"Für Freundschaft würde ich weit gehen"

München - Er mag Kinderfilme, will sich nicht auf bestimmte Rollen festlegen und findet seinen Beruf "einfach geil": Jürgen Vogel (39), der seit 25 Jahren vor der Kamera steht, spielt heute um 20.15 Uhr im ZDF-Fernsehfilm "Alte Freunde" den stillen, loyalen Chris, den tragische Umstände zur alten Clique zurückführen.

Vogel ist von der Arbeit zu "Alte Freunde" begeistert: "Es war super. Ich mache gerne Ensemble-Arbeit, wo man dem anderen auch zugucken kann", sagt er. Ein bisschen habe die Rolle auch mit ihm selbst zu tun, denn für Freundschaft würde er "schon sehr weit gehen".

Vogel spielt einen Lebenskünstler, der nach 15 Jahren in die norddeutsche Provinz heimkehrt. Er riskiert alles und hilft seinem glücklosen Freund Florian, einem Bildhauer, und dessen Frau Margret (Marie Bäumer) bei einem lange geplanten Einbruch in einen Juwelierladen. In der Tragikkomödie kommt es immer wieder zu überraschenden Wendungen. Jeder verdächtigt am Ende jeden -­ grundlos. Für Vogel ein "Riesenspaß": "Da entwickelt sich eine tolle Dynamik, wenn immer vier, fünf Protagonisten in der Szene drin sind."

Es gebe kein Genre, das er prinzipiell ablehne, sagt der Autodidakt, der es genau einen Tag lang an der Schauspielschule ausgehalten hat. "Es hängt alles davon ab, was mich anzeckt beim Lesen, da leg' ich mich selber nicht fest ­ ich mach' es, wenn es eine schöne, süße, traurige oder spannende Geschichte ist."

Für zahlreiche Rollen hat Vogel viele wichtige Auszeichnungen erhalten, darunter den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Filmpreis, die Goldene Kamera, den Silbernen Bären oder den Bayerischen Filmpreis. Der vielseitige Darsteller, der sich in "keine Schublade" packen lässt, hat in mehr als 80 Streifen mitgewirkt, spielte einen Gangster, Vergewaltiger, Serienkiller, besorgten Vater, verliebten Pechvogel oder sich selbst, zuletzt im Kinohit "Keinohrhasen" von Til Schweiger.

Für drei bis vier Filme steht er jedes Jahr vor der Kamera. Von Verschleiß keine Spur, von Eitelkeit auch nicht: "Ich find' es super, dass ich so einen Job mache und dass ich überhaupt das Glück hatte, da rein zu rutschen ­ ist einfach ein geiler Beruf." Auch Kinderfilme haben es dem Vater von zwei Mädchen und zwei Jungen angetan. "Kinderfilme sind toll. Es macht Spaß, mit Kindern zu drehen, das ist spannend, sehr frisch, sehr überraschend. Und ich find' es cool, den eigenen Kindern auch mal zu zeigen, was der Papa macht."

Qualität und finanzieller Erfolg hingen beim Film nicht immer zusammen, betont Vogel, der mit 15 Jahren seine erste Rolle spielte und mit "Kleine Haie" (1992) den Durchbruch schaffte. "Filme mit Qualität können auch finanzielle Flops sein ­ das würde mich aber gar nicht abschrecken". Künftig will Vogel mehr selbst produzieren, in Berlin hat er eine eigene Produktionsfirma. Auch mehr Musik ­ einige Male tourte er mit der "Hansen Band" durchs Land ­ soll sein. "Ich würde gerne 'ne Platte machen, aber ich muss mit den Jungs reden, die haben ja alle ihre eigenen Bands."

Auf seinen 40. Geburtstag am 29. April freut sich der Mime: "40. Das klingt gut. Irgendwie erwachsen, endlich erwachsen ­ man denkt ja so oft, man ist schon erwachsen, aber dann dauert's doch noch länger."

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