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Bruchlandung beim ESC 2017: Levina bei ihrem Auftritt in Kiew.

Helene, bitte rette uns!

ESC 2017: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Debakel von Levina

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München - Deutschland hat beim ESC 2017 in Kiew wieder ein Debakel erlebt. Wie geht es beim Eurovision Song Contest jetzt weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Oh weh – Deutschland hat beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew schlechter abgeschnitten, als die Polizei erlaubt! Nach dem vorletzten Platz von Levina mit nur sechs Punkten twitterte die Münchner Polizei: „Je einmal rote Ampel, Geschwindigkeit und Abstand können auch 6 Punkte bringen. Ausnahmsweise hätten wir diesmal aber auf mehr gehofft.“ 

Doch daraus wurde nichts. Nach zwei letzten Plätzen 2015 und 2016 blamierte sich Deutschland einmal mehr – und landete beim ESC 2017 insgesamt 752 Punkte (!) hinter Sieger Portugal auf Platz 25. Am Dienstag (16.05.) kritisierte nun auch die ESC-Letzte von 2015, Ann Sophie, die ARD. 

ESC 2017: War der Sieg von Portugal verdient?

Und ob! Jazzsänger Salvador Sobral (27) bescherte dem ESC den vielleicht magischsten Auftritt seit ABBA 1974. Seine stille Jazzballade Amar pelos dois (Lieben für zwei) und sein fast schon entrückter Auftritt berührten Europa tief. Der Spross einer Adelsfamilie und Nachfahr von Karl I. von Hohenzollern siegte mit 758 Punkten überlegen vor dem Bulgaren Kristian Kostov (615).

Pleite beim ESC 2017: War unser vorletzter Platz verdient?

Auch hier lautet die Antwort – leider – Ja! Und Levina konnte am allerwenigsten dafür. Die 27-Jährige aus Bonn sang prima, konnte die Schwächen des Beitrags aber nicht gutmachen. Eine Grau-in-Grau-Inszenierung, ein fades Kleid und ein mittelmäßiger Song – Deutschland hat die schlimmste ESC-Sünde begangen und Europa gelangweilt.

War die Pleite beim ESC 2017 zu erwarten? 

Schon wieder ein Ja. Selbst Deutschland konnte sein eigenes Lied nicht leiden. Perfect Life versackte in den Charts auf Platz 28. Alte ESC-Weisheit: Was im eigenen Land nicht ankommt, begeistert auch Europa nicht.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar zum Debakel von Levina beim ESC 2017.

Wie hat Levina auf die ESC-Pleite reagiert

Gefasst und tapfer. „Ich bin natürlich total traurig“, erklärte sie bei Barbara Schönebergers ESC-Party. Ihr Trost, mit Galgenhumor: „Wenn es so weitergeht, sind wir in 25 Jahren auf Platz 1.“ Das stimmt. Unsere letzten drei Plätze: 27, 26, 25 – es geht aufwärts…

Portugal gewinnt den ESC 2017: Was hat der Sänger gesagt?

Salvador Sobral hielt ein flammendes Plädoyer gegen „Wegwerfmusik ohne Bedeutung“. Und wo er recht hat, hat er recht. Danach sang Salvador, diesmal im Duett mit seiner Schwester Luísa, die das Lied geschrieben hat, noch einmal Amar pelos dois – die bezauberndsten drei Minuten dieser Nacht.

Pleite beim ESC 2017: Mag uns Europa nicht mehr?

Was für ein Unsinn! Portugal, Bulgarien oder auch Belgien waren zuletzt beim ESC erfolglos – diesmal lagen sie mit tollen Beiträgen vorn. Nur Qualität bringt Punkte.

Wer hat uns beim ESC 2017 Punkte gegeben?

Nur die irische Jury hatte drei Trostpunkte für uns übrig, nach dem Motto „Iren sind menschlich“. Die anderen drei Zähler kamen – ohne Angabe des Landes – aus den Publikumswertungen.

Wie geht es jetzt in Deutschland mit dem ESC weiter?

Deutschlands Grand-Prix-Chef Thomas Schreiber, der Unterhaltungskoordinator der ARD, ist dreimal in Folge krachend gescheitert. Als Fußballtrainer wäre er dreimal abgestiegen und hätte längst keinen Job mehr. Immer wieder unbekannte Sängerinnen mit mittelmäßigen Songs zum ESC zu schicken, ist beinahe fahrlässig. Ein Neuanfang muss her!

Wer kann Deutschland beim ESC retten?

Die beste deutsche Performance des Abends gab’s auf der Reeperbahn in Hamburg. Ob man Helene Fischer nun mag oder nicht – ihr Auftritt mit dem neuen Song Herzbeben hatte Glamour, hatte Kraft. Damit hätte sie auch Europa begeistert. Barbara Schöneberger fragte zu Recht: „Die Helene soll fahren?“ Oder die Kelly Family fährt 2018 nach Portugal. Dann wären uns wenigstens zwölf Punkte aus Irland sicher…

Wie war die Einschaltquote beim ESC 2017?

So langsam haben die Deutschen keine Lust mehr auf Verlieren. 7,76 Millionen Zuschauer waren die schwächste Quote seit acht Jahren. Mit 31,5 Prozent war der Marktanteil aber immer noch exzellent.

Was war die skurrilste Szene beim ESC 2017?

Ein australischer Flitzer hielt beim Auftritt von Vorjahressiegerin Jamala seinen Allerwertesten in die Kamera. So „popolär“ war der ESC lange nicht! Doch die Aktion war nicht so lustig wie sie aussah: Der 28-Jährige ist ein polizeibekannter Promi-Stalker, der jetzt in Gewahrsam sitzt.

Was muss sich für den ESC 2018 noch ändern?

Die letztes Jahr eingeführte Wertung mit doppelten Punkten von Jurys und Zuschauern bleibt undurchsichtig wie eine WM-Vergabe durch die FIFA. Bitte unbedingt wieder ändern!

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