Ein fataler Hang zum Essen

"Moppel-Ich": - Mit "Moppel-Ich", ihrem humorvollen Erfahrungsbericht über den steinigen Weg zum Wunschgewicht, traf Journalistin und Fernsehmoderatorin Susanne Fröhlich den Geschmack vieler Leser. Nun wurde das Buch mit Christine Neubauer in der Hauptrolle verfilmt. Für die Autorin ist der Erfolg ihres Buches ein zweischneidiges Schwert, wird doch jedes Pfund, das sie wieder zulegt, in der Öffentlichkeit genau registriert.

Als sich die 44-Jährige in der jüngsten "Wetten, dass...?"-Sendung gemeinsam mit Thomas Gottschalk und Christine Neubauer auf die Waage stellen musste, war sie denn auch sichtlich nicht begeistert. Susanne Fröhlich lebt mit dem Fernsehmoderator Gert Scobel und zwei Kindern in der Nähe von Frankfurt am Main.

Standen die Produzenten Schlange, um sich die Filmrechte an Ihrem Bestseller zu sichern?

Susanne Fröhlich: Schlange standen sie nicht gerade, aber die Produzentin Regina Ziegler hat mich relativ schnell angesprochen, das ist ‘ne fixe Frau. Ihr Angebot war mir gleich so sympathisch, dass ich Ja gesagt habe.

Hatten Sie keine Bedenken, dass das Buch unverfilmbar sein könnte?

Fröhlich: Doch, natürlich hatte ich Bedenken. Das Buch ist ein autobiografisches Konglomerat aus Sachbuch und Ratgeber, und daraus musste man irgendwie eine fiktive Geschichte machen. Aber das war ja nicht mein Problem.

Wie gefällt Ihnen das Ergebnis?

Fröhlich: Es ist ein unterhaltsamer, netter Film. Inwieweit er so wahnsinnig viel mit meinem Buch zu tun hat, ist eine ganz andere Frage. Wegen mir hätte er ein bisschen ironischer sein können.

Das klingt jetzt nicht gerade sehr begeistert. . .

Fröhlich: Ach, es ist einfach wahnsinnig schwierig, wenn andere das eigene Buch verfilmen. Natürlich hat man selbst einen anderen Humor, und der Stoff war auch wirklich schwer umzusetzen. Mir ging es ja aber vor allem darum, dass die Botschaft des Buches rüberkommt, und das tut sie.

Und die wäre?

Fröhlich: Dass man sich nicht zu sehr verrückt machen soll wegen des Gewichts, dass eine Entspannung in diesem ewigen Kampf gegen die Kilos mal ganz heilsam ist.

Was genau in dem Film ist denn nun erfunden und hat nichts mit Ihnen zu tun?

Fröhlich: Das Ganze! Diese ganze Geschichte, dieser Film hat nichts mit meiner Person, mit meinem Leben zu tun. Ich habe zwar eine Rundfunksendung wie die Frau im Film, aber in der geht esnicht um Ernährung. Außerdem habe ich mich nie vor der Öffentlichkeit versteckt, um meinen Körper nicht zu zeigen.

Einige Szenen aus dem Buch wurden ja aber doch für den Film übernommen - zum Beispiel die Anprobe in einer Boutique, die für die moppelige Heldin so demütigend ausfällt.

Fröhlich: Genau, es wurden Szenen übernommen und in die fiktive Geschichte eingearbeitet. Zum Beispiel die Erfahrungen, die jemand macht, der abnehmen will. Dass man mitten in der Nacht aufwacht und denkt, wenn ich jetzt nicht sofort einen Keks esse, bringe ich jemanden um. Und dann isst man die ganze Packung und denkt: O Gott, was habe ich getan?

Christine Neubauer verdient ja Respekt für den Mut, sich so unvorteilhaft filmen zu lassen. Sie trug sogar künstliche Speckrollen, um in den Szenen vor der Diätkur besonders pummelig zu wirken.

Fröhlich: Aber das ist doch ganz normal, das gehört zum Job des Schauspielers. Ich habe mehr Respekt vor den Leuten in Amerika, die sich für einen Film einfach mal 20 Kilo anfressen. Man musste für die Rolle natürlich von vornherein die richtige Figur mitbringen. Wenn das eine dürre Zicke gespielt hätte, wäre das ja gar nicht gegangen. Das musste schon jemand sein, der ein bisschen draller ist.

Und wie finden Sie es, dass kein Pfund, das Sie zunehmen, in der Öffentlichkeit mehr unbemerkt bleibt?

Fröhlich: Die meisten meiner Fans sind da sehr entspannt und sagen mir: "Ich bin froh, dass Sie auch nicht so diszipliniert sind." Ich hatte ja schon im Buch geschrieben, dass ich für nichts garantieren kann und bestimmt wieder zunehmen, werde, weil ich einfach einen fatalen Hang zum Essen habe.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.

ZDF, heute, um 20.15 Uhr.

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