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Hans-Peter Friedrich war bei Anne Will zu Gast.

Absurder Vergleich

Bei Anne Will: Friedrich vergleicht  Grenz- mit Gartenzäunen

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Hamburg - Am Mittwochabend diskutierte Anne Will in ihrer ARD-Show über das Thema Transitzonen. Mit dabei: Hans-Peter Friedrich von der CSU, der einen absurden Vergleich angestellt hat.

Am Mittwochabend hat Anne Will zu ihrer Talkshow in der ARD geladen. Das Thema: Flüchtlinge. In dieser Sendung wurde der Aspekt der Transitzonen ausführlich ausdiskutiert. Zu Gast war Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner von der ÖVP. Sie behauptet, dass es zwar zur christlichen Aufgabe gehört, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Allerdings gehe es auf Dauer nicht, dass jedes Jahr über 100.000 Menschen nach Österreich kommen. Stattdessen könne man vor Ort Hilfe leisten, dann "sparen sich die Flüchtlinge die gefährlichen Wege und Schleppern wird der Nährboden entzogen", sagte sie.

Pfarrer und ProAsyl-Vorsitzender Andreas Lipsch kritisierte vielmehr die derzeitigen Verfahren. Die Erstaufnahme bedeute für die meisten Asylbewerber enorm viel Stress. Er verstehe nicht, warum diejenigen, die in Deutschland Verwandte haben, nach der Registrierung nicht zu den Angehörigen dürfen. Damit würde man einige Zeltlager und Turnhallen befreien.

Für die SPD ist Thomas Oppermann in der Talkrunde. Er plädiert für Einreisezentren. "Die Erfassung ist fair, weil nur die Leute Leistungen bekommen, die sich auch dort melden", erläutert er. "Wenn ich einen gültigen Reisepass will, muss ich auch zum Einwohnermeldeamt. Den kann ich mir nicht auf dem Wochenmarkt holen", vergleicht er das Prozedere.

Oppermann zur Flüchtlingskrise: Transitzonen "umzäunte Reviere für Flüchtlinge"

Transitzonen lehne er jedoch ab, da umzäunte Reviere für Flüchtlinge keine angemessene Behandlung sind. Dagegen wehrt sich jedoch CSU-Vize-Vorsitzender Hans-Peter Friedrich. Der Ex-Innenminister stellt klar, dass Transitzonen "ein europäisches Instrument sind", um die Einreise zu erleichtern und nicht um die Flüchtlinge gefangen zu halten. Sie dürfen ja überall hingehen, nur eben nicht nach Deutschland, meint er.

Dort könne man auch prüfen, ob das Herkunftsland sicher ist. "In Afghanistan herrscht kein Krieg", behauptet Friedrich, um kurz darauf zu spezifizieren, dass es "sichere Bereiche" innerhalb des Landes gibt, wohin die Leute ebenfalls fliehen können.

Mikl-Leitner bringt schließlich die Zäune ins Gespräch. Dort läuft Friedrich dann in Höchstform auf. "Ich weiß gar nicht, was die Dämonisierung von Zäunen soll. Ich kenne ganz viele Leute, die um ihre Häuser Zäune haben", echauffiert er sich und erntet prompt die Lacher des Publikums. Man baue auch Gartentüren, damit man nur die Leute hineinlassen kann, die man auch möchte.

Anscheinend hat Friedrich vergessen, dass erst vor 25 Jahren ein Zaun mitten durch Deutschland ging und Menschenleben kostete. Außerdem ist der Vergleich eines Grenzzaunes mit einem üblichen Gartenzaun nicht nur absurd, sondern auch unverhältnismäßig. Denn die Dimensionen eines Staates wie Deutschland kann aus logistischen Gründen nicht mit einem einfachen Haus gleichgesetzt werden. Da wäre es sinnvoller, das Geld in die Flüchtlingshilfe vor Ort zu investieren.

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