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Die Fünfzigerjahre als ironisches Zitat

München - Die ARD zeigt heute (20.15 Uhr) mit "Die Zürcher Verlobung" eine "liebevolle Hommage" an den gleichnamigen Klassiker aus dem Jahr 1957.

Schauspielerinnen sind untereinander gar nicht so gemein, wie immer behauptet wird. Charlotte Schwab zum Beispiel schrieb einen Brief nach dem anderen an den Produzenten Markus Trebitsch, immer mit dem gleichen Tenor. Er plane doch die Neuverfilmung eines der Werke seines verstorbenen Vaters Gyula Trebitsch, "Die Zürcher Verlobung". Da komme für die einst von Liselotte Pulver gespielte Hauptrolle in ihren Augen nur eine in Frage. Nicht sie selbst, sondern die Kollegin Lisa Martinek aus der ZDF-Reihe "Das Duo".

Sie konnte freilich nicht ahnen, dass Trebitsch schon lange keine andere als genau diese Schauspielerin im Sinn hatte. Und wer sich noch an den alten Helmut-Käutner-Film von 1957 erinnert, kann heute überprüfen, ob Trebitsch seinen eisernen Vorsatz auch in die Tat umgesetzt hat, nämlich kein Remake zu liefern, sondern einen ganz anderen, neuen Film. "Wer einen solch virtuosen Regisseur wie Käutner zu kopieren und etwa zu toppen versucht, kommt sowieso ins Schleudern."

So hat er die Rollen weder bewusst ähnlich noch demonstrativ anders besetzt. Christoph Waltz ist der bärbeißige, aber eigentlich nur einsame Starregisseur "Büffel", den Zahnarzthelferin und Hobbyschriftstellerin Juliane in ihrem ersten Buch überdeutlich als wimmernde Memme auf dem Zahnarztstuhl verewigt hat und der nun gerade diesen Stoff realisieren soll. Tim Bergmann spielt den Traummann aus der Schweiz, der ein Traum bleibt, Pierre Besson den Ex-Verlobten. Diese drei Männer kreisen um die junge Frau und außerdem noch ein Verlobter, den es nur in ihrer Fantasie gibt. Und genau der, mit Namen Urs Uri, steht plötzlich leibhaftig vor ihr.

Im Käutner-Klassiker war das Rudolf Platte gewesen, hier ist es Armin Rohde. Und auch sonst geizt die Besetzungsliste nicht mit großen Namen. In kleinen Rollen zu sehen sind unter anderen Sonja Kirchberger, Monika Peitsch, Jan Fedder und schließlich Hannelore Hoger als martialische Fernsehproduzentin. Das Lebensgefühl der Fünfzigerjahre ist ganz bewusst als ironisches Zitat eingesetzt - bis hin zum Schlager von damals: "Ja, ja, die Liebe in der Schweiz".

Und nostalgische Gefühle beschlichen auch den Produzenten: "Wir Kinder durften damals bei den Aufnahmen in St. Moritz dabei sein, und damals wie heute lag nirgendwo der erforderliche Schnee. Mein Vater hatte ihn heranschaffen lassen müssen." Echten Schnee. Der Sohn orderte nun Lastwagen voll Kunstschnee. Leider kamen die nur sehr schwer zum Drehort durch - weil in der Nacht Schnee gefallen war.

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