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Frank Elstner wird 75: Am Samstag zeigt die ARD seine Geburtstagsshow  „Top, die Wette gilt!“.

„Top, die Wette gilt!“

Frank Elstner wird 75: Interview zu seiner ARD-Show heute Abend

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München - Frank Elstner wird 75: Heute zeigt die ARD seine Geburtstagsshow  „Top, die Wette gilt!“. Mit unserer Redaktion spricht er über seinen anstehenden Geburtstag.

Die große Samstagabendshow – von ihr träumen viele Moderatoren. Frank Elstner hat gleich mehrere moderiert – und bekommt nun eine eigene zum Geburtstag geschenkt! 75 Jahre alt wird der gebürtige Österreicher am 19. April, doch schon am heutigen Samstag („Top, die Wette gilt!“, ab 20.15 Uhr) lässt das Erste den „Grandseigneur der deutschen Fernsehunterhaltung“ (ARD) hochleben. Top, die Wette gilt!, so der Titel der Show, soll ein Gipfeltreffen derjenigen werden, die den Weg von Frank Elstner begleitet haben, die von ihm entdeckt wurden oder einfach nur Fans und Freunde sind. Neben einigen Überraschungsgästen sind Thomas Gottschalk, Michelle Hunziker, Paola Felix, Barbara Schöneberger, Günther Jauch sowie Joko und Klaas mit von der Partie.

Im Gespräch erzählt Frank Elstner, warum er sich sehr auf diese Show freut, was mit 75 besser ist als mit 45 und warum er es klüger gefunden hätte, seinen sicherlich größten Erfolg, Wetten, dass..?, bereits vor einigen Jahren einzustellen.

Herr Elstner, ich erzähle Ihnen eine kleine Anekdote: Wir haben vergangene Woche Ihren Sohn Thomas gebeten, uns einen „öffentlichen Geburtstagsgruß“ für Sie zu schreiben.

Frank Elstner: Und, hat er es gemacht?

Er hat gesagt, er macht es – zum 85.!

Elstner: (lacht) Das ist typisch für den Thommy. Für den kommt diese ganz große Feierei zum 75. zu früh.

Frank Elstner wird 75: Das ist heute in der ARD-Show „Top, die Wette gilt!“ geboten

Können Sie das nachempfinden? Bei so einer Show schwingt ja auch immer ein Hauch von Abschied mit …

Elstner: Ich fühle mich sehr geehrt, dass die ARD überhaupt auf die Idee gekommen ist, diese Sendung zu machen. Das ist eine große Wertschätzung meiner Person, und da kann man sich eigentlich nur freuen. Und – was heißt schon Abschied?! Ich werde nicht mehr in den ganz großen Sendungen als Showmaster auftreten, ja. Aber das ist gut so, denn ich finde erstens, dass es ganz viele junge, begabte Kollegen gibt, denen ich nicht den Sendeplatz wegnehmen möchte. Und zweitens bin ich froh, dass ich mich nun etwas mehr um mich selbst kümmern kann. Meine Tierfilme allerdings mache ich sehr gerne weiter. Das ist mein Traumjob.

Wirklich? Sie haben mit „Wetten, dass..?“ Fernsehgeschichte geschrieben, tolle Formate wie die „Montagsmaler“ erfunden, waren erfolgreich bei RTL. Aber Ihr Traumjob ist Tierfilmer?

Elstner: Als ich vor sechs, sieben Jahren anfing, meinen ersten Film über Papageien zu drehen, hätte ich nie gedacht, dass das mal eine Serie wird. Aber nun mache ich jedes Jahr ein, zwei Filme für den SWR und kann dadurch um die Welt reisen und mir die spannendsten Tiergeschichten aussuchen. Das ist ein Geschenk des Himmels.

Kommen wir zurück zu Ihrer Geburtstagsshow. Auf welches Wiedersehen freuen Sie sich am meisten?

Elstner: Das wäre ja schrecklich, wenn ich jetzt jemanden rausgreifen würde! Es tauchen so viele tolle Leute auf. Ich kann nicht sagen, wer meine Nummer eins ist. Ich gebe Ihnen eine ausweichende Antwort, die aber wahr ist: Das ist wie mit Kindern. Die hat man alle gleich gern.

Frank Elstner wird 75: Das verdanken ihm Thomas Gottschalk und Günther Jauch

Die meisten Gäste verdanken „Papa Elstner“ eine Menge.

Elstner: Also Frau Schöneberger zum Beispiel hat mir gar nichts zu verdanken und kommt trotzdem, weil ich vom ersten Tag an ihr Fan war und das auch jedem erzählt habe, der es hören wollte oder auch nicht. Kai Pflaume hat mir auch nichts zu verdanken, wir sind befreundet, und ich finde es ganz wunderbar, dass er die Sendung moderiert. Herr Jauch hat von mir die Sendung Menschen übernommen, das hat ihm nicht geschadet. Und der Thomas hat Wetten, dass..? bekommen.

Was ihm auch nicht geschadet hat.

Elstner: Sagen wir so: Bei dem einen oder anderen, der in der Sendung vorbeikommt, habe ich bei der Weichenstellung ein bisschen mitgeholfen.

Schmerzt es Sie, dass es „Wetten, dass..?“ nicht mehr gibt?

Elstner: Nein. Es schmerzt mich, dass das Einstellen von Wetten, dass..? so lange gedauert hat. Mit so fürchterlichen Diskussionen darüber, wer wie wann wo was falsch gemacht hat. Mir wäre es lieber gewesen, man hätte vor fünf Jahren aufgehört. Dann hätte man eine große Pause gemacht und könnte nun wieder starten. Aber wer weiß – lassen wir uns überraschen.

Wissen Sie mehr?

Elstner: Nö (lacht).

Joko und Klaas, die seinerzeit als Moderatoren für „Wetten, dass..?“ gehandelt wurden, kommen am Samstag auch zum Gratulieren. Sozusagen als Enkelkinder, um im Bild zu bleiben?

Elstner: Ja, so ungefähr (lacht). Ich finde die beiden sehr lustig. Sie erinnern mich an den jungen Gottschalk. Der war auch so ein Zeitgeist-Typ. Joko und Klaas sprechen wie Thomas damals die Sprache der Jungen, sie sind witzig und verrückt. Ich finde das ganz toll, dass es diese beiden Burschen gibt.

Was ist mit 75 besser als mit, sagen wir, 45?

Elstner: Ich kenne mich heute besser mit Rotweinen aus. Ich habe keine Angst mehr vor Spinnen. Und ich kann konzentrierter lesen.

Was ist schlechter?

Elstner: Es war für mich nicht ganz so einfach, festzustellen, dass meine Frau eines Tages beim Joggen schneller war als ich.

Und jetzt? Joggen Sie getrennt?

Elstner: Richtig (lacht).

Interview: Stefanie Thyssen

„Top, die Wette gilt!“, Am heutigen Samstag, 20.15 Uhr, ARD

Frank Elstner wird 75. Diese Promis gratulieren

Wolfgang Lippert: Frank Elstner hat mich entdeckt: Ich weiß noch, wie mich Frank Elstner 1989 anrief und zu Nase vorn einlud. Er hatte mich im Ostfernsehen gesehen. Mit einem Wochenendvisum bin ich damals in den Westen gereist und war am Abend für 18 Millionen Menschen im Fernsehen zu sehen. Er hat mich für den Westen entdeckt. Wir mochten uns vom ersten Moment an sehr. Er hat mich immer liebevoll, aufmerksam, wohlwollend und gut beratend begleitet. Er ist ein Macher, der gerne etwas für andere tut. Einer, der sich von anderen Menschen inspirieren lässt. Zu seinem Geburtstag wünsche ich ihm vor allen Dingen Gesundheit. Ich wünsche ihm, dass er neugierig bleibt, das war er immer. Und ich wünsche ihm – und uns allen – dass er einfach Frank Elstner bleibt.

Wolfgang Lippert

Kai Pflaume: Ein toller Gastgeber: Ich wünsche ihm einen traumhaft schönen Tag mit vielen lieben Menschen um ihn herum. Ich weiß, dass das Frank als Familienmenschen das Wichtigste ist. Was ich immer an ihm bewundert habe, ist, dass er ein toller Gastgeber ist, der stets alles dafür tut, dass sich die Leute in seiner Nähe wohlfühlen. Er respektiert jeden, wie er ist, und hat bis heute seine Neugier und seine Kreativität nicht verloren. Was ihn so besonders macht? Frank Elstner würde wohl eher fünf Witze auf eigene Kosten machen, bevor er auch nur einen auf Kosten seines Gastes macht. Und vor allem ist er ein Mensch, auf den sich seine Freunde hundertprozentig verlassen können.

Kai Pflaume

Markus Lanz: Lieber Frank Elstner, bleib großartig! Frank Elstner hat die wahrscheinlich abwechslungsreichste Karriere gemacht, die jemals im deutschen Fernsehen gelungen ist. Kein Wunder, denn er ist einer der kreativsten Fernsehköpfe, die wir haben. Blacky Fuchsberger hat mal gesagt „Altwerden, ist nichts für Feiglinge!“ In einem Gespräch sagte Frank mir dazu: „Ich will kein Feigling sein.“ Ich finde, das gelingt ihm ziemlich gut, denn er hat die Gabe, dem Alter mit Gelassenheit zu begegnen.

Lieber Frank, zu diesem besonderen Geburtstag wünsche ich Dir von Herzen alles Gute, verbunden mit innigem Dank: Es tat gut – und das tut es weiterhin –, Dich immer an meiner Seite zu wissen. Bleib großartig!

Markus Lanz

Helmut Thoma: Ein Kreativer im besten Sinne des Wortes. Erstmals sind Frank Elstner und ich uns in den Sechzigerjahren beim ORF in Wien über den Weg gelaufen, wo er mitgeholfen hat, das Radioprogramm Ö3 aufzubauen. Näher kennengelernt habe ich ihn dann 1972 bei Radio Luxemburg, da war er für das Programm zuständig und ich fürs Geld. Eine gute Zusammenarbeit – auch später bei RTL, wo die Spielshow Jeopardy! bestens funktionierte. Wir haben immer Kontakt gehalten und uns ausgetauscht. Leute wie Thomas Gottschalk oder Günter Jauch sind letztlich Darsteller, die zu ihren Sendungen nie inhaltliche Dinge beigesteuert haben. Frank Elstner aber ist ein Kreativer im besten Sinne des Wortes. Einer, der etwas schaffen und moderieren kann. Das macht ihn einzigartig.

Helmut Thoma

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