"Flocke muss sich strecken"

München - Er ist in Sachen Information das neue Aushängeschild von Sat.1: Peter Limbourg, Chefredakteur des Nachrichtenkanals N24, moderiert ab heute die neuen "Sat.1 Nachrichten" um 20 Uhr.

Ab heute die Konkurrenz zur "Tagesschau" um 20 Uhr: Peter Limbourg über die Sat.1-Nachrichten

Der 47-Jährige kann auf eine lange Laufbahn bei Pro Sieben/ Sat.1 zurückblicken. Nach Jura-Studium und Volontariat bei der Deutschen Fernsehnachrichten Agentur ging er Anfang der 90er für Sat.1 als Nato-Korrespondent nach Brüssel und arbeitete als Reporter in Krisengebieten. Seit 1999 ist er Chef von N24 und Leiter der Parlamentsredaktion.

-Warum tun Sie sich noch die tägliche Moderation der Nachrichten an? War Ihnen langweilig?

Nein, überhaupt nicht. Aber es ist immer wieder schön, etwas anderes zu machen. Diese tägliche Moderation ist eine spannende Herausforderung.

-Sie sollen der Information bei Sat.1 eine neue Relevanz geben. Wie?

Wir wollen möglichst klare, verständliche und präzise Nachrichten bieten. Wir haben ein neues Studio, einen neuen Moderator und ein gutes Team ­ ich bin sehr zuversichtlich, dass das gelingt.

-Heißt das, Sie bringen auch neue Inhalte? Ihr Name steht ja eher für harte Politik-Fakten als für flauschige Eisbärgeschichten.

Flocke muss sich schon strecken, um in die Sendung zu kommen. Aber ich möchte keine Themen wegdefinieren. Natürlich vertrete ich eher den klassischen Nachrichtenanspruch. Doch ich weiß auch, dass ich auf Sat.1 sende und nicht beim Deutschlandfunk.

-Das bedeutet?

Ich werde das gesamte Themenfeld bedienen, aber es wird sicher manche Information, die es so vorher bei uns nicht gegeben hat, Platz finden. Das hängt auch mit der Sendezeit zusammen: Die Nachrichten bisher waren für 18.30 Uhr konzipiert. Das ist eine Zeit, in der man "magaziniger" arbeitet. Um 20 Uhr muss man sich auf andere Sehgewohnheiten einstellen...

-Orientieren Sie sich also an der Tagesschau?

Wir machen unser Ding. Wir bieten eine Alternative. Und dann kann jeder entscheiden, ob er lieber die moderierte Form der Nachrichten sieht wie bei uns oder die vorgelesene wie in der ARD.

-Ihrer Berufung als Nachrichtenmoderator gingen Querelen voraus, bei denen Redaktionen geschlossen wurden und Ihr Vorgänger Thomas Kauschseinen Posten verlor...

Das Ganze ist nicht blendend verlaufen. Es wurde aber auch falsch darüber berichtet. Es ging Sat.1 nie darum, die Nachrichten abzuschaffen. Umso mehr freue ich mich, zeigen zu können, dass der Wunsch da ist, Nachrichten sogar einen höheren Stellenwert einzuräumen. Es geht aber auch knallhart um Quoten.

-Haben Sie nie mit einem Sprung zu den Öffentlich-Rechtlichen geliebäugelt, die keinen derartigen Quotendruck haben?

Nein. Ich bin ein in Ehren ergrautes Kind des Privatfernsehens und stolz darauf. Mein Team und ich haben gezeigt, dass wir gute Nachrichten im privaten Umfeld liefern können. Ich habe viele Freiheiten: Mir redet kein Intendant rein und keine Verwaltungsräte, versuchen, mich zu überzeugen, was ich zu senden habe.

Das Gespräch führte Melanie Brandl

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