestellt. Außerdem können Sie hier nachlesen, wo der Eurovision Song Contest live im TV und im Live-Stream zu sehen ist. 

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