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Zickenkrieg gab’s nicht: Senta Berger und Cornelia Froboess (re.) bei den Dreharbeiten in München.

Merkur-Interview

Froboess: „Ich kenne diese Rita, die ich da spiele“

München - Cornelia Froboess spricht im Interview über ihre Zusammenarbeit mit Senta Berger, ihre Berliner Wurzeln und die Badehose.

Neun Uhr morgens ist für Schauspieler an sich eine undankbare Zeit. Aber Cornelia Froboess ist im früh angesetzten Interview gut gelaunt, gesprächig und angenehm unaufgeregt. Sie macht Werbung für „Almuth und Rita“ (ARD, morgen, 20.15 Uhr), die bittersüße Geschichte über die schwierige Beziehung einer gutbürgerlichen Dame (Senta Berger) zu ihrer forschen Putzfrau Rita (Cornelia Froboess). Ein hübsches Kammerspiel mit zwei grandiosen Schauspielerinnen, denen man die Freude am Zusammenspiel ansieht. Froboess lacht viel im Gespräch und wirkt trotz ihrer 70 Jahre jugendlich.

Sie spielen zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert wieder mit Senta Berger. Zwei starke Frauen in einem Film – wie haben Sie die Zusammenarbeit empfunden?

Ach, Sie meinen wegen Zickenkrieg oder so? Nein, das ist überhaupt nie passiert. So etwas gibt es nicht zwischen Frau Berger und mir. Ich hatte zum Beispiel wirklich meine Freude daran, so viele gemeinsame Szenen zu spielen. Ich glaube, Frau Berger auch.

Die sympathischere Rolle haben natürlich Sie...

Ja, ja, man neigt dazu die bodenständigen Figuren, so wie die Putzfrau, die ich spiele, mehr zu mögen und grundsätzlich die High Society zu verachten.

Weder Sie als Putzfrau noch Senta Berger als bürgerliche Dame der Gesellschaft bedienen die Klischees, die sich angeboten hätten.

Das ist die Gefahr gewesen, derer waren wir uns bewusst. Klischee gibt es genug. Wir haben schon darauf geachtet, dass wir nicht in Sentimentalitäten verfallen oder um Sympathien buhlen oder kokett spielen. Aber das haben wir mit dem Regisseur auch lange besprochen.

Sie leben schon sehr lange in Bayern. In „Almuth und Rita“ sprechen Sie Berlinerisch. Ist das schwierig für Sie?

Nein, das ist doch mein Muttersprache. Vergisst man doch nicht. Vom Gemüt her bin ich nach wie vor Berlinerin. Aber wir leben jetzt 45 Jahre in Bayern, unsere Kinder sind hier aufgewachsen, und wir sind akklimatisiert. Bayern ist jetzt meine Heimat.

Hat Ihnen der Blick von außen für die Rolle der Putzfrau in einer bürgerlichen Münchner Umgebung geholfen?

Es hat mir geholfen, dass ich in Berlin im Kiez aufgewachsen bin. Ich bin ja in Wedding groß geworden. Ich bin auf der Straße aufgewachsen, eine richtige Gassengöre. Diese Mentalität ist mir sehr vertraut, und ich mag sie auch. Ich kenne diese Rita, die ich da spiele.

In Berlin geht man ein wenig anders miteinander um.

Ich finde, es gibt eine große Ähnlichkeit. Es gibt einen Hang zur Mundfaulheit. In ihrer wortkargen Art beim Erstkontakt sind sich Bayern und Preußen im Grunde erstaunlich nahe.

Jetzt sind Sie seit Jahrzehnten eine anerkannte Theater- und Filmschauspielerin, aber immer noch...

Jetzt kommt die Badehose...

Die Tatsache, dass Sie jeder mit „Conny“ und „Badehose“ assoziiert, stört Sie nicht?

Ist doch schön. Ich halte das für ein Markenzeichen. Die Leute sind ja nicht mehr aufdringlich. Wenn die mich „Conny“ nennen, ist das eigentlich sehr liebevoll, deswegen kann ich nichts dagegen haben.

Genießen Sie es heute, weil Sie sich vor Jahrzehnten bewusst gegen die Karriere als Schlagersängerin und Teenie-Star entschieden haben?

So bewusst war das gar nicht. Ich wollte schon mit 15 Jahren Schauspielerin werden. Ich wollte mich nicht selber darstellen, sondern hinter Rollen verstecken. Vielleicht hat die frühe Popularität dazu geführt, dass ich inkognito sein wollte. Und so kamen mir Theater und Figuren gelegen, um mich dahinter zu verbergen. Das war der Ausgangspunkt. Es ging mir nie darum, einen Strich zu ziehen. Es ergab sich eben so. Ich hatte so viele Theaterpläne und so viele Figuren zu spielen, dass ich nicht mehr dazu kam, andere Dinge zu tun. Und so hat sich das langsam verlagert.

Das Gespräch führte Zoran Gojic

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