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Fernsehen, wenn es gerade passt

München - Die Nachrichten, den Krimi oder die Lieblingsserie im Fernsehen verpasst zu haben ist kein Problem mehr. Immer mehr Sender bieten ihr Programm mehrere Tage lang zum "Nachschauen" im Internet an.

Es gab Zeiten, da wagte man gegen 20 Uhr kaum, jemanden anzurufen. Abends um acht war "Tagesschau"-Zeit - und wer wissen wollte, was tagsüber in der Welt passiert war, saß dann vor dem Fernseher und wollte nicht gestört werden. Dank der neuen Medien sind solche Informationen heute rund um die Uhr verfügbar. Und auch das Fernsehen gibt es längst "auf Abruf". Ob Nachrichten oder Magazine, Dokumentationen oder Soaps, Serien, Castingshows oder Kinderfilme - die Sender stellen einen großen Teil ihres Programms ins Internet.

Niemand braucht sich mehr abzuhetzen, um rechtzeitig zu seiner Lieblingssendung auf dem Sofa zu sitzen, keiner mehr mühsam den Video- oder den DVD-Rekorder programmieren. Wer mag, schaut sich die 20-Uhr-"Tagesschau" mitten in der Nacht oder auch erst am nächsten Tag zum Frühstück an. Die schönsten Tore aus der "Sportschau" lassen sich bequem noch hundert Mal in Zeitlupe bejubeln, dito die witzigsten Pointen von "Schmidt & Pocher" oder die schrägsten Situationen aus "Gülcan und Collien ziehen aufs Land".

In der Regel sind solche Videos noch eine Woche nach der TV-Ausstrahlung zu sehen, in Ausnahmefällen sogar länger. "Mediatheken" nennen die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Online-Archive ganz offiziell, "Videos" heißen die Links auf den Internetseiten der meisten Privaten. Doch egal ob öffentlich-rechtlich oder kommerziell - genutzt werden diese Zusatzangebote sehr intensiv. Das ZDF spricht von knapp neun Millionen Sichtungen pro Monat im vergangenen Jahr, RTL zählt auf seiner Videoseite "RTL now" monatlich sogar rund zwölf Millionen Abrufe.

Technische Voraussetzung sind ein Computer mit einer Abspielsoftware und ein Internetanschluss, am besten per Breitbandkabel DSL. Kürzere Videos lassen sich zwar auch per ISDN-Modem übertragen, doch die Qualität lässt dabei zu wünschen übrig. Eine zusätzliche "Set-Top-Box" ermöglicht zudem das Anschauen der Videos auf dem Fernsehbildschirm - ungemütliches Sitzen vor dem PC am Schreibtisch ist damit passé.

Doch ruinieren sich die Sender nicht selbst die Quoten, wenn ihr Programm im Netz jederzeit abspielbar ist? "Es ist eine Tatsache, dass das Internet die TV-Nutzung senkt", räumt Gabriela Leibl, Pressesprecherin von Vox, ein. "Allerdings geht das sehr zaghaft vonstatten. Momentan sehen die Menschen im Schnitt durch das Internet eine Minute weniger fern pro Tag."

Prinzipiell seien Internet und Fernsehen aber keine Konkurrenzmedien, sondern ergänzten einander, betont Susanne Lang, Sprecherin von Pro Sieben. "Im Netz lassen sich viele zusätzliche Informationen zu einzelnen Sendungen abrufen", erläutert Lang den Vorteil von Videos im Internet. "Der beste Beweis ist ,Germanys Next Topmodel. Da waren unsere Abrufzahlen sensationell. Und doch hat das der Quote nicht im Geringsten geschadet."

Im Idealfall verliere man durch Mediatheken keine Zuschauer, sondern gewinne neue hinzu, bestätigt Ingrid Günther, Leiterin der ARD-Online-Redaktion. "Junge Leute treiben sich heute sowieso mehr vor dem Computer herum als vor dem Fernseher. Für uns ist das daher eine Chance, an Zuschauer heranzukommen, die unsere klassischen Sendungen vielleicht gar nicht einschalten würden."

Knapp die Hälfte seines Programms stellt das ZDF bereits täglich online, RTL hat das erklärte Ziel, den größten Teil seiner Sendungen als "Video-on-Demand" verfügbar zu machen. Konkurrent Pro Sieben geht sogar noch einen Schritt weiter und produziert schon jetzt Sendungen wie das Format "Blockbuster TV", die gar nicht erst im Fernsehen laufen, sondern ausschließlich als Internetprogramm gedacht sind.

Das alles kostet die Sender natürlich eine Menge Geld. "Derzeit sind die Kosten noch höher als die Einnahmen", erklärt Matthias Büchs, Mitglied der Geschäftsleitung von RTL interactive. Aus diesem Grund platzieren die Privaten häufig Werbetrailer vor dem eigentlichen Video. Außerdem wird ein kleiner Teil der Angebote nur gegen Gebühr gezeigt. Wer beispielsweise die Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder die Krimiserie "CSI" bei RTL sehen will, muss pro Folge zwischen einem und zwei Euro zahlen. Pro Sieben und Sat.1 zeigen manche Highlights gleich auf einer zusätzlichen Internetseite, die nur kostenpflichtige Videos anbietet. Bei "maxdome" lassen sich zum Beispiel alle Folgen der Doku Soap "Sarah & Marc crazy in Love" (Pro Sieben), die vor mehr als einer Woche liefen, oder die Wissenshow "Clever!" (Sat.1) für je 99 Cent abrufen.

Diese Möglichkeit der zusätzlichen Einnahmen haben die öffentlich-rechtlichen Sender derzeit noch nicht. Hier sind alle Angebote kostenlos - noch. "Es gibt durchaus entsprechende Überlegungen im Bereich der Medienpolitik", verrät ZDF-Sprecher Peter Gruhne auf die Frage, ob es auch bei ARD und ZDF irgendwann kostenpflichtige Filme im Netz geben wird. "Eine Sendung dann ansehen zu können, wenn es in den individuellen Tagesablauf passt, entspricht den modernen Lebensgewohnheiten der Zuschauer", rechtfertigt Gruhne den Anspruch der Öffentlich-Rechtlichen auf eigene Mediatheken - die nun mal irgendwie finanziert werden müssen.

Zugang zu den Videos

über die Homepages der Sender (ard.de, zdf.de, prosieben.de, sat1.de und die Menüpunkte "Mediathek" (ARD, ZDF) oder "Videos" (Sat.1, Pro Sieben) beziehungsweise über rtl-now.de und maxdome.de.

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