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Der ehemalige bayerische Staatsminister Thomas Goppel attackiert in der Sendung "Anne Will" den schwulen Priester Norbert Reicherts.

Talkshow Anne Will

Ex-Staatsminister Goppel attackiert schwulen Priester

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München - In der ARD-Talkshow Anne Will kommt es beim Thema "Streitfall Homo-Ehe" zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen dem CSU-Mann Thomas Goppel und dem schwulen Priester Norbert Reicherts.

Die Debatte rund um das Thema Öffnung der Ehe für Homosexuelle wurde in Deutschland nach dem Volksentscheid in Irland neu entflammt. Denn die Iren haben "Ja" gesagt zur Ehe für Gleichgeschlechtliche, während die Union als Mehrheit im Bundestag weiter gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Deutschland ist.

Zu diesem Kontext wurde auch in der ARD-Talkshow "Anne Will" diskutiert. Unter dem Titel: "Streitfall Homo-Ehe - Bekommen wir bald irische Verhältnisse?" war als Vertreter der CSU Thomas Goppel, ehemaliger bayerischer Staatsminister, zu Gast. Als Befürworter der Homo-Ehe beteiligte sich der schwule Priester Norbert Reicherts an der Diskussion. Nach seiner Suspendierung durch die katholische Kirche ist er als freier Priester aktiv. 

Als während der Debatte dann die Rolle der katholischen Kirche zur Sprache kam, erzählte Reicherts von seinem Leben als homosexueller freier Priester. Damit konnte sich der konservative CSU-Mann Goppel jedoch nicht anfreunden und griff den Priester an: "Warum ist die Gesellschaft daran schuld, wenn Sie nicht zurechtkommen? Sie kommen nicht zurecht mit Ihrer eigenen Lebensweise", warf Goppel dem 50-Jährigen vor. Der konnte nicht glauben, was er sich da anhören musste und reagierte empört: "Es reicht. Ich lasse mich gerne von Ihnen beleidigen, aber so geht es nicht. Ich habe überhaupt kein Problem mit meiner Lebensweise, anscheinend haben Sie Probleme mit meiner Lebensweise", schoss Reicherts zurück.

Das bestätigte Thomas Goppel indirekt, denn auf die Frage, ob er Homosexualität normal fände, reagierte er folgendermaßen: "Sie gehört zur Gesellschaft dazu. Dass sie normal ist, würde ich nicht beschreiben." Bevor die Situation eskalierte, schritt Moderatorin Anne Will ein und beruhigte die Gemüter. Im weiteren Verlauf der Sendung hielten beide Parteien an ihrer ablehnenden Haltung fest.

Sollte sich diese Debatte im Bundesrat beziehungsweise Bundestag in ähnlicher Weise zutragen, dürfte das Thema Gleichstellung der Homo-Ehe in Deutschland noch länger heiß diskutiert werden.

mzl

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