Fans tappen im Dunkeln

- Die Zukunft der Bundesligaberichterstattung im Pay TV bleibt für die Fans einen Tag nach der Rechtevergabe weitestgehend im Dunkeln. Rechtekäufer Arena wollte gestern in München keine Details nennen. Konkrete Angaben werde es erst im Frühjahr geben, sagte Bernard de Roos, Sprecher der Arena-Geschäftsführung. Auch die Deutsche Fußballliga (DFL) ließ viele Fragen offen, nachdem sie am Mittwoch die neuen Verträge mit einem Gesamterlös von 1,24 Milliarden Euro und einer breiten Free-TV-Berichterstattung bekannt gegeben hatte.

Was, wie und von wem zukünftig berichtet wird, verriet der Arena-Geschäftsführer nicht. Der niederländische Medienmanager wiederholte nur die bereits bekannten Eckdaten. So werde das Pay-TV-Angebot von der Saison 2006/2007 an unter 20 Euro pro Monat liegen. Die 3,4 Millionen Kunden von Premiere seien mit ihrem Decoder technisch ausreichend ausgerüstet, erklärte de Roos. Der bisherige BundesligaPartner Premiere war bei der Rechtevergabe leer ausgegangen. Geschäftsführer Georg Kofler übte bereits heftige Kritik an der Entscheidung: "Ich bin schon erstaunt, dass sie die Pay-TV-Rechte einem Nobody anvertrauen."

De Roos bezeichnete den Zeitpunkt als zu früh, um Details zu nennen: "Wir haben verschiedene Szenarien und führen Gespräche mit anderen Kabelbetreibern." Klar sei, dass der neue Sender nicht Arena heiße. Der Arena-Chef kündigte den Aufbau einer neuen Sportredaktion in der Landeshauptstadt an.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bat um "Karenzzeit" für den neuen Pay-TV-Partner, der den Großteil der 420 Millionen Euro pro Saison zu entrichten hat: "Wir hätten die Rechte nicht vergeben, wenn uns die Pläne nicht bekannt wären", sagte Seifert. "Arena wird frühzeitig - wenn auch nicht 24 Stunden später - sagen, wann das Produkt läuft, wie es heißt, auf welchem Kanal man es empfangen kann, wer der Moderator ist und welche Telefonnummer man anrufen muss", so Seifert.

Hinter Arena steckt die Unity Media, unter deren Dach die drei Kabelnetzbetreiber iesy, ish und telecolumbus firmieren. Laut de Roos wird noch mit Kabel Deutschland über eine Kooperation verhandelt. Er sei aber auch für andere Partner offen, selbst eine Sublizenzierung an Premiere sei möglich: "Wir schließen nichts aus."

Medienwächter wollen prüfen

Ungemach könnte dem neuen Rechteinhaber durch die Medienwächter drohen. Falls Arena - als Netzbetreiber - selbst Fernsehen machen wolle, müsse dies rechtlich geprüft werden, erklärte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Wolfgang Thaenert. "Wenn Netz und Inhalt in einer Hand liegen, so hat das eine neue Qualität." Bei der kommentierten Übertragung der Fußballspiele handle es sich voraussichtlich um ein Rundfunkangebot. Dafür habe Arena keine Lizenz.

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