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Welche Gemeinheit plant er jetzt? J. R. Ewing ( Larry Hagman ) in der Kultserie „Dallas“.

Rückschau

Ein Fiesling, der Millionen vor den Bildschirm lockte

Dallas - Nicht nur durch die Quote, sondern auch als Idee schrieb die Serie Fernsehgeschichte.

„Dallas“, die Story um einen steinreichen texanischen Clan, die vor 30 Jahren in den USA Premiere hatte und drei Jahre später auch nach Deutschland kam, wurde zum Prototyp der Seifenoper, deren Konzept bald auch deutsche Fernsehmacher nachahmten. Zum Jubiläum treffen sich an diesem Samstag die noch lebenden Hauptdarsteller um Larry Hagman auf der legendären South Fork Ranch.

Als „Dallas“ im Herbst des Jahres 1978 in den USA startete, begann eine beispiellose Erfolgsstory. Bis 1991 liefen 356 Folgen. Sie wurden in 67 Sprachen übersetzt und in 90 Ländern ausgestrahlt – absoluter Rekord. Vom 30. Juni 1981 an versammelte Dallas auch in Deutschland jeden Dienstag Millionen von Zuschauern vor dem Fernseher. Sie wussten fortan, wann Sue Ellen (Linda Grey) wieder zum Whiskey gegriffen hatte, warum es zwischen Pam (Victoria Principal) und Bobby (Patrick Duffy) kriselte und vor allem, welche Gemeinheiten sich J. R. (Hagman) wieder ausgedacht hatte.

Der Fiesling stand im Mittelpunkt der Geschichte. Egal, ob er seinen Erzfeind Cliff Barnes (Ken Kercheval) austrickste, den Bruder aufs Kreuz legte oder seine Frau betrog – er genoss seine Bosheit in vollen Zügen. Mit dieser Figur könne sich das Publikum identifizieren, sagte Hagman Jahre später gewohnt rustikal: „Ich denke, jeder hat doch ein Arschloch wie J. R. in seiner Familie.“

Teil des Erfolgs war die spannungssteigernde Dramaturgie jeweils zum Ende einer Folge. Legendär wurde der „Cliffhanger“ nach den Schüssen auf J. R. im März des Jahres 1980. Die Zuschauer in den USA mussten lange auf die Auflösung des Rätsels warten. Jugendliche trugen in der Zeit Kleidungsstücke mit der Aufschrift „I shot J. R.“ („Ich habe J. R. erschossen“), und der später erfolgreiche republikanische Präsidentschaftskandidat Ronald Reagan ließ Aufkleber mit dem Text „Es war ein Demokrat“ verteilen. Als dann am 21. November die erlösende Folge lief, saß die halbe Nation vor dem Bildschirm.

Im Laufe der Zeit passierten seltsame Dinge. Im Jahr 1985 etwa ließen die Drehbuchautoren Bruder Bobby bei einem Autounfall sterben, weil Schauspieler Duffy aussteigen wollte. Hagman konnte den Kollegen später zurückgewinnen. Bobby erschien plötzlich wieder unter der Dusche – und seine Frau Pam erklärte, sie habe alles nur geträumt.

Was das Ende der Serie besiegelte, ist nicht überliefert. Jedenfalls wurden die Geschichten immer kruder, die Produktion immer teurer. Hauptdarsteller Hagman soll zuletzt pro Folge 250 000 Dollar verdient haben. Die Serie endete in den USA im Jahr 1991 mit dem Hall eines Schusses und Bobbys Worten: „Oh my God!“ Ob J. R. sich erschossen hat oder nur den Spiegel getroffen, ist bis heute ungeklärt. Derzeit läuft die Produktion nur beim Pay TV-Kanal Premiere.

Nada Weigelt

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