Der Feind aus dem Netz

- Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 300 000 Kinder misshandelt und missbraucht. Immer wieder wird über Skandale und Verbrechen berichtet und diskutiert. Der Arte-Themenabend "Kindesmissbrauch - Präventionsversuche" will familiäre Hintergründe der Taten aufdecken und die Arbeit von Institutionen und Selbsthilfegruppen erläutern. Dabei geht es um die Betreuung der Opfer, aber auch um die Täter, die oft selbst als Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Übergriffe waren. Außerdem will Arte Hinweise geben, wie Eltern ihre Kinder vor den Gefahren schützen können, die von einschlägigen Internetseiten und Chatrooms ausgehen.

Die Dokumentation "Der unsichtbare Feind" begibt sich auf Spurensuche zu verschiedenen Familien, in denen Kinder oder Jugendliche mit dem unsichtbaren Feind aus dem World Wide Web zu tun hatten. Eine Mutter erzählt von ihrer Tochter, die unter den Einfluss der "Gothic"-Bewegung geriet und auf tragische Weise nicht mehr den Weg ins normale Leben zurückfand. Die Websites der "Gothics", so beschreibt es die Arte-Dokumentation, bestimmten nicht nur Mode und Musik ihrer Fans, sondern sie forderten ihre Anhänger auch "zu Selbstverletzungen und sogar zum romantisierten Selbstmord auf".

Zwei junge Mädchen zeigen, was bei einem Chat (einer "Plauderei" im Netz) passieren kann, und erfahren, dass die "sexuelle Anmache" schon nach wenigen Minuten erfolgt. Manchmal kommen die Eltern rechtzeitig darauf, wenn über das Internet sexuell provozierende Fotos von Jugendlichen gegen Geld angefordert werden. Der unsichtbare Feind aus dem Netz bedient sich der Anonymität des Mediums.

Kinder werden zu Opfern pädokrimineller Geschäfte. Videos mit Bildern von Kindesmisshandlungen werden von verbrecherischen Banden ins Netz gestellt. Gegen Zahlung hat ein Internetnutzer dann die Möglichkeit, sie zu konsumieren. Experten erklären, wie Kinder psychologisch und praktisch geschützt werden können, damit sie nicht zu Opfern des Internets werden.

Fabian, Kim und Marcel stehen im Mittelpunkt der Dokumentation "Spuren der Angst" um 21.40 Uhr, die über die soziale Einrichtung namens KID ("Kind in Düsseldorf") berichtet. Diese Organisation unternimmt den Versuch, Ursachen für den Missbrauch und die Misshandlung von Kindern zu ermitteln. Ein Prozess, in den die Psychologen, Therapeuten und Pädagogen von KID auch die Eltern einbinden - Eltern, die häufig ebenfalls Gewalt, Missbrauch und Misshandlung erlebt und dies in ihren Familien weitergegeben haben. Es geht nicht um die Klärung von Schuld, sondern um die Frage, wie Wege aus der Gewalt gefunden werden können - für Kinder und Eltern.

Abgerundet wird der Themenabend um 22.30 Uhr mit einer Gesprächsrunde, moderiert von Annie-Claude Elkaim. Gast bei ihr ist Ruth Schäfer, Mitglied des Vereins "Wildwasser", der vor allem Mädchen und Frauen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, betreut.

Arte, heute, ab 20.40 Uhr.

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