Mögliche Fusion von ARD und ZDF

„Zu groß und zu teuer“

München - FDP-Chef Christian Lindner äußert Sympathie für Horst Seehofers Vorschlag, ARD und ZDF zu fusionieren – Barbara Stamm distanziert sich

Die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), ARD und ZDF langfristig zu fusionieren (wir berichteten), stößt im Parteienspektrum überwiegend auf Ablehnung. SPD, Grüne und Linke wiesen den Vorschlag zurück, lediglich FDP-Parteichef Christian Lindner sprang Seehofer bei. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ist zu groß, zu intransparent und zu teuer“, sagte Lindner dem Mediendienst „Meedia“. ARD und ZDF müssten grundlegend reformiert werden, sie sollten ihren Schwerpunkt mehr auf Information, Kultur und Bildung setzen statt auf teure Sportrechte. Der FDP-Chef konnte sich jedoch auch eine Spitze gegen den CSU-Chef nicht verkneifen: „Wir sind gespannt, ob Horst Seehofer seinen Worten auch Taten folgen lässt. Schließlich hat die CSU in der Vergangenheit jede Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitgetragen.“

Skeptisch äußerte sich auch Seehofers Parteifreundin, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die den Verwaltungsrat des Bayerischen Rundfunks (BR) leitet. „Ich arbeite bestimmt nicht an einer Zusammenlegung mit“, sagte sie unserer Zeitung, „aber daran, den Öffentlich-Rechtlichen mehr Akzeptanz zu geben“. Der Passus im CSU-Programm sei langfristig angelegt und stoße eine Grundsatzdebatte an, sich über den Auftrag der Sender klar zu werden. Zum Beispiel dürfe keinesfalls sein, dass sich ARD und ZDF im Kampf um Sportrechte untereinander als Wettbewerber überbieten.

Auch der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) distanzierte sich von den Plänen der CSU. „Ich halte das nicht für sinnvoll“, sagte Jung der „Nordwestzeitung“ am Montag. „Zwei öffentlich-rechtliche Sender sind gerade unter dem Aspekt der politischen Berichterstattung sinnvoll.“ Jung ist seit 1999 Mitglied des ZDF-Fernsehrats.  

cd/rog/dpa

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