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Gestern in Berlin: Maria Furtwängler kämpft für Frauen im TV.

„Es gibt mehr männliche Hauptrollen im TV“

Furtwängler hat Studie initiiert: Wo sind die Frauen im Fernsehen?

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Wie stark (oder schwach) sind Frauen in Film und Fernsehen vertreten? Am Mittwoch wurde das Ergebnis der von Maria Furtwängler initiierten Studie veröffentlicht. Die tz fasst das Wichtigste zusammen.

München - Sie selbst hat wahrlich keinen Grund, sich zu beschweren. Maria Furtwängler gehört zu den am meisten beschäftigten Schauspielerinnen des Landes. Und doch schreit die 50-jährige Münchnerin laut auf und beklagt, dass Frauen in der deutschen Film- und Fernsehszene unterrepräsentiert seien. „Generell gibt es weniger weibliche Hauptfiguren als männliche“, sagt sie im Spiegel. Für ältere Kolleginnen sehe es besonders schlecht aus. „Ich kann Ihnen gerade mal eine Handvoll Schauspielerinnen in meinem Alter nennen, die noch gut zu tun haben“, empört sich Furtwängler – und wollte es genau wissen.

Gemeinsam mit ARD, ZDF, RTL, der ProSieben-Sat.1-Gruppe und der Professorin Dr. Elizabeth Prommer von der Uni Rostock hat sie eine wissenschaftliche Studie ini­tiiert, die genau jene Frage stellt: Wie stark (oder schwach) sind Frauen in Film und Fernsehen vertreten? Am Mittwoch wurde sie veröffentlicht. Die tz fasst das Wichtigste zusammen.

Die Vorgehensweise

Grundlage für die Studie ist eine detaillierte Analyse von über 3000 Stunden TV-Programm aus dem Jahr 2016 und über 800 deutschsprachigen Kinofilmen aus den letzten sechs Jahren.

Die Ergebnisse

Frauen kommen in deutschen audiovisuellen Medien seltener vor als Männer. Über alle Fernsehprogramme hinweg kommen auf eine Frau zwei Männer. Einzige Ausnahme: Telenovelas und Daily Soaps. Da sind die Frauen leicht in der Überzahl (52 zu 48 Prozent). Und: Wenn Frauen gezeigt werden, kommen sie häufiger im Kontext von Beziehung und Partnerschaft vor.

Interessant ist auch ein Blick aufs Alter: Wenn Frauen im Fernsehprogramm vorkommen, dann als junge Frauen. In der Gruppe der ab 50-Jährigen kommen drei Männer auf eine Frau. Bei den über 60-Jährigen ist die Verteilung sogar 80 zu 20 Prozent. Fast dieselben Zahlen wurden fürs Kino erhoben.

Und: Männer erklären uns im Fernsehen die Welt. Im Bereich der Information gibt es deutlich mehr männliche Journalisten und Moderatoren. Auch die Experten (Talkshows!) sind überwiegend männlich: 79 Prozent in der Information, 69 Prozent in Unterhaltungsprogrammen. Das gilt in ähnlicher Weise auch fürs Kinderprogramm: Hier ist nur eine von vier Figuren weiblich – ob im angekauften Programm oder bei Eigenproduktionen.

Die Forderungen

„Es ist wichtig zu verstehen, welches Geschlechterbild mit der enormen Wirkungsmacht des Fernsehens und Kinos transportiert wird“, hatte Maria Furtwängler vor der Veröffentlichung der Studie gesagt. Die Frage, welche Forderungen sie aus den Ergebnissen ableitet, konnte bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beantwortet werden.

Stefanie Thyssen

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