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Levina vertritt Deutschland mit ihrem Song „Perfect life“ beim ESC. 

Die Sängerin im Interview

ESC-Kandidatin Levina: „Ich will in die Top 10!“

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München - Im Interview verrät die deutsche ESC-Teilnehmerin Levina, wie sie sich auf ihre erste große Show vorbereitet und wie sie mit Kritik aus dem eigenen Land umgeht. 

Ihr Sieg beim deutschen Vorentscheid am 9. Februar war eine klare Sache. Mit dem Titel Perfect Life wird Isabella Levina Lueen, die sich Levina nennt, Deutschland an diesem Samstag (ARD, ab 21 Uhr) im Finale des ­Eurovision Song Contest (ESC) vertreten. Die 26-Jährige mit der leicht rauchigen Stimme ist auf großen ­nationalen Bühnen zwar noch ein absoluter ­Neuling, kann aber auf eine solide ­musikalische Ausbildung zurückblicken. Die gebürtige Bonnerin, die in Chemnitz aufgewachsen ist, studierte Gesang und Komposition in London, dort begann sie inzwischen auch ein Studium in Musikmanagement. Bereits als Zehnjährige gewann sie den ersten Preis bei „Jugend musiziert“. Seit dem Gewinn des ESC-Vorentscheids war die großgewachsene Sängerin im Studio, um ihr erstes Album aufzunehmen, und auf Tournee durch mehrere ­europäische und asiatische Staaten, ­darunter die Niederlande, Großbritannien, Ungarn, Armenien, Georgien und Israel. Das Interview:

Wie bereiten Sie sich auf das Finale vor – haben Sie an der Performance noch etwas geändert?

Levina: Die wird natürlich noch einmal anders sein als beim Vorentscheid, ich habe ja hier eine viel größere Bühne. Perfect Life soll schon auch optisch ein bisschen herausstechen, damit es die Zuschauer erreicht. Lassen Sie sich überraschen!

Levina setzt sich große Erwartungen

Wenn Sie sich zurückerinnern – was war Ihr erster Gedanke, als klar war, dass Sie nach Kiew fahren werden?

Levina: Ich habe mich unglaublich gefreut. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit bekomme, im Finale des ESC zu singen.

Hatten Sie eine Vorahnung, dass Sie den Vorentscheid gewinnen?

Levina: Nein, ganz ehrlich, ich habe das überhaupt nicht erwartet, ich bin davor ja auch noch nie vor Fernsehpublikum aufgetreten. Ich hatte natürlich die Songs geübt, ich wusste, dass ich singen kann, aber ich wusste nicht, wie das Publikum auf mich reagiert.

Auf Ihnen ruhen große Erwartungen, Ihre beiden Vorgängerinnen sind Letzte geworden – wie gehen Sie mit dieser Hypothek um?

Levina: Ich lasse mich davon nicht unter Druck setzen. Für mich ist es das erste Finale. Natürlich will ich das Ergebnis für Deutschland verbessern, und zwar nicht nur um ein, zwei Plätze. Mein Ziel ist es, in die Top Ten zu kommen.

Levinas Antwort auf Kritik: Nicht aus der Ruhe bringen lassen

In den Sozialen Netzwerken wird Jahr für Jahr diskutiert, ob die richtige Interpretin gewählt wurde – verfolgen Sie das? Und wie gehen Sie damit um, dass viele Deutschland eine Pleite prophezeien?

Levina: Negative Kritik gibt es immer, man darf sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich konzentriere mich auf den Song, ich finde ihn toll und ganz viele Fans auch – sonst hätten sie ihn nicht gewählt.

Musik sei Ihr Plan A, haben Sie gesagt – gibt es auch einen Plan B?

Levina: Nein! Mein Plan ist die ­Musik!

War es auch schon immer Ihr Plan, beim ESC anzutreten?

Levina: Nein. Ich war immer damit beschäftigt, Songs zu schreiben und aufzutreten, sodass Castingshows zeitlich sowieso nie gepasst haben. Die Idee, mich für den ESC-Vorentscheid zu bewerben, hatte ich ganz spontan, eigentlich hatte sie eine Freundin. Erst da dachte ich: Eigentlich ist das genau das, was ich machen will, auf internationaler Ebene.

Was ist Ihre früheste Erinnerung an den ESC?

Levina: Stefan Raab mit Wadde hadde dudde da? (interpretiert beim Finale 2000, d. Red.) ist mir noch gut in Erinnerung, weil das so eine lustige Performance war. Aber der Sieg von Lena im Jahr 2010 war schon das Ereignis, das mir den ESC richtig nahe gebracht hat.

Das Schicksal vieler deutscher Teilnehmer vergangener Jahre zeigt, dass eine gute Platzierung keinen dauerhaften Erfolg garantiert…

Levina: Das ist mir bewusst. Ich muss halt das Beste daraus machen. Der ESC ist eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, und diese Möglichkeit nutze ich. Ich habe ja gerade ein Album aufgenommen, von dem ich hoffe, dass es gut ankommt und mich die Leute dann auch live sehen wollen.

Auf der Themenseite zum Eurovision Song Contest auf tz.de erhalten Sie alle Informationen rund um die Veranstaltung, darunter eine Liste aller Teilnehmer, die deutschen Platzierungen beim ESC und die Wettquoten für den diesjährigen Wettbewerb. Außerdem stellen wir einen Mann vor, der als heißer Favorit auf den Sieg gilt.  

Interview: Rudolf Ogiermann

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