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Florian Silbereisen verrät exklusiv im tz-Interview: So wird sein Start bei DSDS

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Von: Stefanie Thyssen

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Die Ärmel hat er hochgekrempelt. Florian Silbereisen ist sich darüber im Klaren, dass die Neuausrichtung von „DSDS“ kein Spaziergang wird. Am Jurypult fühlt er sich trotzdem wohl. „Für mich ist es das spannendste TV-Abenteuer überhaupt“, sagt er.
Die Ärmel hat er hochgekrempelt: Florian Silbereisen am DSDS-Jurypult. © RTL+

Am Samstag feiert Florian Silbereisen seine Premiere als neuer Juror von „Deutschland sucht den Superstar“ bei RTL. Wir sprachen mit ihm über Dieter Bohlen und seine Pläne für die Castingshow.

Zwei Jahrzehnte lang hat Dieter Bohlen (67) die RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ geprägt. Im vergangenen Jahr war dann Schluss. RTL wollte die Castingsause neu ausrichten, und da passte der „Pop-Titan“ offenbar nicht mehr ins Konzept. Dafür ein anderer umso besser: Florian Silbereisen. Erfolgreicher ARD-Moderator, Kapitän auf dem ZDF-„Traumschiff“ und jetzt bei RTL an Bord.Am Samstag um 20.15 Uhr feiert er Premiere. Wir sprachen mit dem 40-jährigen gebürtigen Niederbayern über seine Ideen für das neue „DSDS“.

Dieter Bohlen hat „DSDS“ geprägt wie kein Zweiter. 20 Jahre lang stand er – neben dem Erfolg – vor allem für derbe Sprüche. Wie haben Sie die Show wahrgenommen, bevor Sie selbst Teil von ihr wurden?

Florian Silbereisen: Dieter hat das Format über eine sehr lange Zeit geprägt. Dieter Bohlen war das Gesicht von „DSDS“. Ich blicke jetzt nach vorn und empfinde es als sehr spannende Aufgabe, wenn nicht als das spannendste TV-Abenteuer überhaupt, „DSDS“ neu zu platzieren. Das wird nicht von heute auf morgen gehen. Und nicht jeder, der Dieter-Bohlen-Fan ist, wird jetzt automatisch die neue Jury gleichermaßen mögen. Aber ich bin schon immer Langstreckenläufer gewesen, habe Geduld und würde mich freuen, wenn wir das hinkriegen. Die Idee „DSDS“ finde ich nämlich nach wie vor großartig.

Das heißt, Sie glauben daran, einen Superstar zu finden?

Florian Silbereisen: Bei „DSDS“ kann ein junger Mensch, der noch nie vor einer TV-Kamera gestanden hat, der vielleicht noch nie in ein Mikrofon gesungen hat, innerhalb kurzer Zeit zum Star werden. Ein modernes Märchen kann real werden. Also ja, ich glaube daran und deshalb freu ich mich so drauf.

Für was wollen Sie in der Show stehen?

Florian Silbereisen: Ich stehe in erster Linie für wertschätzende Unterhaltung.

Das unterscheidet Sie auf jeden Fall schon mal von Dieter Bohlen. Dennoch werden auch Sie Kandidaten heimschicken müssen.

Florian Silbereisen: Ja klar. Sehr viele sogar. Als Juror werde ich viele Träume platzen lassen müssen. Das ist nicht immer einfach. Aber ich empfinde schon auch Verantwortung gegenüber diesen jungen Menschen, sie, sagen wir, in die Realität zurückzuholen. Da fließen auch Tränen, und man hat Mitgefühl. Aber vielleicht kann ich Menschen anregen, über ihre anderen Talente nachzudenken – wenn es die Musik nun nicht gerade ist.

Teil der „DSDS“-Idee unter Bohlen war es, dass sich besonders unmusikalische Kandidaten vor der Jury und einem Millionenpublikum blamieren. Wird es solche Kandidaten bei Ihnen auch geben?

Florian Silbereisen: Grundsätzlich kann sich bei uns jeder bewerben. Auch Kandidaten mit weniger Talent. Ich freu mich über jeden, der sich traut, vor eine Kamera zu treten. Und jeder bekommt ein faires Urteil. Was ich schon verraten kann: Wir haben sehr, sehr viele tolle Kandidatinnen und Kandidaten erlebt, die – ich würde so weit gehen – Weltstar-Talent haben.

Würden Sie sich wünschen, dass bei „DSDS“ noch mehr Schlager gesungen werden? In den ersten Jahren war das undenkbar, seit Beatrice Egli gehören die Schlagerkandidaten zu den aussichtsreichen.

Florian Silbereisen: Ich glaube, dass wir mit unseren „Feste“-Shows in der ARD einen großen Anteil daran haben, dass auch bei „DSDS“ plötzlich viele Kandidaten Schlager gesungen haben. Wir haben in den vergangenen Jahren ja eine kleine Schlager-Revolution ausgelöst. Und ja, eine neue Helene wäre toll, vielleicht finden wir auch eine neue Whitney Houston oder einen neuen Robbie Williams. Im Prinzip ist es mir aber egal, ob wir am Ende einen Schlager-, einen Rap- oder einen Rockstar finden.

Bei einem Privatsender wie RTL ist die Zuschauerzahl die noch härtere Währung als bei ARD und ZDF. Spüren Sie einen Quotendruck?

Florian Silbereisen: Man muss ganz grundsätzlich sagen, dass es in den vergangenen Jahren bei allen Castingshows einen Quotenrückgang gegeben hat. Das ist der Lauf der Zeit. Na klar könnte ich die Quote von „DSDS“ schnell in die Höhe treiben, indem ich intensives Kandidaten-Bashing betreibe, ein paar derbe Sprüche raushaue, dann für Schlagzeilen sorge und Aufmerksamkeit errege. Das ist aber nicht der Weg für mich. Und ich freu mich über den Mut von RTL, dass sie mit „DSDS“ diesen Neuanfang wagen. Das ist ein großes Abenteuer, und mein Stuhl ist sicherlich der größte Schleudersitz im deutschen Fernsehen. Aber es ist eine unglaublich schöne Herausforderung.

Für den Fall, dass es nicht klappt, würden Sie weich fallen. Sie sind bei der ARD fest im Sattel, auf dem ZDF-„Traumschiff“ als Kapitän an Bord. Wie fühlt man sich als der am besten beschäftigte TV-Star des Landes?

Florian Silbereisen: Ich weiß nicht, ob ich das wirklich bin. Auf jeden Fall bin ich dankbar für diese Möglichkeiten und auch demütig. Mir wird in den nächsten Wochen und Monaten mit Sicherheit nicht langweilig werden.

Haben Sie eigentlich Kontakt zu Dieter Bohlen gehabt, seit bekannt ist, dass Sie seinen Job übernehmen?

Florian Silbereisen: Ich habe mich natürlich bei ihm gemeldet, als klar war, dass ich den Job mache.

Und? Seine Reaktion?

Florian Silbereisen: Also meine Chatverläufe mit Dieter Bohlen bleiben privat. (Lacht.) Aber wir haben schon in der Zeit, als ich Gastjuror bei „DSDS“ war, viel miteinander gesprochen.

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