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"Protokoll einer Katastrophe -­ Der Seilbahnbrand von Kaprun": - Manfred Hiltel hat die Katastrophe von Kaprun überlebt. Als am 11. November 2000 die Gletscherbahn "Kitzsteingams" in Brand geriet, konnte er sich retten. Er beschreibt: "Wie die Trennwand von der Führerkabine in sich zusammengesunken, zusammengeschmolzen ist, das habe ich noch mitgekriegt, weil die anderen vor mir schon raus sind. Und ich habe mich dann noch mal umgedreht: Und die Bilder, wie die Leute da drinnen stehen wie Marionetten und das Feuer über ihre Köpfe hinwegrollt, das ist ein Bild, das man nie vergisst." 155 Menschen, darunter auch 37 Deutsche, verunglückten damals tödlich.

Hiltel kommt als Augenzeuge in der Dokumentation "Der Seilbahnbrand von Kaprun" zu Wort, die die Autoren Thomas Hausner und André Beaupoil für die ARD-Reihe "Protokoll einer Katastrophe" gedreht haben. Mit der Hilfe weiterer Überlebender und Hinterbliebener versuchen die Autoren zu schildern, was genau geschah. Sie fragen nach Sicherheitsvorkehrungen und Fehleinschätzungen vor und während des Unglücks.

Es war die größte Katastrophe, die Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg erleben musste. Etwa 20 Meter, nachdem der Zug die Station verlassen hatte, bemerkten erste Fahrgäste Rauch. Weder konnten sie sich mit dem Fahrzeugführer verständigen, noch konnte die Talstation alarmiert werden. Nach 1132 Metern, ausgerechnet mitten in einem Tunnel, war die Bahn plötzlich stehen geblieben, die Türen ließen sich nicht öffnen, der Waggon füllte sich mit Rauch, auslaufendes Öl und Hydraulikleitungen explodierten, zwei Scheiben konnten zerschlagen werden. Doch wer dem Wagen rechtzeitig entkam, war noch nicht gerettet. Ein Luftzug vom unteren Tunnelende hoch zur Bergstation fachte das Feuer an, wirkte wie ein Kamin, sodass nach oben Flüchtende ersticken.

Im Juni 2002 hatte im Landgericht Salzburg der Prozess begonnen. Nach 63 Tagen und dem Studium von 55 000 Aktenseiten wurden die 16 Angeklagten freigesprochen. Überlebende und Angehörige der Opfer waren empört. Doch im September 2005 bestätigte das Oberlandesgericht Linz das Urteil.

ARD, heute, 21 Uhr.

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