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Fassungslos stehen die Eltern des rechtsextremen Terroristen Uwe Böhnhardt den Taten ihres Sohnes gegenüber.

"Unverzeihlich": Uwe Böhnhardts Eltern sprechen im TV

Wie wurde unser Sohn zum Mörder? Das fragen sich die Eltern des rechten Terroristen Uwe Böhnhardt. In der ARD sprechen sie über ihren toten Sohn.

Sie will verstehen, wie ihr Sohn zum Mörder werden konnte. Doch die Mutter des rechtsextremen Terroristen Uwe Böhnhardt scheitert an diesem Versuch. „Ich kann es nicht fassen“, sagt sie. Und wer Brigitte Böhnhardt am Donnerstagabend ab 21.45 Uhr im ARD-Politmagazin „Panorama“ gesehen hat, wie sie neben ihrem Mann Jürgen in ihrem Wohnzimmer sitzt, begreift, was diese Worte bedeuten. Seit die Terrorzelle Anfang November vergangenen Jahres enttarnt wurde, denke sie jeden Tag an die Taten ihres Sohnes, sagt sie. „Immer“, ergänzt ihr Mann. Es ist eins der wenigen Worte, die er in dem Beitrag spricht.

Zum ersten Mal äußerten sich die Böhnhardts im Fernsehen. Den Machern des Norddeutschen Rundfunks (NDR) ist es gelungen, die Vorteile ihres Mediums zu nutzen: Brigitte und Jürgen Böhnhardt, wie sie ratlos in ihrem Wohnzimmer sitzen, das kleinbürgerlicher nicht wirken könnte, er im grauen Hemd, sie im grauen Pullover, im Hintergrund ein graues Sofa – diese Bilder sind verstörend, wollen sie doch einfach nicht passen zu den Berichten über eine kaltblütige Terrorzelle, die sich jahrelang unerkannt quer durch Deutschland mordete. Brigitte Böhnhardt gestikuliert viel, schaut häufig auf die Tischplatte, schafft es, ihre Tränen zurückzuhalten – und hinterlässt beim Zuschauer ein Gefühl der Beklemmung, das nachwirkt.

In dem Beitrag des Magazins sind die Böhnhardts nicht die einzigen, die zu Wort kommen – aber die, die den meisten Eindruck hinterlassen. Der NDR hat die Spuren der Terrorzelle zurückverfolgt, mit Ermittlern und Bekannten der drei Terroristen gesprochen, ihren Werdegang rekonstruiert bis zu dem Tag, an dem alles aufflog.

Dieser 4. November 2011 war auch der Tag, an dem der Sohn von Brigitte und Jürgen Böhnhardt starb. Gemeinsam mit Uwe Mundlos beging er Selbstmord, aus Angst vor dem Gefängnis. Beate Zschäpe, die einzige Überlebende des Trios, rief die Eltern an, sagte: „Der Uwe kommt nicht zurück.“ Zuvor hatten die Böhnhardts sich mehrfach mit ihrem Sohn und seinen zwei Komplizen getroffen, als sie im Untergrund lebten, die Mutter hatte Zschäpe sogar Rezepte mitgebracht, damit Uwe Böhnhardt Kekse bekam, wie sie schon seine Mama buk. Von den Morden ahnten die Eltern nichts. „Glauben Sie, ich hätte meinen Sohn umarmt, wenn ich das geahnt hätte?“, fragt Brigitte Böhnhardt.

Ihr tun die Taten ihres Sohnes „unendlich leid“, sagt sie. Doch um Verzeihung bittet sie nicht: „Man kann das nicht verzeihen“, sagt sie. „Wie sollte man?“

Ann-Kathrin Gerke

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