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Duell auf Leben und Tod: Jan Fedder (l.) als Kapitän eines Feuerschiffs, der, ohne es zu ahnen, einen Schwerverbrecher ( Axel Milberg ) an Bord nimmt.

Literaturverfilmung

Der Autor spielt als Angler mit

Axel Milberg als akademisch gebildeter Großgangster Caspary stand an Deck und holte zum großen Solo aus. Er schimpfte über seine miese Kindheit und den tyrannischen Vater, der ihm immer den Zwillingsbruder vorgezogen hat. Regisseur Florian Gärtner plagten derweil ganz andere Sorgen.

Man war auf einem Schiff, die Szene sollte auf hoher See spielen, aber der Pott fing an sich zu drehen, und langsam schob sich - sehr unpassend - das nahe Ufer ins Bild.

"Das war mein bisher anstrengendster Dreh überhaupt", sagt der 40-Jährige, der im Sommer vergangenen Jahres Siegfried Lenz’ in den frühen Sechzigern entstandenen Roman "Das Feuerschiff" in Szene setzte. Heute um 20.15 Uhr ist der Film in der ARD zu sehen, "dichter am Original, als mir zunächst vorgeschwebt hatte", meint Drehbuchautor Lothar Kurzawa, der schon das Buch zur vorangegangenen Lenz-Verfilmung "Der Mann im Strom" verfasst hatte.

Für diese Produktion wurde Hauptdarsteller Jan Fedder ("Großstadtrevier") vor zwei Jahren mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Der Erfolg des Films war für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) wie für den Produzenten Markus Trebitsch ein Anstoß, nun auch mit erheblich größerem Aufwand das "Feuerschiff"-Projekt zu wagen, nach zwei älteren Verfilmungen mit Dieter Borsche in den Sechzigern und Klaus Maria Brandauer in den Achtzigern.

Die Hauptfigur ist wieder Jan Fedder, diesmal als mutiger Kapitän Fred Freytag, der noch einmal seinen Dienst auf dem letzten Feuerschiff antritt, bevor es aus dem Verkehr gezogen wird. Aber dieses letzte Mal hat es in sich. Schwerbewaffnete Gangster kommen an Bord, der böse Caspary voran. Sie wollen den Kapitän zwingen, sie an Land zu bringen, obwohl ein Feuerschiff - es dient als Navigationshilfe in der Seeschifffahrt - nicht von der Stelle weichen darf.

Gibt Freytag nach - und wenn nicht, wie verhindert er dann ein mögliches Blutbad? Einen "Western auf See" nennt Fedder diesen Film und schwärmte schon während der Dreharbeiten von der Rolle des Freytag: "Auf dem letzten aller Feuerschiffe ein letzter Mann von Ehre und Gewissen."

Drehbuchautor Kurzawa leistete sich eine kleine Ungenauigkeit im Drehbuch. Tatsächlich wurde das letzte deutsche Feuerschiff schon in den Achtzigern durch eine Boje ersetzt, bemannte Feuerschiffe gibt es nicht mehr. Hier aber wird mit Euro bezahlt und mit Handys hantiert, nicht unbedingt zur Freude des Regisseurs, der die Geschichte lieber in der authentischen Epoche angesiedelt hätte.

NDR-Fernsehfilmchefin Doris Heinze ist anderer Meinung: "Wir wollten keinen historischen Film. Und die menschliche Haltung, die sich in ihm ausdrückt, bleibt zeitlos." Neben Jan Fedder und Axel Milberg als den zentralen Gegenspielern sind hoch profilierte Bühnendarsteller wie Werner Wölbern oder Alexander Simon zu sehen. Und in einer Mini-Rolle der Autor selbst, Siegfried Lenz. Der sitzt da, soll angeln und wurde zickig, als ihn der Regisseur bat, schön verträumt hinaus aufs Meer zu blicken. Kein Angler, meinte Lenz sachverständig, lässt den "Blinker" aus dem Auge. Seinerseits staunte er: "Dass man für eine so kurze Szene einen halben Drehtag braucht!"

Paul Barz

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