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Barbara Schöneberger moderierte die Show.

ESC-Vorentscheid

Schöneberger: Spott nach miesem Hoeneß-Gag

Köln - Das TV-Wahlvolk hat gesprochen: Drei Berlinerinnen fahren für Germany zum Eurovision Song Contest. Die Newcomer-Band überzeugte, doch Barbara Schönebergers Witze zu Uli Hoeneß ließen zu wünschen übrig.

Das ist nun wirklich überraschend: Nicht der berühmte Graf mit seiner Band Unheilig gewann am Donnerstagabend den deutschen ESC-Vorentscheid. Stattdessen siegte ein Trio von drei jungen Frauen aus Berlin, die quasi aus dem Nichts kommen. Die Band Elaiza um die gebürtige Ukrainerin Ela wird Deutschland am 10. Mai beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen vertreten - so wollten es die Zuschauer von „Unser Song für Dänemark“. Der Song ist halb Polka, halb Chanson.

Ela (21) singt, Yvonne (29) spielt Akkordeon und Natalie (28) ist am Kontrabass. Die drei wirkten während der Show zwar aufgedreht, aber nicht überdreht. Ihre Musik hat russische Anklänge, was ihre Chancen erhöhen dürfte, bei den Osteuropäern Punkte einzusammeln. Für den Unheilig-Frontmann Der Graf - kommerziell sehr erfolgreich - platzte damit ein Kindheitstraum. Er habe immer beim ESC singen wollen, sagte er.

Elas Gedanken gingen bei ihrem Auftritt nach eigenen Worten an diesem Abend zu ihren Verwandten und Freunden, die in der Nähe von Kiew lebten. „Wir möchten einfach, dass die Leute da irgendwie friedlich miteinander klarkommen und eine Lösung finden, so dass wirklich nicht noch mehr Mütter und Väter um ihre Kinder weinen müssen“, hatte die Sängerin mit ukrainisch-polnisch-deutschen Wurzeln am Vortag gesagt.

Spott über Schöneberger-Witz

Der angenehm schnelle und kein bisschen textlastige Vorentscheid unter Federführung des NDR konnte sich sehen lassen. „„Hier geht's jetzt weiter mit dem Jurovischn Sssong Contest“, hatte Sigmund Gottlieb die Show mit viertelstündiger Verspätung am Ende des ARD-Brennpunkts zum Hoeneß-Urteil anmoderiert. Dann ging's ab in den Kessel der mal blau, mal rot ausgeleuchteten Kölner Lanxess-Arena. Die Vorfreude auf den ESC in Kopenhagen sei riesig, schwärmte Moderatorin Barbara Schöneberger.

Ihr erster Witz: Vielleicht könne auch Uli Hoeneß auftreten, der sei doch schon in Sing-Sing (Anspielung auf amerikanisches Hochsicherheitsgefängnis). Die Halle reagierte mit verständnislosem Schweigen. Dazu verhaspelte sich die Moderatorin auch noch, sodass es wie "Uli Hoenig" klang.

„Ich fordere 3 Jahre und 6 Monate Haft für misslungene Hoeneß-Witze“, kam binnen Sekunden als Twitter-Kommentar. Es blieb nicht der einzige Spott, den Schöneberger im Web aushalten musste. Sie hätte insgesamt ein paar bessere Gag-Schreiber gebraucht. "Die #Schöneberger nervt heute auch ziemlich. Fade Witze", postete eine Nutzerin. "Schöneberger hat ihr Waterloo erlebt. Und wir mussten leider dabei sein" ein weiterer. "Frau Schöneberger eröffnet mit einem Hoeneß-Gag. Wie mies", schrieb ein anderer. "Wenn's wenigstens ein guter Gag gewesen wär...", hieß es weiter.

ESC-Vorentscheid: Die Bilder von der Show

ESC-Vorentscheid: Die Bilder von der Show

Dann die Kandidaten. Es ging an diesem Abend wohlgemerkt nicht nur um schöne Musik, es ging vor allem darum, womit Germany am 10. Mai eventuell „twelve points/douze points“ machen könnte. Und da waren lang nicht alle acht Bewerber aussichtsreich. Das Gezeichnete Ich - Name vom Literaten Gottfried Benn geborgt - brachte einen Titel im Stil von 80er-Synthie-Pop. Oceana klang nach Cascada auf leise gedreht - und Cascada hatte Deutschland beim letzten ESC bekanntlich Platz 21 beschert. Die norddeutsche Altherren-Band Santiano setzte mit „The fiddler on the deck“ auf Irish-Folk. Sympathische Bänkelsänger, aber irgendwo wär's merkwürdig gewesen, wenn sich Germany mit einem irischen Pub-Song beworben hätte.

MarieMarie stand mit Irokesenfrisur und einer riesigen Harfe auf der Bühne. „Folktronic Pop“ nennt sie ihre Musik, der normale Konsument denkt an Alphaville-Beat. ESC-Kenner wissen: Auf sowas stehen die Osteuropäer. Über den Beitrag der Baseballs sollte man den Mantel des Schweigens decken.

Auch ein Lena-Klon fehlte nicht: Madeline Juno. Große Augen, großes Tattoo. Und wie Lena mit Hauptsache-ich-hör-mich-nicht-nach-deutschem-Akzent-an-Englisch. Nach der ersten Runde wurde die Hälfte der Kandidaten von den Zuschauern ausgesiebt, es blieben übrig: Santiano, MarieMarie, Elaiza und Unheilig. Diese Vier durften noch einen zweiten Titel bringen. Anschließend wählten die Zuschauer zum zweiten Mal und schickten Elaiza und Unheilig ins Finale. Am Ende jubelten die drei jungen Frauen. Ungehört verhallte folgende Twitter-Frage: „Welche Nummer muss ich wählen, wenn ich nächste Woche 8 neue Kandidaten haben möchte?“

dpa/lin

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