"Für meine Komik gibt es keinen Platz mehr"

- Mit 82 Jahren will Loriot endgültig nicht mehr vor der Kamera stehen. Er werde sich aus dem Fernsehen zurückziehen, sagte das Mulitalent am Rande einer Aufzeichnung der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner", die gestern abend ausgestrahlt wurde: "Das Fernsehen ist zu schnell geworden für meine Komik". Bei ihm habe es früher vier Sendungen mit je sechs Sketchen gegeben. Heute forderten die Sender 24 Sendungen mit zahllosen Sketchen. "Das ist nicht meins", wurde Loriot zitiert.

Bei einer solchen Schlagzahl könne man einfach keine komische Qualität erreichen. "Die Forderungen sind unmenschlich geworden. Aber die Sender müssen es ja in diesem harten Wettbewerb so machen", sagte Loriot, der eigentlich Vicco von Bülow heißt. Zwar habe er noch fabelhafte Ideen, die ließen sich aber heutzutage nicht mehr umsetzen: "Für meine Komik gibt es keinen Platz mehr im TV", sagte er.

Wegen des schlechten Gesundheitszustands des Autors, Zeichners, Regisseurs und Schauspielers wurde die Sendung in Weilheim aufgezeichnet, unweit von Loriots Wohnsitz am Starnberger See. Den Auftritt bezeichnete er als große Ausnahme. Er tue dies nur aus Verbundenheit zu Horst Wendlandt und seiner Familie. Wendlandt (1922-2002), der Loriots Kinokomödien "Ödipussi" (1987) und "Pappa ante portas" (1990) produzierte, steht im Mittelpunkt der Sendung. Eingeladen war ferner der Komiker Otto Waalkes, dessen Filme Wendlandt ebenfalls in die Kinos brachte.

Loriot gilt als renommiertester Humorist im deutschsprachigen Raum. Neben seinen Filmen erreichten die seit 1976 laufenden ARD-Sketchreihen, in denen er mit seiner langjährigen Filmpartnerin Evelyn Hamann auftrat, Kultstatus.

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