Levinas Konkurrenz

ESC 2017: Der Kandidaten-Check unseres Kolumnisten

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Kiew/München - Unser Kolumnist Jörg Heinrich macht den großen Kandidaten-Check für den Eurovision Song Contest! Hier stellt er Levinas zehn größte Konkurrenten vor. 

Alle Wege führen nach Rom, oder auch nach Mailand. Egal, Hauptsache Italien. Denn der italienische Teilnehmer Francesco Gabbani gilt mit seinem Titel „Occidentali’s Karma“ als klarer Favorit für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC), der am Samstag (21 Uhr, ARD live) in Kiew steigt. Dann würde der weltgrößte Gesangswettbewerb nächstes Jahr in Francescos Heimat stattfinden, zum ersten Mal seit 1991. Unsere deutsche Teilnehmerin Levina, die mit der guten Startnummer 21 ganz in Silber singt, von den Klamotten bis zum Make-Up, liegt bei den Buchmachern mit Platz 17 im Mittelfeld. Wir stellen ihre zehn größten Konkurrenten in der Reihenfolge ihrer Auftritte vor. 

Jörg Heinrich

Niederlande

Drei tolle Stimmen und eine tragische Geschichte. Die Schwestern Lisa, Amy und Shelley singen das Lied „Lights and Shadows“ für ihre Mutter Isolde, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Deshalb auch der Bandname O’G3NE – der sich aus der Blutgruppe der Mama und den gemeinsamen Genen zusammensetzt. Vater Rick hat den Song geschrieben, der nach dem Neunzigerjahre-Girlpop von Wilson Phillips klingt.

Ungarn

Eine Watschn für Viktor Orbán! Denn Joci Pápai ist der erste Roma, der für Ungarn beim ESC singen darf – eine Volksgruppe, die im autokratisch regierten Land immer noch diskriminiert wird. Sein mitreißender Song „Origo“ (Ursprung) ist ein Mix aus Gypsy-Musik und Rap. Dass ihm nicht alle Ungarn die Daumen drücken, weiß Joci: „Einige Menschen sind nicht damit einverstanden, dass ein Roma zum ESC fährt.“

Italien

Francesco Gabbani singt das Lied mit dem Gorilla. „Occidentali’s Karma“ ist ein prächtiger Ohrwurm, der in Italien nach dem Sieg in San Remo schon jetzt in jeder Gasse und auf jeder Piazza läuft. Ab Sonntag singt ganz Europa mit. Aber warum tanzt die Affenfigur über die Bühne? Francesco erklärt es philosophisch. Er will mit seinem Hit zeigen, dass wir Menschen uns alle irgendwie zum Affen machen.

Portugal

Salvador Sobral, ein Melancholiker vor dem Herrn, singt mit geschlossenen Augen wie Max Mutzke seine zarte Jazz-Ballade „Amar pelos dois“ („Liebe für zwei“). Salvador berührt alle Herzen, die Wetten sehen ihn schon auf Platz zwei, und am Samstag weint Europa mit ihm, schnüff. Dazu passt seine Geschichte: Er hat Herzprobleme, bei den Proben musste seine Schwester für ihn singen. So schön, so traurig…

Kroatien

Der wuchtige Jacques Houdek tritt quasi zu zweit an, denn er singt den Klassik-Pop-Mix „My Friend“ mit sich selbst im Duett. Houdek ist sowohl im Falsett als auch als Pavarotti-Double zu hören. Dolles Ding, doch der Kroate hat es sich mit den ESC-Fans verscherzt. Er wurde wegen hasserfüllter Äußerungen zu Schwulen und Lesben zu Hause zum „Homophoben des Jahrzehnts“ gekürt. Eine traurige Auszeichnung.

Norwegen

Hier liegen die Dinge kompliziert. Produzent Jowst gibt dem Elektropop-Projekt den Namen – aber er steht nur mit der Maske eines Science-Fiction-Ritters hinter dem Mischpult und lässt Kumpel Aleksander singen. Auch der Song „Grab the Moment“ macht’s den Fans nicht einfach: Keine Melodie, kein wirklicher Refrain – wie so oft heutzutage in den Charts. Mit der ESC-Logik heißt das: Gute Chancen für Norwegen!

Rumänien

Heidi, Heidi, deine Welt sind die Berge – aber jetzt hat es dich nach Bukarest verschlagen! Denn Ilinca und Alex Florea gehen allen Ernstes mit dem Jodel-Rap „Yodel it!“ an den Start. Ein Stück wie ein musikalischer Autounfall: grauenvoll, aber man kann nicht weghören. Doch unterhaltsam ist der Balkan-Jodler auf jeden Fall. Das Jodeldiplom ist den Rumänen sicher – sie haben in Kiew ganz was Eigenes…

Belgien

Hoffentlich verschläft die 17-Jährige Blanche nicht ihren Einsatz. Denn sie steht verträumt und zerzaust auf der Bühne und scheint sich nicht allzu sehr für das Spektakel von Kiew zu interessieren. Der schlaftrunkene Auftritt passt aber zu ihrer melancholischen Elektropop-Nummer „City Lights“ – musikalisch das spannendste Stück des Abends, das Blanche mit tiefer Stimme auch noch fabelhaft singt. Bravo!

Schweden

Schwedische Komponisten wie Thomas G:son haben den ESC unter sich aufgeteilt – wer genug zahlt, bekommt von den musikalischen Söldnern den immer gleichen Plastikpop geliefert. So ein Stück singt auch Robin Bengtsson. Der Dressman-Typ beklagt „I can’t go on“ („Ich kann nicht mehr“), wandert auf seinem Laufbändchen aber leider trotzdem immer weiter. Und man denkt unwillkürlich an Dschungel-Schnösel Honey.

Bulgarien

Das Balkanland bringt seinen eigenen Justin Bieber an den Start. Kristian Kostov ist erst 17, hat die vorschriftsmäßige Casting-Karriere hinter sich – und kann toll singen. Seine Ballade „Beautiful Mess“ ist ein dramatischer Schmachtfetzen. Europas Teenie-Mädchen werden sich die Finger wund wählen. Und weil Kristian in Moskau geboren ist, sind ihm die Stimmen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR sicher.

Rubriklistenbild: © dpa

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