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Femen-Nacktivistinnen haben nicht selten selbst Modelmaße.

Casting-Vorwurf im Internet

Femen-Nacktivistinnen dünner als Heidis Models

Mannheim -  Nacktivistinnen der Protestgruppe Femen haben beim Finale von "Germany's Next Topmodel" für Wirbel gesorgt. Geht die Oben-ohne-Demo gegen die Modelbranche nun etwa nach hinten los? 

Ausgerechnet in einem besonders dramatischen Entscheidungsmoment waren zwei barbusige Aktivistinnen der Feministinnen-Gruppe Femen auf den „Topmodel“-Laufsteg gestürmt, um, wie sie bei Twitter schreiben, gegen Heidis "sadistische Mobbing-Show" zu protestieren. Diese sei ein "Fleischfest aus Kotze, Blut und Tränen", das "letztendlich den Zwang zur Bulimie (Ess-Brechsucht) und Anorexie (Magersucht)" propagiere, heißt es auf der Homepage.

Eine der Aktivistinnen trägt den Slogan „Heidi Horror Picture Show“ auf ihrem blanken Körper - und der hat, wie viele Zuschauer bemerken, perfekte Modelmaße. Die junge Frau ist sogar dünner als einige der Mädchen, die in der Casting-Show ihr Glück versuchten. "Eine magersüchtige Aktivistin, die gegen magersüchtige Models protestiert?", wundert sich eine Twitter-Userin. "Heuchlerinnen" schimpft ein anderer. Er behauptet, die Nacktivistinnen würden nach den gleichen Kriterien gecastet wie die Topmodel-Kandidatinnen: Sie müssen jung, hübsch und schlank sein, würden sogar auf Diät gesetzt. Diese "Norm-Schönheiten" prägen das Bild der öffentlichen Wahrnehmung, stellt ein Twitter-User fest. Tatsächlich kann man sich kaum erinnern, bei den Femen-Aktionen auch einmal ältere, dicke Frauen gesehen zu haben.

Doch dem Vorwurf haben Femen bereits widersprochen: In einer älteren Erklärung auf ihrer deutschen Webseite heißt es: "[Es] existieren genug fotografische Beweise, wo man Femen-Mitglieder unterschiedlichen Alters und Gewichtes, mit verschiedener Haar- und Hautfarbe sieht." Neue Anhänger würden aus aller Welt rekrutiert.

Bilder: Nackte Brüste gegen Sexismus

Bilder: Nackte Brüste gegen Sexismus

Die Störung des Topmodel-Finales feiert Femen als Erfolg: "Kein Foto für Heidi!", twittern sie. "Kleiderständer sind keine Vorbilder!"

Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Aktivistinnen, sie hätten es geschafft, „ihre Vorwürfe der modefaschistischen Ideologin der Show, Heidi Klum, ins Gesicht zu sagen - vor 15.000 Zuschauern im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern.“ Und weiter heißt es: „Femen betrachtet die Modeindustrie als ein Element der Zuhälter-Industrie und stellt sich stets gegen die Kommerzialisierung des weiblichen Körpers.“ Mehr als 8800 Mitgliedern des sozialen Netzwerks gefällt Femen Deutschland.

Dass junge Mädchen in der Show immer wieder auf ihr Äußeres reduziert werden und sich eins von ihnen in dieser Staffel sogar gefallen lassen musste, auf dem Laufsteg ihre Hüften vermessen zu lassen, treibt vielen Frauenrechtlerinnen die Zornesröte ins Gesicht. Alice Schwarzer erklärte Klum einst in ihrer Zeitschrift „Emma“ zum „Pascha des Monats“ und nannte sie „stupsnasige und kaltschnäuzige Scharführerin“, die „Hunderte von naiven jungen Mädchen“ peitsche.

Diese Kritik wird wohl auch in der nächsten Staffel von GNTM wieder laut werden.

hn/dpa

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